Arbeiten im Paradies: Animateur ist mehr als ein Ferienjob

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Die Teamer bei RUF Reisen betreuen die mitfahrenden Kinder und Jugendlichen rund um die Uhr. Eine pädagogische Ausbildung der Betreuer ist daher wünschenswert.

Berlin - Sonne satt und den ganzen Tag Party: Zehntausende träumen jedes Jahr von einer Stelle als Animateur im warmen Süden. Doch der Job ist echte Knochenarbeit.

Ein herrlicher Sandstrand, ein verträumter Hotel-Pool und überall gut gelaunte Urlauber: Animateure haben einen traumhaften Arbeitsplatz. Jedes Jahr zieht der Job deshalb zehntausende junge Leute an. Aber mit Urlaub unter Palmen und Cocktails am Pool hat Animation rein gar nichts zu tun. Die Reiseveranstalter suchen Organisationstalente, die einen ganzen Sommer lang rund um die Uhr gute Laune verbreiten, Sport und Spiele anleiten und Kinder trösten können. Für Erzieher, Sportstudenten oder Krankenschwestern ist eine Saison im Ferienparadies oft nicht nur ein lukrativer Job, sondern ein wichtiger Baustein im Lebenslauf.

Jedes Jahr im Herbst machen sich die Reiseveranstalter auf die Suche nach Animateuren für den nächsten Sommer. Der Bedarf ist ungebrochen groß. Zwar kommt auf jede offene Stelle eine Vielzahl an Interessenten. Aber Bewerber mit guten Qualifikationen hätten durchaus gute Chancen, sagt Sonja Meyer, Leiterin der Animationsabteilung beim Reiseveranstalter Alltours in Duisburg.

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Denn die verlangten Qualifikationen haben es in sich: Wer bei Alltours als Kinderanimateur arbeiten will, sollte eine Ausbildung als Erzieher oder Lehrer in der Tasche haben. Ein Sport- und Fitness-Animateur braucht einen Trainerschein und Lizenzen etwa für Aerobic. Für den reinen Unterhaltungs-Animateur sind die Anforderungen nicht so spezifisch: “Da brauchen wir sportbegeisterte Allrounder für Spiel und Spaß an Pool und Strand“, sagt Meyer.

Für Pädagogen oder Sport-Studenten könne eine Saison als Animateur wirklich etwas für ihre Karriere bringen, sagt Alexander Hass, Betreiber des Internetportals Animateure.de, auf dem fast alle großen Veranstalter ihre Stellen ausschreiben. “Ein halbes Jahr so intensiv zu arbeiten, bringt einen fachlich wirklich nach vorne.“

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Bei Ruf Jugendreisen in Bielefeld sind schon Angebote für Kinder ab acht Jahren im Programm. Die Animateure, die dort “Teamer“ heißen, sind deshalb während der gesamten Reise rund um die Uhr für die Kinder und Jugendlichen verantwortlich. Eine pädagogische Ausbildung sei deshalb absolut wünschenswert, sagt Unternehmenssprecherin Inga Krusch. Ruf verlangt außerdem, dass Bewerber den großen Erste-Hilfe-Schein und den Rettungsschwimmer in Bronze haben. Dafür können Pädagogen nach der Saison im Ausland eine ungewöhnliche Qualifikation im Lebenslauf aufführen.

Wer sich bewerben will, muss bei vielen Arbeitgebern erstmal nur ein Formular im Internet ausfüllen. Die besten Bewerber laden die Reiseveranstalter dann zu einem Casting ein. “Da wollen wir sehen, ob die Mitarbeiter teamfähig sind, ob sie sich auf der Bühne präsentieren und vor vielen Leuten reden können“, sagt Meyer. In Einzelgesprächen würden dann die Fachkenntnisse für den Bereich abgefragt, in dem man arbeiten will.

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Wer danach eine Zusage erhält, wird bei Alltours im März zu einem einwöchigen Seminar auf Mallorca eingeladen. “Da üben wir dann, wie man mit dem Mikro umgeht, wie man Ansagen gestaltet und eine Abendshow vorbereitet“, sagt Meyer. Bei Ruf Jugendreisen sind rechtliche Themen der Kinderbetreuung besonders wichtig: Die zukünftigen Animateure müssen büffeln, welche Aufsichtspflichten sie haben, was Kinder und Jugendliche schon dürfen und was nicht.

dpa

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