Das glückliche Ende einer Flucht

Hollywoodreif: Kater Dias findet Familie wieder

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Offenbach - Es klingt wie Hollywood aber manchmal schreibt das Leben selbst die schönsten Geschichten. Kater Dias geht auf der Flucht aus dem Irak nach Norwegen verloren. Auf der griechischen Insel Lesbos verlieren sich Mensch und Tier. Doch Dias fand Helfer und die fanden schließlich auch seine Familie. Von Rebecca Röhrich 

Ein Schlauboot brachte Anfang November 2015 eine Familie aus dem irakischen Mosul über das Mittelmeer auf die Insel Lesbos. Mit dabei: Ihre kleine, schneeweiße Katze. Strömung und Seegang machten das Anlanden auf der griechischen Insel turbulent und gefährlich. Die Katze floh, sobald das Ufer erreicht war von dem unliebsamen Gefährt und verschwand. Die Familie Al Alaf suchte gemeinsam mit Helfern stundenlang nach ihrem Tier - vergebens. Damals war nicht klar, ob die Balkanroute in Richtung Westen noch lange bestehen bleibt und so machte sich die Familie schweren Herzens ohne ihren vierbeinigen Gefährten auf den Weg. Der kleine Kater tauchte einige Tage später in einem Café auf Lesbos auf. Flüchtlingshelfer nahmen sich seiner an. Sie taufte den Kater Dias, in Anlehnung an den griechischen Gott Zeus.  

Es begann eine beispiellose Suche nach seiner Familie. Auf Facebook gründeten die Flüchtlingshelfer die Seite Reunite Dias, die innerhalb kürzester Zeit über 4000 Mitglieder hatte. Der us-amerikanische Fernsehsender ABC News berichtete über das Schicksal des dreijährigen Katers. Über die Crowd-Funding-Seite gofundmewurden Bilder von Dias veröffentlicht und knapp tausend Dollar gesammelt, die die Kosten für Futter und Tierarzt für Dias decken sollen.

Da die Helfer auf Lesbos nicht wussten, wo es die Besitzer des Katers hin verschlagen hat, und Berlin ein beliebtes Ziel der Flüchtlinge ist, brachten sie Dias zunächst in die bundesdeutsche Hauptstadt, wo er zu einer Pflegefamilie kam.

Und gestern, pünktlich zum Valentinstag, dann die ersehnte Nachricht: Die Al Alafs wurden in Norwegen ausfindig gemacht, meldet die Betreiber der Facebookseite Reunite Dias. Fotos und die Geschichte würden dies bestätigen, heißt es dort. Und es stellt sich heraus: Der hübsche Kater heißt eigentlich Kunkush und wird vor allem von den fünf Kindern sehnlichst vermisst. Tatsächlich waren die Iraker mittlerweile in Norwegen angekommen und hatten - dem Internet sei Dank - von der Suchaktion erfahren. Auch die norwegische Presse berichtet über das Schicksal des weißen Katers, veröffentlicht Bilder aus glücklicheren Zeiten.Jetzt ist er auf den Weg zu ihnen. So findet zumindest diese Flüchtlingsgeschichte ein glückliches Ende.

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