Im Urlaub auf Wallfahrt

Die Pilger-Familie

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Die Pilgerfamilie zu Hause: Mama Klara Drexler mit ihren Kindern Sebastian (4 Jahre alt), Michael (6), Katharina (9, li.), Franziska (12), Josef (14), Magdalena (15, re.), Veronika (18) und Maria (17) – Papa Thomas fehlt, denn der ist in der Arbeit.

Ist eine Pilgerreise mit Kindern nicht langweilig? Das Bayerische Pilgerbüro veranstaltet jedes Jahr Familienwallfahrten. Wie es dabei zugeht und was die Kinder von so einer Reise zu erzählen haben...

...erfuhr Reiseredakteur Volker Pfau im Gespräch mit der Familie Drexler aus Garching, die schon vier Mal mit Kindern gepilgert ist. Vor dem Start in den Urlaub geht es Klara Drexler vermutlich so wie den meisten, die mit Kindern verreisen: „Der schlimmste Tag ist der vor der Abreise, wenn die Koffer gepackt werden müssen.“

Die Pilgerfamilie zu Hause: Mama Klara Drexler mit ihren Kindern Sebastian (4 Jahre alt), Michael (6), Katharina (9, li.), Franziska (12), Josef (14), Magdalena (15, re.), Veronika (18) und Maria (17) – Papa Thomas fehlt, denn der ist in der Arbeit.

Die Familie aus Garching hat eine stattliche Menge Gepäck zu schleppen: Neben dem der Mutter sind dies noch Koffer und Taschen von Vater Thomas sowie den Kindern Sebastian (4), Michael (6), Katharina (9), Franziska (12), Josef (14), Magdalena (15), Maria (17) und Veronika (18). Mittlerweile hat Familie Drexler natürlich eine gewisse Routine im Kofferpacken, nicht zuletzt, weil die Mutter die Aufgaben geschickt verteilt: „Gepackt wird nach Zimmern, und jeder ist für einen Koffer zuständig.“ Dazu gibt es bei den Drexlers noch einen Regenkoffer, der nur bei schlechtem Wetter geöffnet wird, und die Reiseapotheke, die aber so klein ist, dass sie in der Handtasche Platz findet. Wenn dann das mit dem Gepäck erledigt ist, beginnt für Klara Drexler der Urlaub: „Dann habe ich meine Ruhe, denn das Pilgerbüro sorgt für alles.“

Abwechslung: Magdalena und Sebastian in Klein-Portugal.

Das ist ihr wichtig, denn im Alltag ist sie neben dem Zehn-Personen-Haushalt auch noch in der Familiengärtnerei eingespannt. „Da habe ich keine Zeit, das zu organisieren.“ Das überlässt sie dann lieber dem Veranstalter aus München, der seit etwa 15 Jahren diese speziellen Pilgerfahrten für Familien anbietet. Bereits vier Mal war die Großfamilie so unterwegs, in Lourdes, Rom, Évry/Paris und in Fatima. Nicht zuletzt auch deswegen, weil das Pilgerbüro bei der Preisgestaltung sehr familienfreundlich kalkuliert.

Pilgern gehört für Klara Drexler schon immer zu ihrem Verständnis vom gelebten Glauben. „Ich hatte meine Erstkommunion in Fatima.“ Und dorthin führte auch die erste Pilgerreise der jungen Familie, damals mit dem ersten Kind, der einjährigen Veronika. Und die Mutter, gerade schwanger mit der zweiten Tochter Maria, kämpfte auf den Busfahrten tapfer gegen die ständige Übelkeit.

Bischofs Beistand Am Anfang des Kreuzweges in Fatima stellte Weihbischof Engelbert Siebler Michael (li.) und Sebastian Drexler als Nachwuchs-Ministranten neben sich auf.

Auch wenn die Kinder, die nach und nach die Familie vergrößerten, die Reisen, die Gottesdienstbesuche und Besichtigungen klaglos mitmachten und die Mutter immer wieder zwischendurch Zeit und einen geeigneten Platz für die Versorgung des jeweils jüngsten Babys mit Nahrung respektive der Entsorgung des Verdauten fand, so waren die Drexlers doch froh über das damals neue Angebot des Bayerischen Pilgerbüros: Familienwallfahrten.

Diese werden bei der Gestaltung des Programms neben den üblichen Pilgerstationen inhaltlich und zeitlich stärker an den Bedürfnissen der jüngeren Teilnehmer ausgerichtet. In Lourdes ist dies beispielsweise eine Höhlenführung oder ein Tag zum Baden im Atlantik, in Rom durften sie in die Kuppel des Petersdoms klettern, und das Hotel liegt nicht mitten in der Stadt, sondern außerhalb am Strand.

Auch beim geistlichen Teil der Reisen wird etwas anders geplant: „Die Gottesdienste sind nicht zu lang“, sagt Klara Drexler, oft würden Kinder und Jugendliche auch die Andachten mitgestalten. „Und irgendwann ist der Gottesdienst auch mal aus“, ergänzt Tochter Veronika.

Die 18-Jährige schwärmt vor allem von der Reise nach Paris und Évry, dem Geburtsort des heiligen Korbinian, der Schutzpatron des Erzbistums München und Freising ist. Im Jahr 2009 waren sie in der französischen Hauptstadt, übernachtet haben sie dort in einem Hotel im Disneyland Paris und natürlich der berühmtesten Maus der Welt einen Besuch abgestattet, sie waren auf dem Eiffelturm und im Künstlerviertel Montmartre.

Aber auch die luxuriöse Unterkunft und die üppigen Büffets vergisst Veronika bei der Schilderung der eindrücklichsten Erlebnisse nicht. Wer im Alltag im Haushalt der Großfamilie seinen Beitrag zum Allgemeinwohl leisten muss, schätzt es umso mehr, wenn man am Morgen eine Riesenauswahl an leckeren Speisen fürs Frühstück vorfindet und sich an einen gedeckten Tisch setzen darf.

Das ist auch ein wichtiger Aspekt, der bei der achtfachen Mutter für den Erholungseffekt sorgt. Neben dem organisatorischen Drumherum weiß sie auch ihre Kinder gut versorgt. „Unterwegs ist immer ein Großer für einen Kleinen zuständig, zusätzlich achtet die Gruppe darauf, dass alle da sind.“ Das funktioniert, verloren gegangen sei noch keiner, fügt sie grinsend an. „Je mehr Kinder man hat, desto lockerer wird man.“

Und abends hat das Ehepaar Drexler – wenn es will – auch noch seine Ruhe, denn für die Kinder werden Spieleabende oder gemeinsames Singen angeboten. „Das Programm ist gut gefüllt, den Kindern wird es nicht langweilig“, sagt Klara Drexler. Für einen Spannungsbogen, der sich durch die gesamte Reise zieht, sorgt überdies ein Quiz, an dem alle zehn Familienmitglieder begeistert teilnehmen. Dabei sind unterwegs knifflige Frage zu lösen, am Schluss winken Preise.

Von jeder Reise haben die Drexlers natürlich auch einige Souvenirs mitgebracht. „Geschirr aus Lourdes, Tücher aus Fatima und kleine Gipsfiguren aus Rom“, zählt Veronika auf. Und dann gab es da noch ein ganz besonderes Mitbringsel von der Reise nach Fatima: Sechs Kilogramm Muscheln hatten die Kinder dort am Strand gesammelt, die natürlich alle mit nach Hause mussten. Da hatte Klara Drexler dann wieder das Problem mit dem Kofferpacken. Aber das Pilgerbüro hat auch das gelöst.

DIE REISE-INFOS

VERANSTALTER Das Bayerischer Pilgerbüro wurde 1925 in München gegründet und bietet derzeit im aktuellen Programm neben knapp 1000 Pilgerreisen pro Jahr auch Studien- und Wanderreisen sowie Kreuzfahrten an. Familien-Pilgerreisen werden ein- bis zweimal pro Jahr angeboten.

ANGEBOT Vom 22. bis 26. August 2013 findet die Familien-Pilgerreise nach Lourdes statt, an der auch Großeletern mit Enkeln und Paten mit ihren Patenkindern teilnehmen können. Mit Flug ab/bis München, Übernachtung (im DZ)/Vollpension und Ausflugsprogramm kostet die Reise für Erwachsene 630 Euro, Kinder/Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre zahlen 299 Euro. Info und Buchung beim Bayerischen Pilgerbüro, Tel. 089/545 81 10, im Internet www.pilgerreisen.de.

Das sind Familien-Wallfahrten

Das sind Familien-Wallfahrten

Vor etwa 15 Jahren nahm das Bayerische Pilgerbüro spezielle Familien-Wallfahrten ins Programm, um der Zielgruppe der Familien preislich attraktive Reisen anzubieten. Der Unterschied zu normalen Pilgerfahrten besteht darin, dass beim Programm und bei den Führungen in Bezug auf die Inhalte und bei der zeitlichen Komponente speziell auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen eingegangen wird, es gibt auch Programme, die nur auf den Familienfahrten angeboten werden. Teilnehmen können im Sinne der „Wallfahrt der Generationen“ nicht nur Familien, sondern auch Großeltern mit Enkeln oder Patentante und -onkel mit ihren Patenkindern, nicht jedoch Einzelreisende.

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