Steuer und Erbrecht: Das ändert sich 2010

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Auf die Steuerzahler kommen wieder einige Änderungen zu

Berlin - Mit dem Jahreswechsel müssen sich Verbraucher auf zahlreiche Neuerungen einstellen. Steuerzahler und Erblasser profitieren von Erleichterungen, Familien hoffen auf ein höheres Kindergeld.

STEUERN: Im neuen Jahr bleibt ein höherer Betrag vom Einkommen steuerfrei. Der sogenannte Grundfreibetrag soll steigen - 8004 Euro bleiben künftig ohne Staatsabgaben, nach Abzug von Werbungskosten und anderen Aufwendungen. Für Verheiratete fallen erst ab einem zu versteuernden Einkommen von 16 009 Euro Steuern an. Auf den Betrag von 8004 Euro steigt auch der Grenzbetrag für die Einkünfte von Kindern. Sie dürfen also mehr verdienen, ohne dass dadurch zum Beispiel der Kindergeldanspruch verloren geht, erklärt der Bund der Steuerzahler in Berlin. Auch der Freibetrag für abzugsfähige Unterhaltsleistungen steigt auf 8004 Euro.

STEUERKLASSEN: Eheleute können vom neuen Jahr an eine neue Steuerklassenkombination wählen. Bislang nutzen Paare die Aufteilung der Klassen III/V oder IV/IV. Mit dem neuen “Faktorverfahren“ unter Nutzung der Klassen “IV plus Faktor“ erreichen sie, dass bei beiden mindestens die ihm oder ihr zustehenden Steuerentlastungen beim Lohnsteuerabzug - zum Beispiel Grundfreibetrag und Vorsorgepauschale - berücksichtigt werden. So erläutert es der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine. Der Antrag erfolgt formlos gegen Vorlage beider Steuerkarten beim Finanzamt.

ABZUG VON VORSORGEAUFWENDUNGEN: Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sind von 2010 an voll steuerlich absetzbar. Bislang war die Absetzbarkeit für diese “Sonderausgaben“ - so nennt sie das Finanzamt - begrenzt. Allerdings sind damit nur Grundleistungen erfasst, Wahl- und Zusatztarife nicht. Für die gesetzliche Krankenversicherung und Leistungen in diesem Umfang - also auch Ausgaben für Basisleistungen in der privaten Krankenversicherung - sind die Möglichkeiten der Absetzbarkeit also besser: War bislang eine Pauschale von 1500 Euro jährlich absetzbar, gilt für Arbeitnehmer künftig eine Mindestgrenze von 1900 Euro. In Wirklichkeit können sie die Kosten voll abziehen - in der Höhe, in der sie anfallen. Vier Prozent davon werden pauschal für die Lohnfortzahlung abgezogen, erklärt Anita Käding vom Steuerzahlerbund. Denn dieses ist in der Logik des Gesetzgebers keine Vorsorgeaufwendung. Andere Vorsorgeaufwendungen wie Beiträge zu einer Unfall- oder Haftpflichtversicherung oder die zur Arbeitslosenversicherung wurden im Gegenzug aus dem Katalog gestrichen. Sie sind nur noch dann absetzbar, wenn die jährlichen Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung weniger als 1900 Euro betragen - diese Klientel stockt quasi auf. Für Selbstständige sind mindestens 2800 Euro absetzbar.

ABGELTUNGSTEUER: Sie wurde Anfang 2009 eingeführt. In der anstehenden Einkommensteuererklärung, die viele bis Ende Mai 2010 einreichen müssen, müssen sich Steuerzahler also zum ersten Mal mit der Abgabe auseinandersetzen.

KINDERGELD: Eltern sollen vom neuen Jahr an mehr Kindergeld erhalten, so lautet der Plan der Bundesregierung. Der monatliche Betrag steigt demnach um jeweils 20 Euro auf je 184 Euro für das erste und zweite Kind und auf je 190 Euro für das dritte Kind. Für das vierte und weitere Kinder soll es jeden Monat je 215 Euro geben. Der Kinderfreibetrag, der statt des Kindergelds genutzt werden kann, soll auf 7008 Euro angehoben werden - bislang beläuft er sich auf 6024 Euro. Noch gibt es aber Streit um die Planungen mit den Bundesländern - definitiv sind die neuen Werte also noch nicht.

ERBSCHAFTEN: Für Erbfälle vom 1. Januar an gilt ein neues Recht. Der größte Vorteil ist, dass Erblasser bei Schenkungen flexibler werden. Die sogenannte Anrechnung auf das Pflichtteil in den zehn Jahren vor dem Erbfall wird künftig in einer Quote geregelt. Je länger eine Schenkung zurückliegt, desto weniger wird sie bei der Erbschaft angerechnet. Außerdem sollen die Freigrenzen für Geschwister und deren Kinder - Nichten und Neffen - verbessert werden, so der Plan der Bundesregierung. Ein neuer Stufentarif für ihre Steuersätze soll die Abgabenlast mindern. Auch hier steht die Zustimmung des Bundesrats am 18. Dezember noch aus. Das Deutsche Forum für Erbrecht rät, mit Schenkungen unter Umständen bis ins neue Jahr zu warten. Der Eingangssteuersatz für die Personengruppe in der Erbschaftsteuerklasse II - Geschwister, Neffen, Nichten - betrage derzeit 30 Prozent. Den derzeitigen Planungen gemäß soll er auf 15 Prozent sinken. Gelten würde das neue Recht für alle Schenkungen, die vom 1. Januar, 0.00 Uhr, an vorgenommen werden.

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