Postzustellung per Fahrrad:

Grüner als mit dem gelben Postrad geht‘s kaum

Offenbacher Post-Fahrradteam
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Einer aus dem großen Post-Fahrradteam: Der Offenbacher Zusteller Pavle Pavic per E-Trike unterwegs in seinem Revier, rund um Sana-Klinik und das Hafenviertel.

„Also, grüner als mit unseren gelben Rädern geht’s kaum: Denn jeden Tag sind unsere Zustellerinnen und Zusteller CO2-frei mit dem Fahrrad unterwegs Richtung Kundschaft. Mit rund 27.000 Fahrrädern betreiben wir eine der größten Fahrradflotten Deutschlands. Davon etwa die Hälfte mit elektrischer Trittunterstützung als E-Bikes und E-Trikes“, sagt Stefan Heß Pressesprecher der Deutschen Post in Frankfurt. „Wir bauen die Elektrifizierung unserer Flotte schrittweise aus. Das ist gerade für unsere älteren Mitarbeiter von Vorteil sowie für solche Zusteller, die in topografisch herausfordernden Stadtteilen auf Tour sind.“

Diese Riesen-Fahrradflotte startet jeden Tag und überall in Deutschland: von Kiel bis München und von Dresden bis Saarbrücken. Ähnlich wie bei den Profis der „Tour de France“ sind die Postzusteller bei allen Witterungsbedingungen am Start. Und ebenso wie die Pedaleure der „Grand Tour“ scheuen sie weder steile Bergetappen und rasante Abfahrten. Vollbeladen mit Tagespost, die sie bei Wind und Wetter schnell und zuverlässig zu ihren Kunden bringen. Das bedeutet jeden Tag höchste Belastungen für Menschen und Fahrräder. Deshalb wird die Sicherheit bei den bundesweit 27.000 Post-Bikes groß geschrieben. Ein verstärkter Rahmen und eine besondere Verarbeitung sorgen für die notwendige Belastbarkeit. Bei internen Schulungen werden die Themen „Fahrrad“ und „Sicherheit“ immer wieder angesprochen. So durchlaufen Zusteller, die mit E-Fahrrädern unterwegs sind, vor der ersten Dienstfahrt eine intensive theoretische und praktische Einweisung, die mit einer erfolgreichen Prüfung abgeschlossen werden muss. Weitere Sicherheitsstandards: regelmäßige Überprüfungen von Bremsen, Licht, Klingel und Kettenspannung. Außerdem müssen die Reifen genügend Profil und Luftdruck haben.

Immer mehr E-Bikes und E-Trikes mit Posthorn

Auch in Offenbach steigt die Zahl der E-Bikes und E-Trikes kontinuierlich. In den vier Offenbacher Zustellstützpunkten in der Innenstadt sowie in den Stadtteilen Bieber und Bürgel sind - inklusive Ersatz-Bikes - etwa 80 Fahrräder im Einsatz. Darunter lediglich 27 konventionelle Fahrräder. Alles andere sind bereits E-Bikes (8) und E-Trikes (53). „Bei uns in Offenbach sind E-Trikes in der Briefzustellung schon seit 2017 im Einsatz. Damit erhöhen wir nicht nur die Ladekapazität unserer Briefzusteller (der Postbote kann mit dem Dreirad bis zu acht Postbehälter transportieren), sondern machen sie auch unabhängiger von den Nachladedepots, den sogenannten Ablagestellen. Außerdem erleichtern wir unseren Mitarbeitern so die Überwindung der nach dem Umzug ins Briefzentrum länger gewordenen Distanzen zum Kunden. Denn manche Zusteller müssen beispielsweise von der Sprendlinger bis in den Hafen radeln. Das geht natürlich mit einem Elektrofahrrad deutlich leichter und schneller, weil man die Tretunterstützung des Elektromotors hat“, erklärt Stefan Heß. „Ein weiterer Vorteil ist, dass ältere und gesundheitlich eingeschränkte Kolleginnen und Kollegen mit den Elektrorädern einfacher ihren Dienst verrichten können“, so Heß. „Und auch die hohe Fahrsicherheit der Dreiräder ist ein Pluspunkt. Selbst im Winter stehen unsere E-Trikes stabil und können weder auf glatten Flächen noch in Kurven umfallen.“

Obwohl der Vergleich zwischen „Tour de Poste“ und „Tour de France“ an manchen Stellen hinkt, so gibt es doch eine ganz große Gemeinsamkeit: die lange Tradition! Während die große Frankreichrundfahrt seit 1903 alljährlich im Juli stattfindet, setzt man bei der Post bereits seit 1896 auf die Zustellung per „Drahtesel“.

Von Kai Cezanne

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