Endlich viel Platz für kleine Tiere

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Schlüsselübergabe mit Hoppelhäschen: Über das neue Kleintierhaus freuen sich (von links) Tierschutzvereinsvorsitzender Andreas Franke, Wolfgang Reble von der Firma SRN Haus- und Industriebau und Tierheimleiterin Gudrun Lincke.

Offenbach - Wer glückliche Kaninchen hoppeln und Meerschweinchen flitzen sehen möchte, sollte ins neue Kleintierhaus im Tierheim an der Rheinstraße hereinschauen. Das 173 500 Euro teure und rund 60 Quadratmeter große Gebäude ist nahezu fertiggestellt, jetzt war die Schlüsselübergabe. Von Thomas Meier

Diplom-Ingenieur Wolfgang Reble von der Firma SRN Haus- und Industriebau (sie erstellte den Rohbau) übergab dem Vorsitzenden des Tierschutzvereins, Andreas Franke, und Tierheimleiterin Gudrun Lincke symbolisch das Haus.

Nötig wurde diese Neuerung, weil in Spitzenzeiten bis zu 200 Kleintiere im Heim auf engstem Raum Asyl finden mussten. Als beispielsweise im vergangenen Jahr auf einen Schlag 160 Rennmäuse abgegeben wurden, platzte das Nager-Quartier aus allen Nähten. Auch mehrere Ratten, die trächtig ins Heim gelangten, sorgten schnell für sehr beengte Verhältnisse.

Im Haupthaus war den Kleintieren ein acht Quadratmeter kleiner Raum zugedacht.. Weil er schon lange nicht mehr ausreichte, standen Käfige und Volieren in Gängen und Winkeln, unzumutbar für Tiere und das Pflegepersonal.

Die Planung zum Neubau oblag der Offenbacher Entwicklungs- und Erschließungsgesellschaft (EEG), und Andreas Franke ist voll des Lobes über Projektleiter und Architekt Werner Bühlen. Er schuf auf 60 Quadratmetern einen zweckoptimierten Raum für die Kleintiere. 32 bevölkern ihn bereits, darunter neben Hasen und Meerschweinchen auch Chinchillas, Rennmäuse und drei Nymphensittiche. „Derzeit ist es noch richtig leer. Aber bald sind Ferien, da wird das Haus schnell voll“, ist sich Gudrun Lincke sicher.

Zwei Innen- und eine Außenvoliere stehen für Vögel im Neubau zur Verfügung. Hasen und Nagern wurden drei Gemeinschaftsausläufe gegönnt, die je sechs Quadratmeter groß sind, aber durch Schieber auch miteinander verbunden werden können (so sich die Kleintiere untereinander gewogen sind). 18 geräumige Boxen stehen zudem für Kleintiere parat. Die Mitte des Neubaus dominiert ein großer steinerner Arbeitsblock mit Wasserbecken. Unter der Arbeitsplatte sind Futter und Reinigungsmittel gelagert. Alles ist gefliest und kann problemlos sauber gehalten werden.

Von den Gesamtkosten über 173 500 Euro kamen bislang rund 30 000 Euro über die initiierte Bausteine-Aktion des Tierschutzvereins zusammen. Allein Stefan Grüttner ließ hierfür 5000 Euro aus seinem Säckel als Staatsminister fließen. 10 000 Euro Unterstützung sagte die Stadt Offenbach zu, doch ist das Geld noch nicht überwiesen worden. „133 500 Euro zahlt der Tierschutzverein aus seinen Rücklagen“, sagt Franke. Am Sonntag, 30. August, wird zum großen Tierheim-Fest auch die Einweihung des Neubaus gefeiert.

Hoffentlich ist er nicht zu gut gelungen. Eine Frau, die sich für einen Nymphensittich interessiert hatte, nahm dem Heim keinen ab: „So viel Platz haben die hier, den könnte ich bei mir zu Hause nicht bieten.“

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