Ungebrochenes Interesse an Ausgefallenem

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Der Ostereiermarkt vereinte etwa 60 Kunsthandwerker aus ganz Deutschland und vielen Ländern Europas unter einem Dach.

Seligenstadt ‐ Geritzt, geätzt, mit Stroh- oder Perlenapplikationen versehen, bestickt oder bemalt - es gibt kaum eine Technik, mit der man einem Ei nicht an die Kalkschale gehen kann, um es kunstvoll zu gestalten. Von Oliver Signus

Die Resultate dieser zum Teil hochfiligranen Arbeiten bestaunten am Wochenende etwa 4.000 Menschen im Seligenstädter Landschaftsmuseum. „Hier sind die besten Kunsthandwerker versammelt, die es in Europa gibt“, sagte Edith Herzing. Sie organisiert seit 30 Jahren Ostereiermärkte und war mit der Resonanz hochzufrieden. „Die Zahl der Besucher spricht für sich“, meinte sie. Der Andrang war selbst gestern Nachmittag so groß, dass sich trotz des Sturmes Schlangen vor dem Eingang des Museums bildeten.

Im Innern war von dem Unwetter nichts zu spüren, selbst das Pfeifen des Windes drang nicht durch die Mauern. Die Besucher hatten Gelegenheit, an den rund 60 Tischen neben kunsthandwerklichen Arbeiten auch Deko und andere Zubehör zu kaufen.

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Ostereiermarkt im Landschaftsmuseum

Das Interesse an ausgefallenem Osterschmuck ist laut Edith Herzing ungebrochen. Und für manche Arbeit muss man auch schon mal tiefer in die Tasche greifen. 320 Euro kostet etwa ein von Barbara Kauth besticktes Nandu-Ei, das einen Eisvogel zeigt. 155 Stunden haben Barbara Kauth und ihr Mann Peter, der sämtliche Vorarbeiten leistet, daran gearbeitet. Um die Motive auf den Vogelprodukten zu verewigen, sind Kenntnisse der „hohen Eier-Mathematik“ erforderlich, sagt die aus Eberhardzell (Baden Württemberg) stammende Künstlerin.

So müsse man unter anderem die Krümmung des Eis berücksichtigen, damit das Motiv in den richtigen Dimension erscheint. Erst dann hat ihr Mann 1634 winzige Löcher gebohrt, bevor sie mit 1275 Stichen den Eisvogel fertiggestellt hat, erzählt Barbara Kauth den vielen erstaunten Zuhörern.

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