Pasta wie vom Profi

Typische Fehler beim Nudelkochen - So werden die Pasta al dente

Das einfachste Gericht der Welt? Beim Kochen von Nudeln machen wir alle mehr Fehler als man glaubt. Diese 7 Pasta-Fauxpas sollten vermieden werden.

Offenbach - Vermutlich war Ihr erster Gedanke zu dieser Überschrift: Was soll man beim Nudeln-Kochen schon falsch machen? Schließlich scheinen Nudeln mit Soße das leichteste Gericht der Welt zu sein. Tatsächlich kann dabei aber einiges schieflaufen.

In Sachen Kochzeit, Salz und Wasser gibt es einiges zu beachten, wenn man tatsächlich perfekte Pasta kochen möchte. Diese 7 Fehler sollten beim Kochen von Nudeln vermieden werden:

1. Fehler beim Kochen von Pasta: Die falsche Menge Nudeln

Das kennt wohl jeder: Kann man nur einmal genau so viele Nudeln kochen, wie man letztendlich auch essen möchte? Scheinbar nicht. Dabei gilt es, eine ganz einfache Faustregel zu beachten: 125 Gramm ungekochte Nudeln als Hauptspeise (also bei Pasta-Gerichten), 60 Gramm als Beilage.

Leider ist Abwiegen gerade bei Spaghetti nicht so einfach möglich. Doch da hat sich jemand schon etwas Besonderes einfallen lassen: Benutzen Sie ein Spaghetti-Maß. Das ist ein kleiner Küchenhelfer, mit dem man die richtige Spaghetti-Menge nach Portionen bzw. Personen ermitteln kann.

2. Fehler beim Nudeln-Kochen: Zu wenig Wasser, zu kleiner Topf

Ein weiteres gängiges Problem beim Nudeln-Kochen ist, den richtigen Topf zu wählen und die Nudeln in ausreichend Wasser zu kochen. Die Folge von zu wenig Wasser in einem zu kleinen Topf: Die Nudeln kleben zusammen oder werden matschig, weil sich zu viel Stärke im Wasser befindet.

Pasta-Profis empfehlen 100 Gramm Nudeln in einem Liter Wasser zu kochen. Rechnet man die Faustregel des ersten Nudel-Fehlers hoch, heißt das bei Nudeln für vier Personen (bei 125 g pro Person): ganze 5 Liter Wasser! Der Topf muss also groß genug sein. Besonders, weil das Wasser beim Kochen ordentlich nach oben blubbert. Füllt man den Topf zu voll, kocht es schnell über.

Einer der gängigsten Fehler beim Nudeln-Kochen ist außerdem das Salzwasser. Wie viel Salz kommt ins Wasser? Eine Prise, ein Teelöffel? Die meisten werden es frei nach Schnauze machen. Tatsächlich gehört für den richtigen Geschmack deutlich mehr Salz ins Nudelwasser, als Sie erwarten würden.

Köche empfehlen pro 100 Gramm Nudeln 10 Gramm Salz ins Wasser zu geben. Das ist ein gehäufter Teelöffel. Zurück zu unserem Beispiel eines Pasta-Gerichts für vier Personen: In den großen Topf mit 5 Liter Wasser für 500 Gramm Nudeln gehören 50 Gramm Salz. Das klingt erst einmal nach einer ganzen Menge, ist aber richtig so. Denn schmeckt das Kochwasser nach Meer, sorgt das dafür, dass die Nudeln nach dem Kochen mehr Geschmack haben.

4. Fehler beim Kochen von Nudeln: Bloß kein Öl ins Nudelwasser

Zu wenig Salz, dafür aber ein guter Schuss Öl, so kochen viele ihre Nudeln. Doch, wie Sie sich nun schon denken können, ist auch das ein Fehler. Das Öl soll verhindern, dass die Nudeln beim Kochen zusammenkleben. Leider funktioniert das nur mäßig. Besser helfen dagegen (siehe Fehler 2!) ein größerer Topf und ausreichend Wasser!

Doch Öl hat noch eine weitere negative Eigenschaft bei Pasta-Gerichten: Es sorgt dafür, dass die Soße nicht mehr an den Nudeln haftet. Dadurch schmeckt das Essen fader und am Ende hat man das Problem: Die Nudeln sind leer und der Teller noch voller Soße.

5. Fehler beim Kochen von Nudeln: Die Pasta bloß nicht abschrecken

Noch ein Grund, warum die Soße nicht an den Nudeln haftet: das Abschrecken. Woher stammt überhaupt der Irrglaube, man müsse Nudeln nach dem Kochen mit kaltem Wasser abschrecken? Bei Gemüse, das die Farbe nicht verlieren soll, oder Eiern, die sich dann besser pellen lassen, ist Abschrecken mit kaltem Wasser sinnvoll. Bei Nudeln dagegen hat das Abschrecken absolut keinen Sinn.

Im Gegenteil: Durch das Abwaschen verlieren die Nudeln ihre Klebrigkeit. Die Stärke, die beim Kochen der Nudeln freigesetzt wird, wird abgewaschen. Die ist aber wichtig, damit die Nudeln die richtige Konsistenz behalten und die Soße schön daran haftet.

6. Fehler beim Kochen von Nudeln: die falsche Kochzeit

Apropos Konsistenz. Die meisten kochen ihre Nudeln zu lang. Die Folge: Auf dem Teller landen matschige Nudeln, für die man nicht einmal Zähne braucht. Unangenehm.

Ein Tipp: Man muss von der Kochzeit, die auf der Verpackung angegeben ist, 1 bis 2 Minuten abziehen und nach Ablauf dieser Zeit sollten Sie die Nudeln probieren. Sie sollten dann noch einen leichten Biss haben, also al dente sein. („Dente“ ist italienisch für Zahn, für die perfekte Pasta sollte man also durchaus seine Zähne noch nutzen müssen!)

7. Fehler beim Kochen von Nudeln: Die gekochten Nudeln stehen zu lange

Wer kennt es nicht: Man hat sich beim Timing verschätzt und die Nudeln sind fertig, bevor die Soße bereit ist. Also lässt man die Nudeln nach dem Abgießen im Sieb oder im Topf stehen. Wenn dann die Soße so weit ist, kommt das böse Erwachen: Statt perfekter Nudeln ist nur noch ein verklebter Nudelball im Sieb. Alles pappt zusammen. Der Grund: Die Stärke wird nach dem Abgießen klebrig.

Besser: Setzen Sie die Nudeln erst auf, wenn die Pastasoße fast fertig ist.

Nudeln: Reste vom Kochen sollte man nicht lange auf dem Herd stehen lassen – es können sich sonst schnell Keime bilden.

Dazu kommt, dass gerade feuchtigkeitshaltige Speisen relativ schnell Keime entwickeln – und jetzt, wenn im Sommer die Hitze kommt, sollten Reste oder Nudeln, die abkühlen und zu Nudelsalat verarbeitet werden sollen, auf keinen Fall lange draußen stehen bleiben. Denn Bakterien und Pilze lieben die hohe Wasseraktivität an der Oberfläche dieser Produkte.

Alle Fehler vermieden? Hier noch ein Tipp für perfekt gekochte Nudeln

Und der letzte Geheimtipp für das perfekte Nudelgericht: Nicht das komplette Nudelwasser abgießen. Fangen Sie lieber etwas davon auf und geben es zusammen mit den Nudeln direkt nach dem Kochen zur Soße.

Durch das stärkehaltige Kochwasser bekommt die Soße eine besonders cremige Konsistenz. Und indem Sie Nudeln und Soße schon vor dem Servieren vermengen, sorgen Sie für extra viel Geschmack und das perfekte Pasta-Soße-Verhältnis. In diesem Sinne: Guten Appetit! (iwe)

Rubriklistenbild: © Zacharie Scheurer

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