Drei Stunden Adventsstimmung pur

„Swinging Christmas“ mit hunderten Mitwirkenden

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Groovende Combo: In verschiedensten Zusammensetzungen sorgten die Dreieichschüler für weihnachtliche Klänge.

Wenn das ganze musikalische Können einer Schule auf der Stadthallenbühne im poppigen Weihnachtsklassiker „Do They Know It’s Christmas?“ mündet, bedeutet das unweigerlich zwei Dinge: Erstens steht das Fest bereits kurz vor der Tür und zweitens findet das große traditionelle Weihnachtskonzert „Swinging Christmas“ der Dreieichschule seinen stimmungsvollen Abschluss.

Langen – Doch zurück auf Anfang: Drei Stunden zuvor begeben sich in dem Zuschauermeer noch die letzten Nachzügler auf die Suche nach ihren Plätzen. „Es ist schön, dass es immer ein ausverkauftes Haus ist“, freut sich Schulleiterin Nicole Ott – auch das hat seit Langem Tradition. Mit einer soulig-entspannten Nummer („God Bless The Child“) eröffnet die Groove Combo gemeinsam mit Gesangssolistin Antonia Schach den Abend, der einem farbenfrohen Kaleidoskop musikalischer Stilrichtungen gleicht und dabei eindrücklich die Entwicklung der musischen Talente der Schule vor Augen führt.

Mit Solveig Maas und Anna Zehnpfennig führen die souveräne Schulsprecherin und ihre Stellvertreterin zwanglos durch den Abend und füttern das Publikum mit Informationen zu den vorgetragenen Songs, den darbietenden Künstlern und den Originalinterpreten. Während der Bläser-Nachwuchs stolz die in kürzester Zeit erlernten sechs Töne bei „Jingle Bells“ und „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ vorführt, schließt sich die Bläserklasse sechs mit ihrem erweiterten Repertoire an Noten an. Nach dem Auftritt des Unterstufenchors, der vorwiegend sanfte und besinnliche Töne anschlägt, könnte man nun dem Irrglauben unterliegen, dass es bei diesem Weihnachtskonzert ausschließlich klassisch zugeht.

Das umfangreiche Orchester der Musikklassen sieben und acht unter Leitung von Christian Herget tritt jedoch mit dem jazzigen „Spirit of New Orleans“ den Gegenbeweis an. Das anschließende Medley aus Disney-Filmsongs hat mit Weihnachten auf den ersten Blick wenig zu tun. Andererseits gelingt es sowohl Filmen wie auch Fest, nicht nur Kinderaugen zum Leuchten zu bringen.

Auch wenn die Teilnahme am Weihnachtskonzert keine Frage des Alters ist, so spielt dieses gerade bei den DSL-Strings eine entscheidende Rolle. Das Ensemble durchlief im vergangenen Jahr einen enormen Wandel, unter anderem freilich, weil viele Mitglieder mit ihrem Abitur in den Händen abgingen. So präsentieren sich die Strings dieses Mal als reines Unter- und Mittelstufen-Ensemble, das von Hanna Bönig und Frauke Preisler mutig angeleitet wird und sich an die Filmmusik von Harry Potter heranwagt. Unterstützt von Bläsern, Percussion und Chören meistern sie ihren Auftritt und können mit „Ô peuple fidèle“ („Nun freut euch, Ihr Christen“) sogar das Publikum zum Mitsingen motivieren.

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer hat vielleicht die beste Weihnachtsshow im Land? Bei „Swinging Christmas“ der Dreieichschule jedenfalls war die Stadthalle wie immer ausverkauft. Zu sehen hier samt Spiegelung in der Scheibe der Regiekabine das Orchester der Musikklassen sieben/acht.

Neben zahlreichen neuen Talenten stehen auch einige alte Hasen auf der Bühne: Während Hit-it! eine schlagkräftige Version von „Feliz Navidad“ hinlegt, können die Musikklassen neun und zehn mit einer Interpretation von „Last Christmas“ überzeugen, die einem tatsächlich noch nicht zu den Ohren herauskommt. Auch Solistin Stella Inderwiesen bewegt sich wie eine Veteranin auf der Bühne, die sie sich mit ihrer beeindruckend kraftvollen Stimme, die sich mühelos über das Orchester hinwegsetzen kann, zu eigen macht.

In dem breit gefächerten Spektrum aus weihnachtlichen Evergreens, Klassikern und Filmmusik sticht dann eine Jazz-Nummer als absolutes Highlight des Abends hervor. Die Groove Combo (Leitung: Stefan Gunkel) mit ihren großartigen Instrumentalisten swingt mit „Sing, Sing, Sing“ schlichtweg überragend, sodass der Beifallssturm, der dem Stück folgt, fast schon einem tosenden Schlussapplaus gleicht. Dieser lässt jedoch auch nicht mehr lange auf sich warten, denn wie auch das Jahr neigt sich nun „Swinging Christmas“ dem Ende zu.

Das Benefiz-Lied von Band Aid bietet noch mal allen an dem Weihnachtskonzert Mitwirkenden die Gelegenheit, die Bühne zu entern – von den allerjüngsten Musikern bis hin zu den Technikern, denn auch Licht und Ton werden an diesem Abend von den Schülern des Gymnasiums bestritten. Und wer nach dieser opulenten Schlussnummer immer noch nicht weiß, dass Weihnachten vor der Tür steht, der müsste schon drei Stunden geschlafen haben.

VON SINA BECK

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