„Das ist Party pur“ 

Mosbacher Oktoberfest: Mehr als 1 000 Besucher feiern im Bachgau

Mosbacher Oktoberfest: Mehr als 1 000 Besucher feiern im Bachgau
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In Dirndl und Lederhosen ist das vom FSV Mosbach gestemmt Oktoberfest gefeiert worden.

Dirndl, Weißbier und gute Musik: Hunderte Besucher feierten beim Oktoberfest des FSV Mosbach. Einige Gäste reisten sogar aus dem Saarland an. 

Mosbach – Manchmal ist der Tipp oder die Einladung eines Arbeitskollegen goldwert. So arbeitet Silke Danz mit Frank Kurz, dem Vorsitzenden des FSV Mosbach, in der gleichen Abteilung auf der Gemeindeverwaltung in Münster. Dessen Vorschlag, doch mal das Oktoberfest seines Vereins zu besuchen, nahm sie mit ihren Freundinnen schon 2018 wahr. 

 „Das gefiel uns so gut, dass wir dieses Jahr wiedergekommen sind“, sagte die 43-Jährige am Samstagabend (12.10.2019) im eigens errichteten Festzelt neben der Mehrzweckhalle im Schaafheimer Ortsteil. Ihre Freundin Simone Frühwein (49), die beim ersten Mal noch ein geliehenes Dirndl trug, nahm die Neuauflage zum Anlass, sich für 2019 ein eigenes Exemplar zu kaufen.

Mosbach: Elfte Ausgabe des Oktoberfests - Eröffnung mit Fassanstich

Das elfte Oktoberfest des FSV Mosbach wurde am Samstagabend von Landrat Klaus-Peter Schellhaas, Bürgermeister Reinhold Hehmann, Brauereivertreterin Ev Eder-Widmann und dem Vorsitzenden Frank Kurz mit dem Fassanstich offiziell eröffnet. Der Landrat gilt bereits als Dauergast. Das Herzblut der Organisatoren lobte er erneut deutlich: „Dieses Oktoberfest verdient wirklich seinen Namen. 

Der FSV macht alles richtig, denn eine solche Stimmung existiert nur in Mosbach.“ Zudem werde das Fest von einem Verein gestemmt und nicht von Investoren, die auf Kommerz aus sind. „Die Erlöse fließen in den Verein und vor allem in die Jugendarbeit“, erläuterte dazu mit Volker von Berg einer der Macher des FSV.

O’zapft is: FSV-Vorsitzender Frank Kurz (von links), Landrat Klaus-Peter Schellhaas, Bürgermeister Reinhold Hehmann gönnen sich einen großen Schluck.

Dass das gelingt, ist ein überdurchschnittliches Engagement der Mitglieder vonnöten. Das liegt zweifelsohne vor. So sind zwischen 200 und 250 Köpfe des FSV an den vielfältigen Aufgaben um Aufbau, Abbau, Ausschank oder den Küchendiensten beteiligt. Am Montag vor einer Woche wurde das Zelt von den aktiven Mannschaften an einem Tag gestellt, von Dienstag bis Samstag dann für die Inneneinrichtung gesorgt.

Mosbach: Mehr als 1000 Besucher beim Oktoberfest - Familientag am Sonntag

Die „Musi“ kam in diesem Jahr von der Gruppe „Bayernkracher“. Sie war neu und ersetzte die „Rodensteiner“, die am Wochenende im Rahmen einer Fanreise mit Stars wie Hansi Hinterseer, Andy Borg, Roland Kaiser oder DJ Ötzi in Kastelruth gebunden waren. Mit bekannten Partyhits wie „Hulapalu“ oder „Schenk mir ein Foto von dir“ schafften es die „Bayernkracher“ ziemlich schnell das amüsierwillige Publikum zum Stehen auf den Bänken zu bewegen. Selbst die Klassiker „An der Nordseeküste“, und „Westerland“ von den Toten Hosen, die auf einem Oktoberfest ungewöhnlich bis grotesk klingen, kamen bestens an. 

Das proppenvolle Festzelt mit mehr als 1 000 Besuchern bewies erneut, dass der FSV seine Behauptung, „das“ Oktoberfest im Bachgau zu sein, nicht zu unrecht reklamiert. Nach dem fulminanten Start am Samstagabend ging es beim Familientag am Sonntag etwas ruhiger aber nicht weniger zünftig zu. Mit den Lokalmatadoren „Mosbacher Musikanten“ und dem „Lindenfelser Trio“ war auch hier für beste Stimmung gesorgt. Am Nachmittag wartete noch eine Trachten-Modenschau, die nur alle zwei Jahre auf dem Programm steht.

Oktoberfest in Mosbach: „Das ist Party pur„ - Der ganze Ort feiert

Kati Mehler, die in der Babenhäuser Fahrstraße ein Dessous-Geschäft betreibt, war mit ihrer Belegschaft am Samstag zum Feiern gekommen. „Das ist Party pur. Nach kleinem Start vor elf Jahren ist mittlerweile der ganze Ort dabei und für viele das Fest der Höhepunkt des Jahres“, weiß Mehler. Dessen originäre Charakter zieht bereits auch Fans von Weiterweg, wie etwa Schöllkrippen, an.

Mit die weiteste Anreise hatte eine Gruppe von Wanderfreunden aus dem Saarland. Reimer Diehl hatte Schaafheims Bürgermeister Reinhold Hehmann in einer Kur kennengelernt. Laut Diehl betrieb der FC Wadrill in seiner Heimat ebenfalls erfolgreich über Jahre ein Oktoberfest. „Mosbach ist ungefähr genauso groß wie Wadrill und auch bei uns war es ein Fußballverein, der ein Zelt stellte“, so der Saarländer. 

Doch dann habe der Stadtrat verlangt, dass das Fest in die neugebaute Halle verlegt wird. Das wurde mit Folgen umgesetzt: die fehlende Atmosphäre in der Halle bescherte nach drei Jahren das Aus. Laut Reimer habe man in Mosbach einen tollen Ersatz gefunden – auch wenn dabei stets ein wenig Wehmut über die unglückliche Entwicklung in der Heimat mitschwingt.

Von Michael Just

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