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Marschieren für den Frieden

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Im strahlenden Sonnenschein machten sich auf dem Stadthof gut 100 Demonstranten auf den Weg nach Frankfurt. Ihre Kernbotschaft: Abrüsten statt Aufrüsten, und eine neue Entspannungspolitik schaffen. -  Foto: Meidel
Im strahlenden Sonnenschein machten sich auf dem Stadthof gut 100 Demonstranten auf den Weg nach Frankfurt. Ihre Kernbotschaft: Abrüsten statt Aufrüsten, und eine neue Entspannungspolitik schaffen. © Meidel

Offenbach - Gut 100 Menschen waren es, die sich gestern Vormittag auf dem Stadthof versammelt haben, um von dort aus zum Frankfurter Römerberg zu marschieren.

Ihre Botschaften: Schluss mit Rüstungsexporten, Schluss mit Atomwaffen, und her mit einer Entspannungspolitik gegenüber Russland. Letzteres verwundert kaum, schwenkten neben parteiunabhängigen Demonstranten auch die Offenbacher Linke und die Deutsche Kommunistische Partei ihre flaggen und trugen Banner.

„Manchmal glaube ich, die Welt ist völlig verrückt geworden“, sagt der linke Stadtverordnete Sven Malsy bei seiner Ansprache auf dem Stadthof. Überall sieht er Menschen unter den Folgen von Kriegen leiden. „Oft mit deutschen Waffen, fast immer mit deutscher Infrastruktur“, so Malsy. „Afghanistan und Co., das klingt weit weg. Aber das Gegenteil ist der Fall, diese Kriege werden auch von deutschem Boden aus geführt.“ Und zwar in Form von Rüstungsexporten, so Malsys Argumentation. „Autoritäre Staaten wie zum Beispiel Ägypten, Russland, die Türkei, Saudi-Arabien oder der Iran unterdrücken ihre Bevölkerung mit moderner Militärtechnik aus deutschen Waffenschmieden.“

Seine Vorrednerin, Christa Führer-Rößmann, vertritt auf dem Ostermarsch keine Partei. Sie macht nur mit, weil sie ihre eigene Meinung kundtun will. „1983 bin ich das erste mal mitmarschiert“, verrät sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Bereits damals hatten sie die Zustände in Teilen der Welt beunruhigt. „Seitdem laufe ich jedes Jahr wieder mit – leider gibt es ja immer wieder neue Gründe dafür.“

Das sehen etliche Offenbacher so. Unter den gut 100 Demonstranten sind gestern sämtliche Altersklassen vertreten. Von Senioren bis hin zu Kindern. Sogar ein kleiner Hund wuselt in der Menge umher, um den Rücken ein kleines Schild, auf dem „Rüstungsexporte stoppen“ steht.

Aber auch das Thema Überwachung treibt die Protestler um. Als Seitenhieb auf Horst Seehofer äußert Sven Malsy seine Befürchtung, die Polizei werde zur paramilitärischen Eingreiftruppe der Regierung. Abschließend fasst er zusammen: „Noch haben wir freie, demokratische Wahlen, und noch können wir nein sagen. Nein zu Krieg, Nein zu Gewalt, Nein zum Überwachungsstaat.“ (mei)

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