Gipfelruhe über dem Königssee

40 Jahre Nationalpark Berchtesgaden

Lockt viele Ausflügler an: Das Königssee-Panorama mit Wallfahrtskapelle St. Bartholomä. Foto: Ammon
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Lockt viele Ausflügler an: Das Königssee-Panorama mit Wallfahrtskapelle St. Bartholomä. Foto: Ammon
Seit 40 Jahren geschützte Alpenlandschaft: Wanderer im Nationalpark Berchtesgaden. Foto: Andreas Heimann
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Seit 40 Jahren geschützte Alpenlandschaft: Wanderer im Nationalpark Berchtesgaden. Foto: Andreas Heimann
Tagesziel und Übernachtungsmöglichkeit: das Kärlingerhaus. Foto: Andreas Heimann
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Tagesziel und Übernachtungsmöglichkeit: das Kärlingerhaus. Foto: Andreas Heimann
Der Funtensee hinter dem Kärlingerhaus ist der kälteste Ort Deutschlands - auch im Sommer bietet das Gewässer eine ordentlich Abkühlung. Foto: Andreas Heimann
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Der Funtensee hinter dem Kärlingerhaus ist der kälteste Ort Deutschlands - auch im Sommer bietet das Gewässer eine ordentlich Abkühlung. Foto: Andreas Heimann
Steile Kehren muss man gehen: Wer im Nationalpark wandert, kommt ins Schwitzen - und spürt abends den Muskelkater. Foto: Andreas Heimann
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Steile Kehren muss man gehen: Wer im Nationalpark wandert, kommt ins Schwitzen - und spürt abends den Muskelkater. Foto: Andreas Heimann
Steil bergauf: Die Saugasse ist ein anspruchsvolles Teilstück auf dem Weg zum Kärlingerhaus. Foto: Andreas Heimann
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Steil bergauf: Die Saugasse ist ein anspruchsvolles Teilstück auf dem Weg zum Kärlingerhaus. Foto: Andreas Heimann
Gämse im Gebüsch: Im Nationalpark Berchtesgaden sieht man Tiere, die man sonst nur aus Fernseh-Dokumentationen kennt. Foto: Andreas Heimann
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Gämse im Gebüsch: Im Nationalpark Berchtesgaden sieht man Tiere, die man sonst nur aus Fernseh-Dokumentationen kennt. Foto: Andreas Heimann
Murmeltieren begegnen Wanderern in den Alpen häufig, auch im Nationalpark Berchtesgaden. Foto: Andreas Heimann
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Murmeltieren begegnen Wanderern in den Alpen häufig, auch im Nationalpark Berchtesgaden. Foto: Andreas Heimann
Lukas Schöbinger (r) und Max Irlinger waschen die Wurzeln des Enzians im Bach - später wird daraus Schnaps. Foto: Andreas Heimann
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Lukas Schöbinger (r) und Max Irlinger waschen die Wurzeln des Enzians im Bach - später wird daraus Schnaps. Foto: Andreas Heimann

Der Nationalpark Berchtesgaden ist ein Touristenmagnet. Aber viele Besucher bekommen nur flüchtig mit, was er alles zu bieten hat. Wer das herausfinden möchte, muss hoch hinaus. Das kann wehtun, aber auch Glücksgefühle auslösen.

Berchtesgaden (dpa/tmn) - Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung. Um halb acht sieht es in Schönau am Königssee schon anders aus. Da ist die Schlange vor dem Ticketschalter für das erste Ausflugsschiff bereits lang.

Viele Touristen belassen es bei einem Törn zur Halbinsel St. Bartholomä mit ihrer kleinen Wallfahrtskirche. Für Hansi Stöckl geht es dort erst richtig los. Stöckl ist Bergführer und will seiner Gruppe zeigen, was die meisten der rund 1,6 Millionen Besucher pro Jahr im Nationalpark Berchtesgaden nur flüchtig und aus der Froschperspektive mitbekommen: die alpine Natur im zweitältesten Nationalpark Deutschlands, der in diesem Sommer 40 Jahre alt wird. Deswegen ist die Wallfahrtskirche für Stöckl nur ein Zwischenstopp auf dem Weg ganz nach oben. Erstes Etappenziel:  Kärlingerhaus und Funtensee.

Tiere, die viele nur aus Dokus im dritten Programm kennen, sind im 210 Quadratkilometer großen Nationalpark noch zu Hause: Steinadler, Murmeltiere. Und am Wegesrand steht plötzlich eine Gämse, die sich nicht sicher ist, was sie von den Wanderern zu halten hat und mit einem Sprung auf den Hang ins grüne Dickicht verschwindet.

Aber der Nationalpark ist kein Ponyhof. Auf dem Weg nach oben gibt es die eine oder andere Hürde, zum Beispiel die Saugasse. Auf dem Streckenabschnitt mit mehr als 30 Kehren geht es vergleichsweise steil über 350 Höhenmeter hinauf. Das schmerzt - spätestens der anschließende Muskelkater in Waden und Oberschenkeln.

Aber jede Anstrengung wird belohnt. Und irgendwann ist dann nach gut fünf Stunden Aufstieg das Kärlingerhaus zu sehen, die Hütte des Alpenvereins auf 1630 Metern, in der die Übernachtung geplant ist. Links und rechts davon liegen die Gipfel der Berchtesgadener Alpen und davor der Weg, der sich durchs Wiesengrün bis vor die Hüttentür schlängelt. Ganz still ist es hier oben, die Wolken stehen bewegungslos.

Nur ein kleines Stück hinter dem Kärlingerhaus ruht der Funtensee, berühmt als der kälteste Punkt Deutschlands: schwer vorstellbare minus 45,9 Grad wurden hier 2001 gemessen, allerdings im Dezember. Im Sommer hat der See auch nicht gerade Badewannentemperatur.

Lukas Schöbinger hat den Funtensee fast direkt vor der Haustür. Der 21-Jährige verbringt nach seiner Ausbildung erstmals den Sommer hier oben in einer Hütte aus dem Jahr 1841. Er interessiert sich für Schnaps - und zwar für richtig hochprozentigen. Schöbinger ist von Beruf Destillateur, er arbeitet bei Grassl. Das Traditionsunternehmen in Berchtesgaden hat seit dem 17. Jahrhundert das Recht, Enzian zu brennen. Und dafür oben in den Bergen die Wurzeln der Pflanze auszugraben, die für die Schnapsherstellung unverzichtbar ist.

Schöbinger bleibt für gut sieben Wochen auf der Brennhütte, vor allem der Wurzeln wegen. "Enzian ist die bitterste Pflanze der Welt", sagt er. "Den lassen auf der Alm sogar die Kühe stehen." Aber in der Wurzel ist Fruchtzucker, und daraus lässt sich Schnaps destillieren.

Im Kärlingerhaus herrscht am nächsten Morgen Aufbruchstimmung. Auch Stöckl will früh los zur Gipfelwanderung auf den Feldkogel, der in knapp einer Stunde zu erreichen ist. Der Funtensee liegt ruhig im Schatten. Die Sonne steht noch tief.

Und so geht es durch die morgendliche Alpenlandschaft bergauf in Richtung Gipfel, vorbei am satten Grün der Alpenwiesen. Das Gipfelkreuz steht in 1886 Metern Höhe, und der Blick von oben ins Tal fällt weit über den Königssee. Die Kirchtürme von St. Bartholomä sind zu sehen, ganz hinten die Häuser von Berchtesgaden. Über allem ragt der nahe Watzmann sogar mehr als 2700 Meter in den Himmel.

Nationalpark Berchtesgaden

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Nationalpark Berchtesgaden

Reiseziel: Der Nationalpark Berchtesgaden liegt in Oberbayern an der Grenze zu Österreich ganz im Südosten Deutschlands. Für Wanderer gibt es ein Wegenetz von 260 Kilometern Länge. Hüttenübernachtungen lassen sich vorab online buchen, das ist für den Sommer sehr zu empfehlen.

Anreise: Mit der Bahn ab München sind es mit Umsteigen in Freilassing gut zweieinhalb Stunden bis Berchtesgaden. Für größere Entfernungen ist der nahe Flughafen Salzburg eine Alternative.

Informationen: ​Berchtesgadener Land Tourismus, Maximilianstraße 9, 83471 Berchtesgaden, Tel.: 08652/656 50 50, E-Mail: info@bglt.de.

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