Freibier zum Jubel-Abschluss

SV 1919 Münster lädt bei Kaiserwetter zum Wiesn-Anstich

Mittags um kurz nach 12 Uhr waren die Wiesn-Plätze beim SV bestens besetzt und Bürgermeister Gerald Frank nach dem gelungenen Fassanstich voll damit beschäftigt, leere Maßkrüge mit Freibier zu füllen. Fotos: Th. Meier

Zum Fassanstich beim Sportverein Münster war kaum noch einer der 400 gestellten Festplätze auf der Terrasse zu bekommen.

Münster – Zwar sind sie nicht so gerannt zu ihrer Mäusberg-Wiesn, wie die Münchner in die Festzelte auf ihrer Theresienwiese stürmten, kurz „dWiesn“ genannt, aber auch hier war zum Fassanstich beim Sportverein Münster Schlag 12 Uhr kaum noch einer der 400 gestellten Festplätze auf der Terrasse zu bekommen. Allerfeinstes Festwetter war dem Ausrichter und seinen Gästen beschert. Im 100. Jahr des Bestehens vom SV 1919 gehörte sich das wohl auch so.

Und so konnte Wilfried Legler, einer der drei Vorsitzenden des SV, auch mit der Sonne um die Wette strahlen, als er wenige Sekunden vor High Noon dem Bürgermeister den Holzhammer zum obligatorischen Fassanstich überreichte. Und, weil’s so schön war, ging nach zwei, drei Schlägen von Gerald Frank auf den Zapfhahn auch kein Tropfen des guten bayrischen Bieres verlustig, sondern floss brav in die bereitgehaltene Maß. Wär ja auch schade gewesen, denn aus dem angestochenen Fässchen floss der Deutschen beliebtestes Hopfengetränk: das Freibier. Damit nicht genug: Der Bürgermeister versah als mittlerweile versierter Zapfer Dienst am Fass bis zur bitteren Neige.

Der Verein spendierte das Fässchen Wiesnbier gern zum Abschluss seines überaus gelungenen Jubiläumsjahres. Und es oblag Legler, zwei Vertretern unterschiedlicher Generationen zu danken, die Frank beim Zapfen zur Seite standen. Walter Hotz vertrat die älteren Mitglieder, die Altherren-Riege Fußball mit deren Unterabteilung „Fit für die Enkel“ sowie die Damengymnastikabteilung. Er war einer der Gründer, die 1958 die Altherren-Abteilung mit ins Leben gerufen hat, berichtete der Vorsitzende. Leider seien die anderen Mitgründer bereits verstorben, so dass es Hotz vorbehalten blieb, sie in der letzten Jubiläumsveranstaltung zu vertreten. Nina Wittke vertrat an Bürgermeisters Seite die große Jugendabteilung mit ihren 16 Mannschaften: „Sie ist die Zukunft des SV und als junges Mitglied des Jugendförderkreises in die Geschicke des Vereins fest eingebunden.“ Seit drei Jahren Trainerin stehe Wittke auch für die Frauenquote im Verein, die laut Legler „leider viel zu niedrig ist“.

Dies tat freilich der Stimmung auf der Mäusberg-Wiesn keinen Abbruch, für die musikalisch Alleinunterhalter „Bucky“, Burkhard Amend aus Blankenbach im Kahlgrund, sorgte. 1973 trat er bereits erstmals bei einer SV-Veranstaltung auf.

Bis in die frühen Abendstunden verweilten die Gäste, war es ein Kommen und Gehen. Zum bajuwarischen Bier passten Haxen und Kraut sowie zahlreiche weitere Schmankerln. Die Leute waren in Tracht und in Zivil gekommen und feierten noch einmal den 100-jährigen Verein, der versprach, auch in Zukunft mit derlei Geselligkeiten aufzuwarten.

VON THOMAS MEIER

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