Tipps von Experten

Ehe zur Altersvorsorge ungeeignet

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Offenbach - Wie Frauen im Alter finanziell eigenständig bleiben und ihre Rente sinnvoll aufstocken können, darüber informierten Experten am Lesertelefon.

Bei ihrer Altersvorsorge vertrauen Frauen häufig auf die gesetzliche Rente und die finanzielle Absicherung durch ihren Mann oder Lebenspartner. Doch die staatliche Rente fällt bei Frauen im Durchschnitt ein Drittel niedriger aus als bei Männern. Und wer sich auf die Versorgung durch den Partner verlässt, kann durch eine Trennung oder den Tod des Partners in finanzielle Bedrängnis geraten. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu unserer Leser-Aktion am Donnerstag:

Warum sollen Frauen privat mehr für die Rente vorsorgen?

Weil sie im Durchschnitt weniger verdienen, häufiger in Teilzeit arbeiten und zum Beispiel wegen der Kindererziehung aus dem Job aussteigen. All dies führt dazu, dass Frauen weniger gesetzliche Rentenansprüche erwerben als Männer. Als Ausgleich müssen sie folglich mehr private Vorsorge betreiben. Sich allein auf die Versorgung durch den Ehepartner zu verlassen, ist ein Risikofaktor für Altersarmut.

Aber von meinem Nebenjob-Gehalt kann ich nichts zurücklegen…

Ein weit verbreitetes Argument, aber sie sollten die gesamte Einkommenssituation der Familie betrachten. Schließlich leisten Frauen durch die Erziehung der Kinder, Hausarbeit oder die Pflege von Angehörigen einen enormen – wenn auch nicht finanziell entlohnten – Beitrag. Das sollte sich auch entsprechend in der privaten Vorsorge niederschlagen. Hier kann eine Art „Familienrat“ entscheiden, dass und wieviel Gelder dafür da sind.

Wie sicher ist die private Altersvorsorge?

Heutzutage werden fast ausschließlich private Rentenversicherungen verkauft, die attraktive und verlässliche Vorsorgeprodukte sind – und es auch bleiben. Denn nur Lebens- oder Rentenversicherungen können Ihnen heute schon zusagen, dass diese Rente bis zu Ihrem Lebensende ausgezahlt wird. Dies kann kein anderes Vorsorgeprodukt leisten. Mit anderen Produkten kann es passieren, dass das Geld irgendwann aufgezehrt sein wird. Richtig ist, dass Kunden sich wegen der Lage an den Kapitalmärkten auf sinkende Renditen einstellen müssen, aber davon sind alle Altersvorsorgeangebote betroffen.

Wann soll ich mit einer „frauenspezifischen“ Altersvorsorge beginnen?

Viele Frauen arbeiten nach Ihrer Ausbildung zuerst einmal in ihrem Beruf, legen später wegen Familie eine Karrierepause ein und gehen dann wieder in den Beruf zurück. Für die private Altersvorsorge ist aber ein langes, kontinuierliches Engagement wichtig. Also: So früh wie möglich einsteigen.

Mein Mann und ich werden uns trennen. Wie wirkt sich das auf meine spätere Rente aus?

Bei einer Scheidung findet grundsätzlich ein so genannter Versorgungsausgleich statt. Dabei werden die gesetzlichen und privaten Rentenanrechte aus den gemeinsamen Ehejahren gleichmäßig zwischen Ihnen und Ihrem Ehemann aufgeteilt, so dass Sie beide gleich hohe Versorgungsansprüche aus der Ehezeit haben. 

(al)

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