Das Oktoberfest ist längst zur Kult-Veranstaltung geworden

Zünftige Sause in Dirndl und Lederhosen beim HSV

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Da gab es kein Halten mehr: Die 800 Besucher des HSV-Oktoberfestes feierten ausgelassen zu den Klängen der Isartaler Hexen. Zwischen den Auftritten und nach der letzten Zugabe sorgte DJ E dafür, dass die Stimmung nicht nachließ.

Götzenhain - Zweimal im Laufe des Abends halten die Isertaler Hexen große Schilder mit der Aufschrift „Lala“ und „Hey“ hoch, damit auch die letzten Bankreihen in der HSV-Halle beim Refrain mitkommen.

Völlig überflüssig, denn die Götzenhainer Oktoberfest-Gesellschaft zeigt sich ausgesprochen textsicher: Bei diversen Schunkel-Klassikern, Disco-Fox-tauglichen Partyhits und Abstechern in die Rock-Ära werden die acht Stimmungskanonen auf der Bühne von einem zig-stimmigen Chor getragen.

Auch die achte Auflage des Oktoberfest unter Regie der HSV-Handballer wird ihrem Ruf als kultige Party im Zeichen des Karo-Musters zu 100 Prozent gerecht. Rund 800 Besucher lassen sich von den Isartaler Hexen einheizen, die die Halle - Pardon, das Festzelt - bei ihrem mittlerweile fünften Engagement mit mindestens genauso viel Power und Charme zum Kochen bringen wie bei ihrem Debüt. Die rund alle halbe Stunde zelebrierte Aufforderung zum „Prosit“ belegt darüber hinaus den überaus guten Draht der Frauenband zum Thekendienst der Handballer – die Maß, der Wein und der eine oder andere Longdrink werden in die Höhe gereckt. „Wir haben zum ersten Mal einen eigenen Stand für Wein und Sekt gestaltet“, erzählt Mitorganisatorin Waltraud Kalusa in diesem Zusammenhang. Den restlichen Aufbau der Veranstaltung haben die Handballer ebenso beibehalten wie die mit viel Liebe zum Detail angeordnete Festzeltdekoration. „Das hat sich so bewährt – und ich finde, es läuft auch dieses Mal wieder super“, freut sich Kalusa.

In der Tat sind um 20 Uhr alle Biergarnituren besetzt: Dirndl und Karo-Hemden wohin das Auge reicht. Seit Monaten freuen sich die Gastgeber und mit ihnen der halbe Ort auf die zünftige Fete, die Jung und Alt ins Trachten-Fieber stürzt. Mit drei Schlägen erledigen Erster Stadtrat Martin Burlon und Stadtverordnetenvorsteherin Bettina Schmitt den Bieranstich souverän. O’zapft is’! Nach einer Stunde erobern die ersten Tänzer den Bereich direkt vor der Bühne. Spätestens bei Andreas Gabaliers Wies’n-Hit „Hulapalu“ steht der Saal Kopf. Und je später der Abend desto ausgelassener die Stimmung. Stellvertretend seien zwei Damen genannt, die ihre Pumps auf der Tanzfläche kurzerhand ausziehen und zum Takt über dem Kopf schwenken.

Bilder: Oktoberfest des HSV Götzenhain

Dank DJ E, der das musikalische Ruder nicht nur zwischen den Auftritten der Isertaler Hexen, sondern auch nach ihrer letzten Zugabe übernimmt, ist um Mitternacht noch lange nicht Schluss. Rund um den Getränkeausschank tummeln sich die Partygänger bis spät in die Nacht. Ob der eine oder andere noch der ersten Putzkolonne begegnet ist, ist nicht überliefert. Das Abbauteam der Handballer hatte danach gut zu tun, um die Halle nach dem jährlichen Ausnahmezustand wieder in ihren alten Zustand zu versetzen. Doch der Aufwand lohnt sich: In seinem mittlerweile achten Jahr hat sich das Oktoberfest zu einer verlässlichen Einnahmequelle des Vereins entwickelt. Die Nachfrage nach Karten steigt von Fest zu Fest. „Dieses Jahr waren wir bereits im April ausverkauft, innerhalb von nur drei Tagen waren alle Karten weg. Das ist schon ein bisschen verrückt“, sagt Kalusa augenzwinkernd.

Apropos, das Datum für die nächste Auflage steht bereits: Am 5. Oktober 2018 gibt’s nicht nur ein Wiedersehen in Dirndl und Lederhosen, sondern auch mit den Isartaler Hexen. Dann allerdings zum letzten Mal: Die Band hat angekündigt, sich nach ihrer 2018er-Tournee zur Ruhe zu setzen. (cor)

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