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Risikogebiete in Deutschland: Die aktuellen Corona-Hotspots – und worauf Urlauber achten müssen

Die Zahl der Corona-Hotspots in Deutschland steigt an. Reisende aus den innerdeutschen Risikogebieten müssen mit Einschränkungen rechnen. Die aktuelle Lage im Überblick.

Die Corona-Hotspots in Deutschland – worauf Reisende achten müssen

Update vom 16. Oktober 2020: Immer mehr kreisfreie Städte und Landkreise überschreiten den kritischen Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der letzten sieben Tage. Aktuell (Stand: 14. Oktober, 0 Uhr) zählen laut Robert Koch-Institut zu den innerdeutschen Risikogebieten:

  • Baden-Württemberg: Baden-Baden (52,6), Esslingen (82,4), Heilbronn (58,5), Ludwigsburg (51,2), Mannheim (56,7), Schwäbisch Hall (51,3), Schwarzwald-Baar-Kreis (56,0), Stuttgart (82,9), Tübingen (63,4)
  • Bayern: Augsburg (55,3), Berchtesgadener Land (134,1), Ebersberg (58,5), Fürstenfeldbruck (68,9), Memmingen (52,2), Mühldorf a. Inn (68,2), München (57,7), Neuburg-Schrobenhausen (63,7), Landkreis Regen (68,5), Rosenheim (72,4), Rosenheim Landkreis (57,4), Rottal-Inn (86,4), Schweinfurt (82,4), Schweinfurt Landkreis (65,8), Weiden i.d. OPf. (93,6)
  • Berlin (Stadtbezirke): Mitte (124,5), Friedrichshain-Kreuzberg (101,0), Neukölln (150,4), Tempelhof-Schöneberg (100,9), Charlottenburg-Wilmersdorf (64,6), Reinickendorf (76,6), Spandau (50,2)
  • Bremen: Bremen (85,3), Bremerhaven (85,3)
  • Hessen: Frankfurt (75,2), Offenbach am Main (95,2), Hochtaunuskreis (52,8), Landkreis Groß-Gerau (84,5), Kassel (100,9), Main-Taunus-Landkreis (61,6), Rheingau-Taunus-Kreis (56,6), Wiesbaden (53,1)
  • Niedersachsen: Cloppenburg (90,8), Delmenhorst (143,1), Emsland (64,8), Grafschaft Bentheim (72,2), Vechta (84,7)
  • Nordrhein-Westfalen: Aachen (68,6), Bielefeld (51,5), Bochum (55,3), Dortmund (58,8), Duisburg (72,2), Düsseldorf (59,3), Essen (54,6), Gelsenkirchen (78,6), Köln (75,4), Leverkusen (62,9), Mettmann (70,2), Mülheim an der Ruhr (68), Olpe (54,5), Hagen (53,5), Hamm (85), Herne (90,8), Kreis Recklinghausen (76,9), Remscheid (51,2), Solingen (89,2), Wuppertal (92,6), Kreis Unna (67,4)
  • Thüringen: Eichsfeld (73,0)
  • Rheinland-Pfalz: Mainz (65,4), Landkreis Eifelkreis Bitburg-Prüm (112,1)
  • Saarland: Neunkrichen (84,5), St. Wendel (113,8)
  • Sachsen: Erzgebiergskreis (60,3)

In den übrigen Bundesländern – Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein – gibt es derzeit noch keine Corona-Hotspots.

In einigen Bundesländern wurde das umstrittene Beherbergungsverbot bereits wieder gekippt. Derzeit existiert es nur noch in Bayern, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Schleswig-Holstein. In Bayern und Sachsen gilt das Verbot aber jeweils nur noch bis zum 16. und 17. Oktober und auch Hessen plant die Abschaffung des Beherbergungsverbotes.

Beherbergungsverbot für Reisende aus innerdeutschen Risikogebieten

Update vom 14. Oktober 2020: Für Reisende aus den betreffenden Gebieten gilt derzeit in zwölf der 16 Bundesländer ein Beherbergungsverbot. Hier dürfen Gaststätten und Hotels Gäste aus Risikogebieten nicht mehr aufnehmen – einzige Ausnahme ist die Vorlage eines negativen Corona-Tests. Nur Bremen, Berlin und Thüringen wollten sich dem einheitlichen Beherbergungsverbot bisher nicht anschließen und Mecklenburg-Vorpommern verlangt eine 14-tägige Quarantäne für Einreisende, selbst wenn sie einen negativen Corona-Test vorlegen können.

Der Reiserechtsanwalt Paul Degott erklärte hierzu dem Online-Portal Reisereporter: Urlauber aus Risikogebieten hätten das Recht, ihr Geld für ein gebuchtes Hotelzimmer oder Ferienhaus zurückzubekommen, wenn die Beherbergungsbetriebe sie nicht mehr aufnehmen. Dies gilt aber nicht für Reisende, die ihren Urlaub mit einem negativen Corona-Test trotzdem antreten könnten: „Wenn eine Übernachtung in dem Hotel möglich ist, hat der Gast keinen Anspruch, die Buchung kostenlos zu stornieren. Das Verwendungsrisiko liegt hier beim Mieter der Unterkunft“, so Degott.

Bundesländer beschließen Beherbergungsverbot für Reisende aus Hotspots

Update vom 8. Oktober 2020: Die Bundesländer hatten am Mittwoch (7. Oktober) mehrheitlich beschlossen, dass innerdeutsche Urlauber aus Risikogebieten nur dann beherbergt werden dürfen, wenn sie einen höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorweisen können. Greifen soll dies für Reisende aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen.

Fünf Länder gaben zu dem Beschluss aber abweichende Erklärungen ab. Thüringen machte deutlich, dass es ein Beherbergungsverbot nicht mittragen wolle, Berlin will zumindest nicht sofort einsteigen. Niedersachsen und Bremen wollen prüfen. Mecklenburg-Vorpommern will bei noch strengeren Quarantäneregeln bleiben.

„Elf Länder sind jetzt schon dabei, einige Länder haben auch noch Abstimmungsbedarf innerhalb der Landesregierung, sodass ich schon die Hoffnung habe, dass weitere Länder dazukommen“, sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). Mit der nun getroffenen Regelung sei die Lage schon deutlich übersichtlicher.

Zu den Unterstützern des Beschlusses zählt Bayern, hier gilt bereits ab diesem Donnerstag ein Beherbergungsverbot für Reisende aus vier Berliner Bezirken, aus Bremen sowie aus den Städten Hamm und Remscheid in Nordrhein-Westfalen. Wer aus einem der innerdeutschen Corona-Hotspots einreist und einen negativen Corona-Test vorweisen kann, sei aber weiter willkommen, hieß es aus München.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) kritisierte die Regelung. Das Gesundheitsamt vor Ort müsse einschätzen, wie schlimm die Lage tatsächlich sei, sagte er am Mittwochabend im ZDF-„heute journal“. So könne ein starker Ausbruch in einer Einrichtung die Grenzwerte der ganzen Region nach oben treiben. „Deswegen kann man nicht den Rest des ganzen Landkreises dafür in Haftung nehmen.“ Auf die Frage, ob das, was am Mittwoch beschlossen wurde, „Unsinn“ sei, sagte der Linken-Politiker: „Ja, das sag ich so.“

Die Regelung, die von den Bundesländern beschlossen wurde, betrifft im Übrigen nur Reisen für touristische Zwecke in gewerblichen Beherberungsbetrieben. Familienbesuche und Pendelverkehr sind davon ausgenommen.

Risikogebiete in Deutschland: In diesen Bundesländern drohen Urlaubern Einreiseverbote oder Quarantäne

Originalmeldung vom 7. Oktober 2020: Die Corona-Pandemie hat das Reisen enorm verkompliziert. Doch wo Urlauber anfangs „nur“ bei Auslandsreisen auf spezielle Regelungen wie Quarantäne oder Einreisestopps* achten mussten, gilt dies nun auch für einige Bundesländer. Das liegt an den gestiegenen Corona-Fallzahlen in einigen Regionen und Städten Deutschlands, die den kritischen Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen überschritten haben. Wer aus einem solchen inländischen Risikogebiet in eines der anderen Bundesländer reisen will, muss nun mit Quarantäne und anderen Maßnahmen rechnen. Da die Regelungen aber nicht bundesweit gleich sind, gelten für jedes Bundesland eigene Richtlinien, an die sich Reisende halten müssen. Wir fassen für Sie die wichtigsten Informationen zusammen.

Welche Regionen und Städte in Deutschland gehören zu den Risikogebieten?

Da sich die Lage stetig weiterentwickelt und verändert, sollten Sie für einen Überblick die täglichen Situationsberichte des Robert Koch-Instituts im Blick behalten. Demnach haben aktuell Hamm, Remscheid, der Landkreis Vechta und die Berliner Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte, Neukölln und Tempelhof-Schönberg den kritischen Wert an Neuinfektionen mit dem Coronavirus überschritten (Stand: 6. Oktober). Reisende aus diesen Regionen müssen mit Einschränkungen in anderen Bezirken und Bundesländern rechnen.

Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern: Strenge Maßnahmen für Reisende aus Risikogebieten

Von allen Bundesländern reagierte Mecklenburg-Vorpommern am rigorosesten auf die steigenden Corona-Fallzahlen in Deutschland. Generell gilt ein Einreiseverbot für Urlauber aus Risikogebieten, welches nur durch ein ärztliches Zeugnis aufgehoben werden kann, das bezeugt, dass keine Corona-Infektion vorliegt. Dieses darf aber nicht älter als zwei Tage sein. Trotzdem müssen sich Reisende bei Ankunft in Mecklenburg-Vorpommern in eine 14-tägige Quarantäne begeben, die erst durch einen zweiten negativen Test, der fünf bis sieben Tage nach der Ankunft vorgenommen wird, aufgehoben werden kann. Weiterhin gilt, dass Sie als Einreisender aus einem Risikogebiet gelten, wenn Sie sich innerhalb der letzten 14 Tage in einem Risikogebiet aufgehalten haben – unabhängig davon, ob die Stadt oder der Landkreis bei Ausreise noch als Risikogebiet eingestuft ist.

Reisende aus Berlin können sich aktuell aber noch glücklich schätzen: Da Mecklenburg-Vorpommern die Hauptstadt als Ganzes betrachtet und nicht zwischen den Bezirken unterscheidet, gelten für Berliner derzeit keine Einreisebeschränkungen. Einschränkungen kommen erst, wenn Berlin als Stadtstaat den Grenzwert überschreitet.

Reisende aus Risikogebieten in Deutschland: Quarantäne in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein gilt für Reisende oder Reiserückkehrer aus einem innerdeutschen Risikogebiet eine 14-tägige Quarantäne. Die Selbstisolation kann nur durch zwei negative Tests frühzeitig aufgehoben werden: Der erste muss vor der Einreise gemacht werden, darf aber nicht älter als 48 Stunden sein und der zweite darf frühestens fünf Tage nach der Einreise stattfinden. Anders als bei Reisenden aus ausländischen Risikogebieten können Sie die Tests bei der Einreise aus innerdeutschen Risikogebieten nicht kostenlos durchführen lassen. Ausnahmen gelten für Pendler und Menschen auf der Durchreise. Im Gegensatz zu Mecklenburg-Vorpommern müssen sich hier aber auch Reisende aus den Berliner Bezirken an die Anordnungen halten.

Rheinland-Pflanz: Quarantäne für Reisende auf Risikogebieten

In Rheinland-Pfalz verhält es sich ähnlich wie in Schleswig-Holstein: Reisende oder Reiserückkehrer aus Risikogebieten müssen sich unverzüglich in eine 14-tägige Quarantäne begeben. Nur ein ärztliches Attest, dass bei der Einreise maximal 48 Stunden alt ist, hebt die Quarantäne vorzeitig auf.

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Bundesländer erheben Beherberungsverbot für Reisende aus Risikogebieten

Nachdem vor Kurzem die Corona-Fallzahlen in einigen kreisfreien Städten und Landkreisen angestiegen waren, erhoben einige Bundesländer ein Beherbergungsverbot für Reisende aus diesen Risikogebieten. Auch hier kann das Verbot aufgehoben werden, wenn die Reisenden einen negativen Corona-Test vorlegen können, der nicht älter als 48 Stunden ist. Im Gegensatz zu den anderen Bundesländern gilt hier allerdings keine Quarantänepflicht bei Einreise aus einem Risikogebiet. Zu den entsprechenden Bundesländern gehören akutell:

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Brandenburg
  • Hamburg
  • Hessen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Saarland
  • Sachsen
  • Sachsen-Anhalt

Keine Beschränkungen für Reisende aus Hotspots in diesen Bundesländern

Die Bundesländer Berlin, Bremen, Niedersachsen und Thüringen haben keine Einschränkungen für Reisende aus Corona-Hotspots ausgesprochen. Demnach ist es Touristen erlaubt, ohne Corona-Test einzureisen und zu übernachten. (fk mit Material der dpa)*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Lesen Sie auch: Corona-Risikogebiete: Vor der Einreise in diese Länder warnt das Auswärtige Amt.

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Rubriklistenbild: © dpa/Annette Riedl

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