Einfach im Bett bleiben

Ist ja nicht so, dass man nicht schon im so genannten „normalen Leben“ reichlich mit Kaufrausch, weiblicher Blumen-Sehnsucht und pärchenbesetzten Parkbänken überflutet würde. Von Alexander Klug

Nein - es musste unbedingt ein eigener und neuer Tag zu Ehren steigender Umsätze von Floristen, Süßigkeiten- und Parfumverkäufern her. Notdürftig verkleidet als Tag der Zweisamen und Verliebten.

Wahrscheinlich ist es genau diese „Verkleidung“, die nervt: Denn ich habe ja nichts generell gegen Feste. Auch nichts dagegen, seinem Partner oder Partnerin etwas zu schenken - vielleicht sogar eine Rose. Aber glaubt denn wirklich irgendjemand, dass die Einführung eines solchen Zwangstages mehr Menschen verliebt sein lässt? Oder länger? Oder intensiver? Oder emotionaler? Oder ehrlicher? Nicht unwahrscheinlich, dass viele Blumensträuße eher Ausdruck von schlechtem Gewissen sind (es war ja gerade erst Fastnacht), denn von überschäumender Zuneigung.

Mal ehrlich, Jungs: Wer schon nur mit Mühe an den Hochzeitstag (oder ähnliches) samt floristischer oder sonstiger Geschenkidee denkt, für den bedeutet der V.tag nichts anderes als einen weiteren Stressfaktor. Noch schnell dies, noch schnell das - der Beziehung etwas Gutes zu tun, sieht anders aus. Und wer sich erdreistet, überhaupt keine reguläre Beziehung sein Eigen zu nennen, den nervt das hektische Blümchen-Gekaufe und Mediengerummel ohnehin. Deswegen: Wer Tag für Tag Interesse an seiner Beziehung hat und sie/ihn das wissen lässt, kann genau das getrost tun: Den Tag vergessen. Und einfach länger im Bett bleiben.

Rubriklistenbild: © op-online

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare