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Karneval liegen Rokoko-Kostüme im Trend

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Piraten sind auch diese Saison der Trend bei den Karnevalsumzügen und Faschingsfeiern.

Viele Jecken kleiden sich in dieser Saison in prächtige Rokoko-Gewänder. Gleichzeitig entern wieder Piraten die Karnevalsumzüge und Faschingsfeiern.

(AP) Die Hersteller und Vertreiber von Masken, Kostümen und Schminke rechnen in Deutschland mit einem Umsatz von rund 300 Millionen Euro. „Es geht in Richtung Rokoko“, sagt Dieter Tschorn, Sprecher der Fachgruppe Karneval im Deutschen Verband der Spielwarenindustrie (DVSI) zu den Trends der aktuellen Saison. Großzügig und aufwendig seien diese Kostüme, weiße ondulierte Perücken, die Dame mit Korsett und Reifrock mit viel Spitze, der Herr mit Schnallenschuhen, weißen Strümpfen, knielanger Hose und Gehrock.

Kinofilme inspirieren zu Verkleidungen

Außerdem verwandeln sich auffällig viele in Piraten. Das habe allerdings nichts mit den Schiffsentführungen im Golf von Aden zu tun, sagt Tschorn. Der Trend zu Augenklappe, Kopftuch, Säbel und schwerer Pistole bestehe schon seit zwei Jahren, als sich viele vom Kinohit „Fluch der Karibik“ inspirieren ließen. „Filme spielen eine große Rolle“, weiß der Sprecher aus Erfahrung. In diesem Jahr steche allerdings kein Streifen als Trendsetter hervor. Aktuelle politische oder wirtschaftliche Ereignisse spiegeln sich laut Tschorn dagegen nicht in den Verkleidungen. Und besonders sparsame Fastnachtsfans fürchtet der Branchenverband auch angesichts schlechter Nachrichten nicht. „Es hat sich immer gezeigt, dass die Leute in Krisenzeiten die Abwechslung suchen und eigentlich lieber feiern“, sagt Tschorn. Das Wetter habe schon eher Einfluss. Regen oder Kälte bei den Umzügen könnten zwei bis drei Millionen Euro Unterschied beim Umsatz machen. Insgesamt rechnen die zwölf Hersteller und Vertreiber, die in der Fachgruppe Mitglied sind, für diese Kampagne mit rund 300 Millionen Euro Umsatz in Deutschland. Im vergangenen Jahr seien es wegen der extrem kurzen Saison 277 Millionen Euro gewesen. Das immer wichtigere Geschäft mit Hexen- und anderen Kostümen zu Halloween machte dabei etwa 20 Millionen Euro aus.

Auch Engel und Teufel beliebt

Hexen sind nach wie vor auch zu Karneval, Fastnacht oder Fasching beliebt. Dazu schlüpfen viele in diesem Jahr in die Rolle von Engel oder Teufel, wie Tschorn sagt. Grundsätzlich sei bei Erwachsenen der Partnerlook weit verbreitet, während kleine Kinder gern als Tier gingen. Ansonsten spielen Jungen nach wie vor am liebsten Cowboy und Indianer, Mädchen lassen sich gern als Prinzessin hofieren. Zwei Millionen Erwachsenenkostüme kauften die Jecken und Narren im vergangenen Jahr nach den Angaben der Fachgruppe, 1,6 Millionen für Kinder kamen hinzu. Für die perfekte Verwandlung gingen 5,4 Millionen Schminksets über die Ladentheke. Der Verkauf von Kostümen konzentriere sich vor allem auf die Karnevalshochburgen, erklärt Tschorn. Bei der alemannischen Fasnet in Süddeutschland spielt wechselnde Mode sowieso keine Rolle, dort verbergen sich die Narren hinter traditionellen Masken.

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