Großes Bieberer Familienfest

Nikolausmarkt auf dem Ostendplatz: Alle ziehen an einem Strang

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Plätzchen (hier von der Grundschule) und Reibekuchen, Kaffee und Glühwein durften beim Bieberer Nikolausmarkt auf dem Ostendplatz nicht fehlen.

Bieber - Kalendarisch ist er zu früh, denn Nikolaustag ist erst am nächsten Wochenende. Doch der auf den Bischofsstab gestützte bärtige Alte mit der Mitra gehört nun einmal zum Bieberer Nikolausmarkt. Von Harald Richter

Und die seinen Namen tragende Veranstaltung steigt halt stets zu Beginn des Kirchenjahrs. So schreitet der Heilige am Vortag des ersten Advents würdevoll über den Ostendplatz, bewundert die geschmückten Stände und erklimmt die Bühne, um erwartungsvolle Kinder mit süßen Gaben zu beschenken. Die Vorsitzende des Gewerbevereins, Gabriele Ring, lobt die gemeinschaftliche Vorarbeit, nennt stellvertretend für viele Werner Götz. Lob bekommen auch die Sponsoren ab, ohne die eine solche Veranstaltung kaum zu bewerkstelligen wäre. Dass viele an einem Strang ziehen, macht sich an der Beteiligung von Schulen, Kindergärten, Vereinen und Hobbygruppen fest, die entweder an einem der 32 Stände ihre Waren feilbieten oder das Bühnenprogramm bereichern.

Das hat wieder Daniel Wiljotti zusammengestellt. Er achtet darauf, dass die Technik nicht versagt und die Akteure den Ablaufplan einhalten. „Ihr seid dran“, winkt er eine aufgeregte Schar Minis aus der Kita St. Nikolaus herbei. „Wenn am Kranz die erste Kerze brennt“ stimmen die Mädchen und Jungen an, von Grazyna Krzizoks Gitarre begleitet, lassen weitere Lieder und Gedichte folgen. Musikalische Akzente setzt auch der Chor der Schule Bieber. „Erstmals trägt eine Trommlergruppe der Musikwerkstatt im Kreativgarten zum Programm bei“, verrät Wiljotti. Deren Mitglieder setzen mit einer Nikolaus-Samba schwungvolle Akzente und lassen das Publikum Lieder raten. Beifall gibt es auch für die Darbietungen der Kita Zwergenland, des Ensembles Cantate und des Kinderchors der Christlichen Gemeinde Roseggerstraße.

Als sich die Dämmerung über den illuminierten Platz legt, sorgt die Sunnblickler Stubenmusik mit ihren Weisenbläsern unter Leitung von Thomas Hentschl für Stimmung. Die jüngsten Besucher zieht es zum kleinen Tiergehege des Waldzoos. Dort beobachten sie die possierlichen Kaninchen, die mümmelnd im Gras sitzen und denen der Trubel um sie herum nichts auszumachen scheint. Streicheln ist ausdrücklich erlaubt.

Bilder: Weihnachtsmarkt in Bieber

Einige Beschicker sind zum ersten Mal dabei. Die Bieberer Möbelrestauratorin Manuela Hiltner bietet dekorativen Tischschmuck aus Holz an. Ein paar Meter weiter bahnt sich ein Mix an Düften verführerisch den Weg in die Nase. Beate Adam präsentiert ihre Seifen. Blumige und frische sind darunter, fruchtige und solche mit Kräuterextrakten. „Selbst gemacht, ausschließlich aus Naturstoffen“, sagt die Arzthelferin und Kosmetikerin und deutet auf die 400 Stück zählende Auswahl. „Ich habe noch andere mitgebracht, aber die passen nicht mehr auf den Tisch.“ Ob als Kugel oder in Törtchenform, ihr gehen die Ideen nicht aus. Darum gibt die 51-Jährige Workshops, in denen sie Interessenten mit der Technik des Seifensiedens vertraut macht. Auch an weiteren Ständen können Besucher ausgefallene Präsente erstehen.

Auf etwas anderes machen die Fußballmädchen der SK Wiking aufmerksam. „Wir möchten im Sommer in Göteborg an einem internationalen Turnier teilnehmen“, so Judith Raab. Deshalb haben sie Muffins in den Landesfarben gebacken und bieten sie am blau-gelb dekorierten Stand mit einer hochprozentigen Spezialität an. „Glögg ist die schwedische Variante des Glühweins, den gibt’s bei uns aber auch alkoholfrei.“ An Gaumenfreuden mangelt es nicht, ob frisch geröstete Esskastanien, Gebäck in Tüten oder Deftiges vom Grill. Spät machen sich die Letzten auf den Heimweg. Vorbei an dem im Glanz Hunderter Lichter erstrahlenden Weihnachtsbaum und mit dem einen oder anderen Geschenk zum Fest in der Tasche.

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