Weltkrebstag: Brustzentrum - vom Screening bis zur Nachsorge

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Prof. Christian Jackisch, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Klinikum Offenbach

Am 4.2. ist Weltkrebstag. Bei Frauen ist Brustkrebs nach wie vor die häufigste Krebsart.  Doch auch Männer können betroffen sein. Massgeschneiderte Therapien können helfen, so wie sie beispielsweise am Brustzentrum des Klinikums Offenbach angeboten werden. 

Etwa 280 Neuerkrankungen an Brustkrebs zählt allein das zertifizierte Brustzentrum des Klinikums Offenbachpro Jahr. Nichts ist nach der Diagnose für die Patientin / den Patienten, wie es vorher war. "Umso wichtiger ist es, die Patienten „an die Hand zu nehmen“ und von der frühestmöglichen Diagnostik bis hin zur Nachsorge umfassend und professionell zu betreuen", soProf. Dr. Christian Jackisch, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Klinikum Offenbach. "Deshalb wird im Brustzentrum für jede(n) Erkrankte(n) ein individueller Behandlungsplan erstellt - sozusagen ein Maßanzug mit den modernsten Therapieverfahren."

Interdisziplinarität als Stärke

„Die Stärke eines Brustzentrums wie des unseren liegt in der Interdisziplinarität“, sagt Prof. Dr. Jackisch. Jeder einzelne Fall wird in einer „Tumorkonferenz“ fachübergreifend diskutiert. „Gemeinsam mit dem Gynäkologen, einem plastisch-rekonstruktiven Chirurgen und dem Strahlentherapeuten legen wir ganz früh ein individuelles Konzept fest." “, erklärt er. Wesentlich ist auch die psychische Betreuung der Patienten. Deshalb ist die Psychoonkologie von Anfang an mit eingebunden. Begleitung im Alltag verspricht die Initiative „Patientinnen helfen Patientinnen“ (PaHPa), die sich am Brustzentrum zusammengefunden hat.

Neue Wege und Methoden retten Brust

Bei einer Brustoperation muss durchaus nicht automatisch die  gesamte Brust entfernt werden. Bei etwa 70 Prozent der Frauen könne im Klinikum Offenbach die Brust erhalten werden, so Prof. Jackisch. Zunächst wird eine Antikörper- oder Chemotherapie durchgeführt, um den Tumor vor der Operation zu verkleinern.

Eine Besonderheit ist die ambulante Systemtherapie, die am Brustzentrum Offenbach zum Einsatz kommt. Dabei handelt es sich um die Therapie mit Medikamenten, die im ganzen Körper wirken. „Wir arbeiten hier mit der Chemotherapie, der Antihormonbehandlung, der Antikörpertherapie oder einer Kombination aus den jeweiligen Methoden“, so Prof. Jackisch.

Einzigartig in Rhein-Main: Kooperation mit PATH

Einzigartig im Rhein-Main-Gebiet ist die Kooperation des Brustzentrums mit der Stiftung PATH, die weltweit die erste patienteneigene Tumorbank initiiert hat. Jede Patientin erhält die Möglichkeit, kostenfrei Tumorgewebe für die Dauer von zehn Jahren in Stickstoff einfrieren zu lassen. So ist eine erneute Untersuchung des Gewebes mit neuen Therapieverfahren möglich und der Patientin bieten sich später neue Behandlungsoptionen.

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