Kreuzfahrtschiffe unterscheiden sich in Komfort, Routen oder Design.

Philosophie auf Hoher See

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Ms Hanseatic durchquert die Disko Bucht/Grönland am Ende der Nordwestpassage.

München - Wer sich in seinem gebuchten Ferienhotel nicht wohl fühlt, kann in ein anderes Quartier umziehen oder sofort wieder abreisen. Anders auf einem Kreuzfahrtschiff, dort kann man nicht einfach auschecken, wenn man das Gefühl hat, auf dem falschen Dampfer zu sein.

Klassische Kreuzfahrten
Auch heute noch fährt eine gewisse Etikette mit: Das Publikum ist tendenziell eher älter und freut sich auf das stilvolle Captain’s Dinner in Abendgarderobe. Es gibt feste Tischordnungen und im Unterhaltungsprogramm eher Streichquartett als Poolpartys. Die Schiffe sind zumeist von überschaubarer Größe mit weniger als tausend Passagieren und unternehmen regelmäßig ausgedehnte Weltreisen oder – wie die allerdings riesengroße Queen Mary 2 – fahrplanmäßige Atlantik-Überquerungen. Zu den klassischen deutschsprachigen Kreuzfahrtschiffen zählen Europa, das ZDF-Traumschiff Deutschland, Astor oder Delphin.
Preisbeispiel: Von Kapstadt nach Mombasa, Flug ab/bis Deutschland, Verpflegung, Zweibett-Innenkabine ab 5150 Euro pro Person. Peter-Deilmann- Reederei, Tel. 045 61/ 39 60; www.deilmann.de

Expeditionskreuzfahrten
An Bord dieser Schiffe, die jenseits des 60. Breitengrades in die Antarktis oder auch durch die Nordwestpassage fahren, trägt man eher Fleece-Jacke als edle Abendgarderobe, denn wenn man nicht mit den Zodiacs auf Landausflügen oder Tierbeobachtungen unterwegs ist, stehen Vorträge von Lektoren auf dem Programm. Bei diesen Kreuzfahrten kommen robuste Schiffe mit der höchsten Eisklasse zum Einsatz. Expeditionsschiffe sind beispielsweise Hanseatic, Bremen, Alexander von Humboldt oder Fram. Preisbeispiel: MS Fram „Expedition Antarktis“, 25.11. bis 7.12.2009 von Ushuaia zur Antarktischen Halbinsel, Flug ab/bis Deutschland und Verpflegung sowie alle Landgänge/ Bootfahrten in der Antarktis, Zweibett-Innenkabine ab 5730 Euro pro Person. Hurtigruten, Tel. 040/37 69 34 56, www.hurtigruten.de

Contemporary Cruises
Vor allem in den USA, Großbritannien und Italien haben diese „zeitgenössischen Kreuzfahrten“ die Hohe See für den Pauschaltourismus erschlossen: schwimmende Freizeitparks mit angeschlossenem Hotelbetrieb. Neueste Modelle wie die Independence of the Seas bringen es auf 3600 Gästebetten und werden mehr und mehr zur eigentlichen Attraktion der Reise. Auf diesen Megadampfern geht es laut, lustig und leger zu. 2009 steigt die TUI in die zeitgenössischen Kreuzfahrten ein. Sie bietet dann eine deutschsprachige Alternative zu den international orientierten Angeboten von Reedereien wie Costa, MSC oder der Norwegian
Preisbeispiel: Kiel bis Nordkap, Verpflegung, Zweibett- Innenkabine ab 1664 Euro pro Person. TUI Cruises, Tel. 040-28 66 77 222, www.tuicruises.com

Clubschiffe
Weltweit ziemlich einzigartig sind die Schiffe der Aida-Familie. Die Spaßdampfer mit dem Kussmund am Bug schnitten 1996 radikal die alten Zöpfe der klassischen Kreuzfahrt ab, führten das „Du“ an Bord ein, stellten große runde Achter-Tische in die Buffet-Restaurants und lockten Sonnenanbeter mit Ferienclub-typischer Animation von den Liegen. Aber auch Aida ist inzwischen gewissermaßen „erwachsen“ geworden: Auf zwanglose Atmosphäre wird weiterhin Wert gelegt, aber nicht zwanghaft, und auf dem jüngsten Neubau.
Preisbeispiel: Zweibett- Innenkabine ab 649 Euro pro Person, An- und Abreisepaket ab 418 Euro pro Person.
AIDA Cruises, Tel. 0381/20 27 07 07
, www.aida.de

Olaf Krohn

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