Trotz bösen Wetters prima Stimmung

Nieder-Roden: Sturm zerlegt auf Adventsmarkt Regenschirme

+
Selbstgebackenes ging weg wie warme Semmeln. Das galt auch für Klassiker wie Marmelade.

Nieder-Roden -  Vorfreude, Gemeinsinn und ein beflügelndes Gefühl von „Jetzt erst recht“: Aus diesen Zutaten war das Rezept für ein gelungenes und in mancher Hinsicht denkwürdiges Vorweihnachtsfest am Wochenende in Nieder-Roden gestrickt.

Allen Bedenken und Befürchtungen zum Trotz erwies sich der Adventsmarkt an der St. -Matthias-Kirche als wasserfest und windbeständig und fühlte sich nach dem Urteil vieler Stammgäste sogar noch etwas behaglicher an als sonst. Dank der spätherbstlichen Wetterkapriolen darf das Pfarrei-Team um Cheforganisator Daniel Paukstat sein Konzept fortan mit Fug und Recht als sturmerprobt bezeichnen. Zwar forderten gelegentliche Böen am Samstagabend unter Regenschirmen vereinzelte Opfer, zerrten an den Spannleinen von Bannern und Pavillons, rüttelten vernehmlich an diversen Budenbrettern und ließen die eine oder andere Feuerstelle munter aufflackern, der Stimmung vermochte die windig-feuchte Bescherung von oben aber keinen Abbruch zu tun. An den Stehtischen rückten Gruppen und Grüppchen zusammen, und als der Abend in die Nacht überging, waren zwischen Kirche, Pfarrheim und Heimatmuseum ohnehin so viele Menschen unterwegs, dass nichts und niemand mehr umfallen konnte.

Dass sich das Publikum, darunter viele Eltern mit kleinen Kindern, von Petrus’ Launen nicht schrecken ließ, mag durchaus an Ruf und Charakter des als besonders heimelig und familiär bekannten Budenzaubers liegen. Das Organisationsteam, als dessen Sprecher Dr. Christoph Wallek am späten Nachmittag die Gäste willkommen hieß, setzt bei der Auswahl von Akteuren und Anbietern konsequent auf Ehrenamt und Idealismus. An den Ständen und hinter den Theken warten neben Gruppen aus der Pfarrgemeinde fast durchweg bekannte Gesichter aus gemeinnützigen Vereinen, Hilfsorganisationen oder heimischen Hobby-Ateliers, die ihre Erlöse zum Teil für gute Zwecke stiften.

Zur Stammbesatzung zählen darüber hinaus Rodgauer Schulen und Betreuungseinrichtungen, Traditionsträger wie der Sonntagverein und dieses Jahr nach längerer Abstinenz auch wieder die Feuerwehr.

Bilder: Adventsmarkt in Nieder-Roden

Genießbares mit Wärmepotenzial – etwa das begehrte Mispelchen – hielten die Brandschützer bereit, hoben aber auch die Sicherheit in den Blick und boten handliche Feuerlöscher sowie Löschdecken für den Hausgebrauch feil. Etwas Warmes, das der Mensch bekanntlich braucht, fand sich ansonsten hinter fast jedem Tresen und vielfach in gehobener Qualität: Winzer-Glühwein, Odenwälder Äppelwoi oder Exoten wie Lumumba aus Kakao und Rum, vom Kirchenchor St. Cäcilia ausgeschenkt.

Bewährt sind auch die Akteure, die zwischendurch immer wieder Bewegung in die Szene bringen. Tradition haben das muntere Eröffnungsspiel der Kindergartenkinder aus der Kita Birkenhain und das festliche Platzkonzert des Nieder-Röder Musikvereins, diesmal mit der Formation „Klangfarben“.

Die Stadt Rodgau bot mit Bürgermeister Jürgen Hoffmann und dem Ersten Stadtrat Michael Schüßler ihre Doppelspitze zur Begrüßung auf, und sogar der Nikolaus zeigte sich geneigt, für die Nieder-Röder Überstunden zu machen: Bislang meist sonntags unterwegs, erfreute er die Kinder diesmal auch schon am Samstag mit kleinen Gaben. (zrk)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare