Tierexperten berieten OP-Leser

Was tun, wenn Waldis Flöhe nicht weichen?

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Dr. Melanie Mohr von der Tierärztlichen Klinik für Kleintiere Dr. Linneweber in Obertshausen, Andreas Franke, Vorsitzender des Offenbacher Tierschutzvereins, Jürgen Eichenauer vom Tierschutzvereins und Gudrun Lincke, Leiterin des Tierheims, stellen sich den Fragen unserer Leser.

Offenbach - Es ging um scheinschwangere Hündinnen, Krallen von Meerschweinchen, steckengebliebene Rehe, Vermittlungspraktiken und um Flöhe Von Thomas Meier

Zur Telefonaktion mit unseren Tierexperten war am Dienstagnachmittag vor allem die Veterinärmedizinerin Dr. Melanie Mohr von der Tierärztlichen Klinik für Kleintiere Dr. Linneweber in Obertshausen gefragt, doch auch Gudrun Lincke, Leiterin des Offenbacher Tierheims, Andreas Franke, Vorsitzender des Offenbacher Tierschutzvereins, und Jürgen Eichenauer vom Vorstand des Tierschutzvereins sollten Rede und Antwort stehen.

Eine Hundebesitzerin fragte nach Vor- und Nachteilen bei einer Kastration, ihre Colliehündin leide unter ihren Zyklen. Ich riet ihr, das beim Tierarzt abklären zu lassen“, berichtete Dr. Mohr. Auch im Falle von Scheinschwangerschaften bei Hündinnen sei es ratsam, den Tierarzt zu konsultieren.

Einer anderen Hundehalterin mit einem ganz speziellen Problem riet sie allerdings dringend, einen Kammerjäger hinzuzuziehen. Das Problem: Der Rauhaardackel fing sich wohl in freier Natur Flöhe ein und brachte die lästigen Untermieter mit in die Altbauwohnung.

Und die Blut saugenden Parasiten piesackten nicht nur Waldi. Alles habe sie schon versucht, berichtete die Hundehalterin, den Teckel mit speziellen Lösungen geschrubbt und mit einem Halsband gegen Flohbefall bestückt - allein, die Flöhe sind noch immer in der Wohnung. „Wahrscheinlich haben sie sich schon in Parkettritzen oder in Sofas festgesetzt“, mutmaßen die Experten. Da Flöhe auch Krankheiten übertragen können, solle ein Kammerjäger nach dem Rechten schauen. Auch der Einwand, wenn ein solcher vor dem Haus vorfahre, schauten doch die Nachbarn, konnte den Ratschlag nicht entkräften.

Von der Chefin des Tierheimes wollte eine Katzenhalterin wissen, ob sie, wenn sie bald in Urlaub fliegt, ihren Freigänger von der Nachbarin versorgen lassen oder ihn doch lieber in der Wohnung einer Freundin unterbringen solle. Freilaufende Katzen, so Lincke, litten unterm plötzlichen Eingesperrtsein mehr als unter der Abwesenheit von Herrchen oder Frauchen. Die Nachbarschaftslösung sei die richtige.

Einige Anrufer erkundigten sich nach Pensionsplätzen im Tierheim. Hunde gehen derzeit eigentlich gar nicht, berichteten die Tierschutzverein-Experten, Katzen könne man noch zehn bis zwölf aufnehmen. „Doch je mehr es auf die Ferien zugeht, desto enger wird es bei uns“, sagt Eichenauer. Mit dem neuen Kleintierhaus sei man allerdings bei Kaninchen, Meerschweinchen und Co. jetzt besser aufgestellt.

Wer sich für diese Aktion interessiert, bekommt im Tierheim unter 069 858179 Auskunft.

Hier wurden Fragesteller auch auf die Urlaubsaktion des Tierschutzbundes hingewiesen: Nimmst Du mein Tier - nehme ich Dein Tier. Tierheime müssen ihre Kapazitäten für Notfälle und Fundtiere freihalten, sie können daher nur wenig Pensionstiere aufnehmen, helfen aber durch die Aktion Tierhaltern, untereinander Kontakt aufzunehmen.

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