Tipps für die Rente

Die richtige Altersversorgung

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Offenbach - Tausche Haus oder Wohnung gegen Rente. Dieses Prinzip steckt hinter einem komplizierten Begriff: Mit einer sogenannten Umkehrhypothek kann ein Rentner ein Problem lösen, das für zahlreiche Singlehaushalte von Senioren oder auch Lebensgemeinschaften steht.

Der Eigentümer beleiht seine Immobilie und erhält dafür einen Kredit von Banken, Versicherungen oder Stiftungen, wie der Bund der Steuerzahler berichtete. Aus dem Wert der Immobilie ergibt sich der Betrag, der je nach Anbieter als Einmalzahlung oder in Raten ausgezahlt wird - als Zusatzrente, heißt es in der Zeitschrift „Der Steuerzahler“.

„Getilgt wird der Kredit mit der Immobilie. Sie dient als Sicherheit. Auch das ist sicher: Sein Wohnrecht auf Lebenszeit ist vertraglich garantiert.“ Manche Rentenzahlungen seien zeitlich begrenzt. Andere Anbieter zahlten die Zusatzrente lebenslang. „In diesem Fall wird der Kredit stets an eine Rentenversicherung gekoppelt.“

Generell gilt: Im Todesfall oder bei Auszug muss der Kredit zurückgezahlt werden. Will der Erbe dies nicht übernehmen, fällt die Immobilie an den Kreditgeber - und der Kredit wird aus dem Veräußerungserlös bedient. Die Vorteile der Umkehrhypothek: Der Besitzer erhält Geld für seine Immobilie. „Der Kredit muss nicht bedient, Auszahlungen müssen nicht versteuert werden. Wer einen solchen Kreditvertrag abschließt, genießt ein Wohnrecht auf Lebenszeit und bleibt in der Regel Eigentümer“, erklärte der Bund der Steuerzahler. Wenn der Hausbesitzer stirbt oder auszieht, wird sein Kreditgeber zum neuen Eigentümer - es sei denn, die Erben wollen die Immobilie behalten und lösen die Umkehrhypothek mit eigenem Geld oder durch einen Kredit ab. Das Finanzierungsmodell garantiert Planungssicherheit.

Das ändert sich zum Jahreswechsel

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Die Nachteile: Es können hohe Zinsen verlangt, ebenfalls hohe Gebühren in Rechnung gestellt werden. „Zudem sichert sich der Kreditgeber gegen das Risiko ab, dass der Besitzer ein höheres Alter erreicht als statistisch ermittelt“, erläuterten die Experten. Je nach Anbieter und Lebensalter des Besitzers könne es als Kredit nur 20 Prozent des Verkehrswertes einer Immobilie geben. Sie kann anderweitig nicht mehr als Sicherheit eingesetzt werden. Wenn die Immobilie an den Kreditgeber fällt, kann sie nicht mehr an Familienmitglieder weitergegeben werden. „Insgesamt ist eine emotionale Belastung möglich“, erklärt der Bund der Steuerzahler.

Die Umkehrhypothek ist nicht für jeden empfehlenswert. „Das Modell eignet sich, wenn zum Beispiel das Rentenalter bald oder bereits erreicht ist und das Portemonnaie aufgefüllt werden soll“, so die Finanzexperten. Wichtig sei, dass die ins Spiel gebrachte Immobilie einen hohen Verkaufswert verspricht. Sie sollte am besten schuldenfrei sein und eine attraktive Lage haben. „Ist das Gegenteil der Fall, ist Vorsicht geboten.“

(ku)

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