Neues Heim für Diego

Offenbach - Unsere Serie „Ich bin ein Tier und will zu Dir!“ geht in die Winterpause - da ist es an der Zeit, ein bisschen Bilanz zu ziehen. Von Kathrin Rosendorff

In den ersten Tagen weigert sich Bogey, ein Halsband zu tragen. Vehement. Bogey ist eine Hundedame, die weiß, was sie will. „Wir hatten erst überlegt, sie Greta zu nennen, aber sie ist definitiv mehr ein Humphrey Bogart“, sagt ihre neue Besitzerin und Casablanca-Fan Brigitte Stieneker und streichelt verliebt das Fell ihrer Australien-Shepherd-Hündin. Mittlerweile trägt die gerne Halsband. Sie vertraut ihrem neuen Herrchen.

In unserer Zeitung hat die Offenbacherin das Foto von ihr und den anderen beiden Hunden gesehen, die einfach an der Fasanerie in Hanau festgebunden und zurückgelassen wurden und dann im Tierheim Hanau gelandet sind. Unsere Serie „Ich bin ein Tier und will zu Dir“ war auch dieses Jahr erfolgreich: Viele Heimtiere haben ein neues schönes Zuhause gefunden. „Bogey ist unser Sechser im Lotto“, sagt Brigitte Stieneker. Sie wusste gleich: „Das ist sie.“ Und sie schüttelt den Kopf darüber, dass die Vorbesitzer so eine süße Hündin erst geschlagen und dann ausgesetzt haben.

„Wir sind so froh, ein Hunde-Mädchen zu haben, die sind einfach treuer als die Jungs“, sagt Brigitte Stieneker. In den ersten Tagen war Bogey noch total verängstigt, hat nicht gefressen, jetzt aber ist sie glücklich im neuen Heim mit einem schönen Plätzchen draußen im Garten. Und sie hat drei Kilo zugenommen. Jeden Morgen wird sie gebürstet. Bogey bellt. „Zum ersten Mal“, freut sich Brigitte Stieneker.

Eine Figur wie Diego Maradonna

Auch Diego ist ein glücklicher Hund. Dabei sah sein Schicksal ziemlich düster aus: Schon 14 Jahre alt, an Epilepsie leidend, seine Vorbesitzerin bekam Demenz und er landete im Tierheim Fechenheim. „Eigentlich wollte ich mir Diego nur anschauen“, erzählt seine neue Besitzerin, die Frankfurterin Anna Gentz. „Aber ich konnte es nicht ertragen mir vorzustellen, dass er seine letzten Tagen krank im Tierheim bleiben muss.“

Der kleine blonde Corgy-Mischling ist putzig, hat aber ein großes Ego, sagt Gentz und lächelt. Am Anfang hatte Diego drei Kilo Übergewicht. So ein bisschen die kleine Kompakt-Figur von Fußball-Legende Diego Maradonna. Mit dem teilt er sich auch die Liebe zum Ball. Seiner ist aus Stoff und den kickt er mit Begeisterung mit seinen Pfoten. „Wir nennen ihn den Hund Gottes“, sagt Gentz und lacht.

Das sei auch der Grund, warum sie ihn zu „Diego“ umbenannt hätten. In den fünf Monaten im neuen Heim hatte er nicht einen Epilepsie-Anfall. Und er ist auch ziemlich fit im Gassi-Gehen – sogar in den Alpen ist der Hund schon spaziert. Nur etwas tollpatschig ist Diego. „Er fällt plötzlich vom Bordstein runter“, erzählt Anna Gentz. „Es vergeht kein Tag, an dem wir nicht herzhaft über ihn lachen können.“

Fast alle Katzen vermittelt

Bewegung scheut der rothaarige Gismo total. Er ist gleich nach dem Aufruf in unserer Zeitung von der Tier- und Katzeninitiative Mühlheim an ein Ehepaar aus Bieber vermittelt worden. Sein Glück war, dass er genauso aussah wie der gerade verstorbene Kater der Neu-Besitzer.

Er sollte Katzen-Schwester Mary Gesellschaft leisten. Doch die hat es dem gemütlichen Garfield-Kater schwer gemacht. „Am Anfang hat sie ihm verboten, ins Schlafzimmer zu kommen“, erzählt Petra Georg-Dammer. Ihr Mann Rudolf Georg sagt: „Er ist ein echt feiner Kerl.“ Spielen ist nicht so sein Ding, am liebsten kuschelt er. Schon beim Frühstück platziert er sich auf den Schoß von Petra Georg-Dammer und lässt sich mit Speck füttern. „Leider ist er um die Hüfte etwas breiter geworden und muss jetzt abspecken“, sagt Rudolf Georg.

„Fast alle Katzen, die wir bei ‚Ich bin ein Tier und will zu Dir‘ präsentiert haben, konnten wir vermitteln“, sagt Maria Schemmel-Strauch von der Mühlheimer Initiative. „Allein hätte ich das nicht geschafft“, sagt sie. „Und das Schöne ist, dass es vielen der Tiere jetzt viel besser geht als bei den alten Besitzern.“

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