Platz für geschundene Tiere

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Maritta Kirschhäuser kümmert sich mit ihrem Mann Thomas liebevoll um vernachlässigte Tiere. Rund 110 Zwei- und Vierbeiner, darunter vier Schweine, werden in ihrem „Gnadengarten“ betreut.

Kesselstadt - Etwas versteckt liegt er da. Inmitten von Grün am Köppelweg, unweit der Kaiserteiche. Dort erwartet den Besucher ein kleines Idyll: Der „Gnadengarten Hoppels und Wuzze“. Seit mehr als vier Jahren kümmern sich hier zwei große Tierfreunde, Thomas und Maritta Kirschhäuser, um Kaninchen, Meerschweinchen, Enten, vier Minischweine und sogar einen Papagei. Von Edgar Wiedenmann

Insgesamt sind es rund 110 Tiere, die im Gnadengarten ihren Lebensabend verbingen, alles finanziert aus privaten Spenden.

Anders als in Tierheimen, die in Not geratene Tiere aufnehmen und versuchen, diese in neue, liebevolle Obhut zu geben, bleiben die tierischen Gäste im Gnadengarten bis an ihr Lebensende.

Sie erhalten dort artgerechte Haltung, Fütterung und vor allem viel Zuneigung. Rund um die Uhr sind die Familie und ihre seit zwei Jahren engagierte, ehrenamtliche Pflegerin Svenja Hartung für die Tiere da. Selbstverständlich auch am Wochenende.

Der „Gnadengarten Hoppels und Wuzze“ hat mittwochs von 15 bis 18 Uhr sowie sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet, sowie nach telefonischer Vereinbarung für größere Gruppe (Schulklassen, Kindergärten) unter 0177/6139300

Ihre Schützlinge eint fast alle das gleiche traurige Schicksal: Gedankenlos angeschafft und dann als lästig und zeitaufwendig empfunden, auf der Straße ausgesetzt oder gar grausam gequält und verstümmelt kamen die Tiere in den „Gnadengarten“.

Das Projekt erfordert großes Engagement, und ohne private Spender ginge gar nichts. Das Frischfutter für die Tiere bekommen die Kirschhäusers inzwischen von der „Hanauer Tafel“, die mit Supermärkten in der Region kooperiert. Doch darüber hinaus entstehen jährlich auch immense Kosten für Tierarztbesuche und Impfungen. Deshalb werden regelmäßig auch Feste organisiert, deren Erlös in den „Gnadengarten“ fließt.

Für das Projekt wurde ein Spendenkonto eingerichtet. Das Geld wird ausschließlich für Tierarzt- und Impfkosten verwendet (Kto 0394222849 bei der 1822-direkt; BLZ 50050222; M. Hirschhäuser, Kennwort „Gnadengarten“).

Mittlerweile ist die kleine Idylle am Köppelweg auch zu einem beliebten Treff für junge und alte Tierfreunde geworden. Schuklassen besuchen den „Gnadengarten“ ebenso wie ältere und kranke Menschen aus Altenheimen. Für sie hat der direkte Kontakt mit den Tieren ebenso therapeutische Wirkung wie für behinderte Besucher, die ebenfalls regelmäig zu den Gästen zählen.

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