Weltkatzentag

Süße Katzenbilder: Jedes Schicksal bewegt

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Hanau/Offenbach - Sie erobern sich ihren Platz im Bett, okkupieren früher oder später sogar das Kopfkissen, obwohl für den Katzenbesitzer von vornherein klar war: Ins Bett darf die Katze nicht. Von unseren Redaktionen

Der Stubentiger wetzt seine Krallen am Teppichboden, am Sofa und an Sesseln, der Kratzbaum wird mit Verachtung gestraft, der Katzenbesitzer selbst schweigt dazu mit süß-saurem Gesichtsausdruck. Alle Sünden der kleinen Mitbewohner sind ohnehin vergessen und vergeben, wenn sie sich vertrauensvoll ans Bein schmiegen oder mit den Nasen an die Hand stupsen und unmissverständlich anzeigen, dass es Zeit für die täglichen Streicheleinheiten ist. Das Gefühl einer zufrieden auf dem Schoß schnurrenden Katze, das entschädigt sogar für die angekauten Zimmerpflanzen.

Doch nicht allen Katzen ist ein solches Schicksal bestimmt. Isabell Althoff, Leiterin des Tierheims in Hanau, kennt aus ihrer Erfahrung ganz andere Lebensläufe. Wie den des schwarzen Katers Alessandro. Das Tier ist kastriert, die Besitzer haben sich also wohl um ihn gekümmert. Bis möglicherweise zum Umzug. Da blieb Alessandro zurück. Und zwar für längere Zeit. „Der war sich selbst überlassen, das hat man deutlich gemerkt,“ sagt Isabell Althoff. Doch Alessandro wurde wieder aufgepäppelt. Geimpft und entwurmt wartet er jetzt auf ein neues Zuhause. Genau wie Katze Lisa, die in einer Transportbox vor dem Hanauer Tierheim abgestellt worden war. Dort herrscht zur Zeit absoluter Aufnahmestopp, sagt Isabell Althoff. Katzenzimmer, Quarantänestation und Käfige sind voll. Eigentlich wie in jedem Jahr um die Urlaubszeit, in der vermehrt Katzen ausgesetzt werden und die Zahl der Vermittlungen zurückgeht. Fast jeden Tag seien in den vergangenen Wochen „Fundkatzen“ ins Tierheim gekommen. Ob es sich dabei wirklich immer um Fundkatzen handelt, bezweifelt die Tierheimleiterin.

Kletterer retten Katze

Zuweilen scheint es auch ein Vorwand zu sein, um sich des Mitbewohners zu entledigen. Und wenn sich Katzenbesitzer von ihrem Vierbeiner trennen, weil sie plötzlich unter einer Katzenallergie leiden, muss das auch nicht unbedingt stimmen. Immerhin finden die Leute noch den Weg ins Tierheim und überlassen die Katzen nicht ihrem Schicksal. Rettung in höchster Not war im April für sechs Katzen angesagt. Deren Besitzer lag mehrere Wochen lang unentdeckt tot in seiner Wohnung. Die Katzen total dehydriert, fast verhungert. Für zwei von ihnen ist das Leben mittlerweile wieder in geraden Bahnen. Sie wurden vermittelt. Das wird schwer für Aladin und Alwa, zwei Geschwisterkatzen, die zusammen mit weiteren drei Geschwistern in einer Transportbox aufgefunden worden sind – einfach an einem Container beim Tierheim abgestellt. Bei Bluttests hat es sich ergeben, dass einige Katzen im Wurf Leukose-Positiv waren. Eine Art Immunschwäche, die zwar die Anfälligkeit der betroffenen Katzen erhöht und die von Leukose-Negativen Artgenossen isoliert gehalten werden müssen, aber nicht zwangsläufig eine extrem kürzere Lebensdauer bedeutet.

Ein Geschwisterchen ist in Baden-Württemberg untergekommen, ein Teil des Wurfes ist in Pflegestellen. Aladin und Alwa warten im Tierheim auf ein neues Heim. „Das wird schwierig,“ meint Isabell Althoff. Auch weil die beiden zusammen abgegeben werden sollen. Immerhin scheint der Leidensweg von Kater Snoopy durchschritten. Der Kater war aus dem dritten Stock vom Balkon gefallen. Dass Katzen immer auf die Füße fallen, das gilt laut Isabell Althoff nur bis zu einer bestimmten Höhe. Deshalb wird auch zur Verdrahtung der Balkongitter geraten, wenn Katzen in der Wohnung sind. Snoopy jedenfalls zog sich neben Prellungen einen hochkomplizierten Kieferbruch zu und erlitt einen Lungenriss.

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Weltkatzentag: Die süßesten Bilder unserer Leser (Teil 1)

Soforthilfe scheiterte daran, dass die Besitzerin nicht in der Lage war, die für die Operation im Voraus geforderte Rate von 500 Euro zu zahlen. Nicht richtig bei einem Notfall, meint Tierheimleiterin Althoff. Doch das Tierheim hat vorfinanziert, Snoopy konnte operiert werden. Ende des Jahres steht eine weitere OP an. Ein Spendenaufruf hatte Erfolg – die Finanzierung der im Endeffekt wohl mehr als 1500 Euro scheint gesichert. Bislang sieht es so aus, als ob Snoopy auch danach in guten Händen bei seiner derzeitigen Pflegestelle bleibt. „Wir haben Katzen jeden Alters abzugeben,“ sagt die Tierheimleiterin. Schließlich kamen in den letzten Wochen auch hochschwangere Tiere dort an. Auch wer in Bezug auf einen vierbeinigen Pflegling eine Herausforderung sucht, wird im Tierheim des Tierschutzvereins Hanau den passenden Partner finden. Unter den Bewohnern finden sich auch Charaktere, die einem „Katzenflüsterer“ sehr entgegenkommen.

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Auf Tuchfühlung mit den Tieren können Interessierte mittwochs zwischen 15.30 und 17.30 Uhr, und samstags zwischen 13 Uhr und 16 Uhr gehen. Telefonisch ist das Tierheim an der Landstraße zwischen Kesselstadt und Dörnigheim unter der Nummer 06181/45116 zu erreichen, auf seiner Homepage stellt das Tierheim auch einen Teil der zu vermittelnden Bewohner vor. Doch auch in den umliegenden Heimen warten Stubentiger auf neue Besitzer. Der Tierschutzverein in Offenbach hat derzeit 35 Tiere zu vermitteln, davon 12 Jungtiere und drei verwilderte Hauskatzen. Im Tierheim Dreieich leben ebenfalls rund 35 Katzen, die aus dem gesamten Landkreis Offenbach kommen.

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