Annkatrin Hoeck und Bernfried Kleinsorge feiern gemeinsam mit Flüchtlingen

Deutsche Gans und syrische Beilagen

Annkatrin Hoeck und Bernfried Kleinsorge hießen an Heiligabend Flüchtlinge aus Syrien in Hoeck’s Hof zu Weihnachtsgans und orientalischen Spezialitäten willkommen.
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Annkatrin Hoeck und Bernfried Kleinsorge hießen an Heiligabend Flüchtlinge aus Syrien in Hoeck’s Hof zu Weihnachtsgans und orientalischen Spezialitäten willkommen.

Egelsbach - Ein außergewöhnliches deutsch-syrisches Weihnachtsfest wurde am Abend des 24. Dezember in Hoeck’s Hof in Egelsbach gefeiert. Und das kam so: Eine Gruppe von rührigen Egelsbachern hatte ihre preisgekrönte „Open Kitchen“ auf den Adventsmarkt verlegt.

Ein treuer Besucher und Helfer auch bei allen anderen Aktivitäten, die es im vergangenen Jahr im Ort zur Begegnung zwischen neuen Egelsbachern und „Ureinwohnern“ gab, ist Eid A. (39). „Wie zur Belohnung für seine stets zuverlässige Hilfsbereitschaft zog der ehemalige Mitarbeiter der Syrianair in Damaskus bei der Tombola einen der Hauptgewinne“, berichtet Annkatrin Hoeck: „Eine tiefgefrorene Gans, die von der Metzgerei Rauth gestiftet worden war.“. Etwas ratlos zeigte er den anwesenden Köchen von „Open Kitchen“ das „Große Los“ und bat um Erklärung. Mit Hilfe von Armen, Händen und Zischgeräuschen von immer mehr Umstehenden konnten sie ihm beschreiben, welcher Art das Tier war, das er gewonnen hatte. Der fortbestehenden Ratlosigkeit, wann, wie und wo er die 4,5-Kilo-Gans zubereiten sollte, konnte schnell Abhilfe geschaffen werden.

Annkatrin Hoeck und Bernfried Kleinsorge, Gastgeber des Gästehauses Hoeck’s Hof und ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe aktiv, hatten schon zuvor den Plan geschmiedet, für das Weihnachtsfest einige der jungen Menschen einzuladen, die 2015 im Ort gestrandet waren. Die fünf Kinder der Egelsbacher sind aus dem Haus und hatten den Heiligabend bereits mit ihren Familien geplant. So realisierte sich ihr Plan schneller als gedacht und sie boten an, die Gans am 24. Dezember zuzubereiten.

Schnell fanden sich ein paar weitere Singles, die unter der Bedingung, Getränke und syrische Beilagen mitbringen zu dürfen, die Einladung gerne annahmen. Am Heiligen Abend trafen die jungen Männer pünktlich im hell erleuchteten und weihnachtlich geschmückten Hof des restaurierten Fachwerkhauses in der Weedstraße ein: der Student der Elektrotechnik Mohamed L. (26), der Universitätsdozent Mihemed M. (32) mit seinem Bruder Mahmoud (17) und der Nephrologe Amjad (27), alle aus Aleppo, und natürlich Eid A. mit seinem 16-jährigen Neffen Milad, aus Damaskus stammend.

Der große Weihnachts-Kaloriencheck

Die Gäste brachten Salat, libanesisches Fladenbrot, ein scharfes Kartoffelgericht, Wasser, Cola, Säfte und als Gastgeschenk Schokolade mit. Kombiniert wurden die Gaben mit der Weihnachtsgans „Hamburger Art“ und hausgemachtem Rotkohl, was sich „als eine ungeahnt leckere, internationale und würzige Mischung herausstellte“, so Annkatrin Hoeck. „Viel wichtiger war jedoch die Begegnung: Garniert wurde alles mit interessanten, angeregten und sehr offenen Gesprächen über – im wahrsten Sinne des Wortes – Gott und die Welt.“

Fazit der Gastgeber über den Abend und das Jahr 2016: „Mit diesen und allen anderen Menschen, die neu in Egelsbach angekommen sind, haben wir eine große Bereicherung erfahren. Wir sind sehr dankbar, dass wir ihnen begegnet sind.“ (ble)

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