Ohne Blumen gibt´s auf die Ohren

Wer jetzt noch kein Geschenk hat, sollte schnell eins besorgen oder sich richtig warm anziehen. Denn es droht Ärger mit der Angebeteten. Im schlimmsten Fall sogar ein Satz heißer Ohren.

Morgen ist der 14. Februar, der Tag der Liebenden, und genau das Datum, an dem gestandene Mannsbilder durch die Fußgängerzonen hetzen, auf der Suche nach dem ultimativen, noch nie da gewesenen Valentins-Geschenk. Am Ende landen dann aber doch wieder nur rote Rosen oder Pralinen bei der Liebsten.

Doch wer glaubt, ein Strauß Rosen im Jahr sei genug der Beziehungpflege, irrt gewaltig. So einfach kauft man sich nicht aus der Verantwortung. „Die Leute denken heute, dass sie mit einem Blumenstrauß am Valentinstag alle fehlende Aufmerksamkeit ausbügeln können. Doch da sind sie auf dem Holzweg“, sagt der Neu-Isenburger Paartherapeut Wilhelm Roth. Wer nicht regelmäßig dem Partner seine Zuneigung zeige, riskiere auf Dauer die Beziehung. „Da hilft dann auch eine Rose nichts mehr.“

Der Valentinstag selbst sei aber eine tolle Erfindung. Paare sollten dieses Datum ruhig zum Anlass nehmen, dem anderen Aufmerksamkeit zu schenken. „Aber eben auch darüber hinaus“, rät Fachmann Roth: „Einfach mal zwischendurch eine Rose mit nach Hause bringen.“

Das ist auch billiger. Denn zum Valentinstag klettern auf einmal die Preise beim Großhändler in schwindelerregende Höhen. „Da kostet die rote Rose doch gleich das Doppelte“, klagt Blumenhändlerin Julia Persichilli aus Offenbach. In ihrem Laden am Wilhelmsplatz hat sie deshalb auf Rosa umgestellt. „So kann ich auch am Valentinstag günstige Blumen anbieten“, sagt die 26-Jährige. Wer aber unbedingt rote Rosen will, bekommt sie bei Floristin Julia auch. So ganz kann sich die junge Geschäftsfrau dem Tamtam um den Valentinstag nicht verweigern. Das liegt wohl daran, dass viele ihrer Kollegen dem Tag der Liebenden huldigen, als ob es kein Morgen gäbe. Denn seit einigen Jahren wird der aus Amerika stammende Valentins-Brauch auch hierzulande immer heftiger beworben.

Er stammt aber nicht von den Amis, sondern geht auf den heiligen Valentin von Terni zurück. Der vermählte im 3. Jahrhundert heimlich christliche Liebespaare und widersetzte sich damit dem heidnischen römischen Kaiser. Den jungen Paaren schenkte er bei der Hochzeit Blumen aus seinem eigenen Garten.

Längst ist außer den Floristen auch der ganze Einzelhandel auf den Valentinszug aufgesprungen. Da gibt es Herzchen in allen Variationen, Plüschtiere, sogar vor Schokoladenkollektionen zum Thema Liebe schrecken die Hersteller nicht zurück.

Doch damit nicht genug. Für Romantik-Fans gibt es Internetportale, die außergewöhnliche Geschenkideen vorschlagen. Die „Sternentaufe“, bei der der Liebende seiner Angebeteten gleich einen ganzen Stern schenkt, natürlich inklusive persönlichem Namen, kostet stolze 25 Euro.

Da liegt die Vermutung nahe, dass der Valentinstag nur Geldmacherei ist. Auch Bernd Büttger vom Institut für Paartherapie in Frankfurt sieht das so. „Der Valentinstag ist zu kommerziell geworden.“

Doch eines gilt trotz allem Kommerz und entgegen aller guten Ratschläge: Wer seinem Partner morgen einen Blumenstrauß schenkt, macht garantiert nichts falsch.

LAURA LEITSCHUH

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