Ganz schön mies

Frau (22) wird im Bewerbungsgespräch gedemütigt, bis sie weint - doch sie rächt sich

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Eine Frau wird im Bewerbungsgespräch gedemütigt. Doch das lässt sie nicht auf sich sitzen. (Symbolbild)

Nach dem Bewerbungsgespräch folgte die Jobzusage. Doch für eine Britin war dies kein Grund zum Jubeln: Sie hatte bei der Firma Schlimmes erlebt - und schlug zurück.

Als Olivia Bland aus Großbritannien aus dem Vorstellungsgespräch eines Software-Unternehmens kam, brach sie in Tränen aus. Der CEO der Firma hatte sie zwei Stunden lang so gedemütigt, dass sie völlig aufgelöst an der Bushaltestelle stand. Als dann unerwartet die Jobzusage kam, lehnte sie dankend ab - und machte ihrem Ärger auf Twitter Luft.

Zwei-Stunden-Interview endet tränenreich

"Nach einem brutalen Zwei-Stunden-Interview, in dem der CEO, Craig Dean, mich und meine Arbeit auseinander genommen hatte (und mich eine Versagerin nannte), wurde mir der Job angeboten", twittert die junge Uni-Absolventin im Januar 2019. Der Chef des Unternehmens schien sich im Vorstellungsgespräch richtig daneben benommen zu haben. Ihr Antwortschreiben an die Firma "Web Applications UK" fügte sie ihrem Tweet gleich hinzu. Darin schildert sie ihr Job-Interview, das wohl eher einem Horror-Trip gleicht. 

So habe ihr der CEO ständig das Gefühl gegeben, wertlos und nicht gut genug für den Job zu sein. Er nannte sie sogar eine Versagerin - obwohl sie einen erstklassigen Uni-Anschluss habe. Allgemein beschrieb sie ihn als Mann, der "sein Bestes gibt, um eine junge Frau einzuschüchtern und seine Macht durchzusetzen".

Video: Das sollten sie sich bei der Bewerbung verkneifen

CEO stellt unangebrachte, private Fragen

Der britischen Cosmopolitan verrät sie weitere Details: "Ich ging in den Interviewraum und er [Dean] stand nicht einmal auf, um mir die Hand zu schütteln. Er war am Handy und sagte mir, dass er nur kurz etwas bei Spotify nachschauen müsse." Tatsächlich überprüfte er gerade ihre Spotify-Liste, was sie sehr "bizarr" fand. Danach sollen sehr persönliche Fragen über ihre Eltern gefolgt sein ("Sind sie noch zusammen?"). Als er einen Test von ihr Zeile für Zeile auseinandernahm, soll er noch gesagt haben, dass alles, was er gerade ausspreche, besser sei als das, was sie in 45 Minuten zu Papier gebracht habe. 

"Ich bin wirklich sehr nett zu Ihnen."

Das Ganze gipfelte darin, dass er zwei weitere Kolleginnen zum Bewerbungsgespräch dazu holte, die einfach nur zusahen. "Es war so erniedrigend, weil sie keine Fragen stellten", berichtet sie weiter, "Sie waren nur da, um mir zuzusehen, wie es mir peinlich war." 

Als der CEO merkte, dass Olivia langsam emotional wurde, fügte er am Ende noch lapidar hinzu: "Sie werden denken, dass ich ein arroganter Kerl bin, aber ich bin es nicht. Ich bin wirklich sehr nett zu Ihnen, weil ich Ihnen Dinge beibringe, die Sie über sich selbst wissen müssen." 

Olivia war aber alles andere als dankbar für diese Erfahrung. In ihrer Antwort an das Unternehmen schildert sie, dass sie das Interview sehr an ihren Ex erinnert hätte, der sie psychisch unterdrückt habe. In einem weiteren Tweet postete sie noch: "Es mag sein, dass Sie montags kostenlos Saft und Yoga anbieten. Respekt vor potenziellen Mitarbeitern haben Sie allerdings nicht. Ihr CEO sollte sich schämen". 

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CEO entschuldigt sich, Bewerberin lehnt ab

Warum sie die Antwort auf Twitter postete, erklärt sie der Cosmopolitan: "Ich wollte nicht ruhig bleiben. Ich wollte der Öffentlichkeit sagen, dass es okay ist, Nein zu sagen. Niemand muss eine Gelegenheit ergreifen, wenn er sich unwohl dabei fühlt." Und diese Haltung kommt in den sozialen Medien gut an - Tausende teilten ihren Beitrag und schilderten ihre eigenen Erfahrungen im Vorstellungsgespräch. 

Der gescholtene CEO entschuldigte sich bald via Twitter bei Bland: "Ich hatte nicht den Wunsch, jemanden zu verletzen und kann mich nur entschuldigen, wenn etwas, das ich getan habe, diese Wirkung gehabt hat. Es war nicht meine Absicht." Doch seine Entschuldigung konnte sie aufgrund der Geschehnisse nicht annehmen. Auch das Unternehmen versprach, dem Vorwürfen nachzugehen - mit der Erkenntnis, dass es kein Mobbing oder Einschüchterungen gäbe, sie die Bewerbungsprozesse aber dennoch überdenken würden.

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