Verregneter Samstag auf Markt

Nikolaus in Urberach muss wetterfest sein

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Ein wenig anfängliche Skepsis, aber keinerlei Berührungsängste hatten die Kinder auf dem Nikolausmarkt vor dem Krampert oder auch dem Knecht Ruprecht, der den Heiligen Nikolaus begleitete .

Urberach - Am Samstag verwehten Regen und Sturm die Gemütlichkeit des Nikolausmarktes. Aber St. Nikolaus und der Pelzniggl trotzten dem mäßigen Wetter. Der etwas bessere Sonntag entschädigte dann für das samstägliche Wettermalheur.

Der heilige Nikolaus und sein Gehilfe Ruprecht, hier besser als Pelzniggl bekannt, mögen sich wohl gewundert haben, als sie am Samstagnachmittag erstmals über den kleinen Markt im Herzen Urberachs liefen, der ihnen je gewidmet ist: Wo waren alle die Menschen, die Kinder vor allem, denen sie ihre Gaben aus Korb und Kiepe verteilen wollten?

Doch auch diese beiden höchst ehrwürdigen Gesellen merkten rasch, woran es lag: Nieselnder Regen von oben und stürmischer Wind rund um sie herum waren kein reines Marktvergnügen. „Wie gut, dass es heute Nachmittag prompt aufgehört hat zu regnen“, freute sich am Samstag zwar Werner Popp, gemeinsam mit Jens Bauch die sehr kleine, aber rege „Niklausmarkt-Kommission“. Doch seine Worte verhallten ganz rasch wieder im neuerlichen Niesel- und später auch Dauerregen von oben. Die Marktbeschicker hatten sich krankheitsbedingt kurzfristig schon ausgedünnt, so etwa der Maronimann, doch die durch die Kelterscheune nach hinten und das Kinderkarussell nach vorne abgegrenzte Budengasse nimmt das nicht übel.

Mit genügend Vorarbeit von Lichterkettenspektakel bis zum mehrmaligen Planumbau für die Stände haben die Organisatoren es wieder einmal geschafft und hätten sich nur besseres Wetter gewünscht. So aber freuten sich die Budenbeschicker, die weitgehend mit heißen Getränken jeder Art lockten, über einen guten Umsatz an warmem Äppler und manchem mehr. Neues auf dem Markt wie etwa die „Hot Dogs American Style“ der Familie Karl kamen gut an. Die kunstvollen Mosaikrondelle rund um die Bäume der Häfnergasse luden zwar wahrlich nicht zum Sitzen, wohl aber als Treffpunkt und zum Klettern für die Kinder ein.

Im optischen Mittelpunkt standen wie schon seit Anfang der Markthistorie die Urberacher St.-Georgs-Pfadfinder, die den fehlenden Maronimann in ihrer Jurte am offen prasselnden Feuer zu ersetzen trachteten, heiße Getränke verkauften und mit einer kleinen Ausstellung etwa den Aufbau ihrer Altersstruktur erklärten und zum Verweilen einluden. Zwar ohne das schon fast zur Tradition gewordene Theaterstück präsentierte sich die Freie evangelische Gemeinde in ihrer nach allen Seiten fest verzurrten Jurte: sie „upcycelten“, das heißt, sie gestalteten Kunst und praktische Utensilien aus Abfall wie Kronkorken etwa und erinnerten mit ihrer Krippe und mit kleinen Gaben die Menschen an den Hintergrund der Adventszeit, die Erwartung der Ankunft des Herrn.

Bilder: Nikolausmarkt in Urberach

Ob Lebkuchenherzen am Süßwarenstand oder leckeres Essen beim Friedenshaus der AfA, ob Bioprodukte beim treuen Dauer-Marktbeschicker, dem Landwirt Baumer, ob bei den Mitarbeitern der „Waldstubb“, oder – neu auf dem Markt – bunte Getränke mit und ohne leckerer Sahneberge beim Ebbelsche-Wirt, der Familie Billing: überall wäre besseres Wetter erwünscht gewesen, nicht nur des Umsatzes wegen. Doch überall war’s auch nicht trostlos, sondern wurde später zusehens voller, trotz des Regens. Die Hoffnung aller Marktbetreiber ebenso wie der meisten Orwischer und ihrer Gäste: ein einigermaßen trockener Sonntag, der ohnehin mehr zum Marktbesuch verlockt. Dann auch – geplant – mit den Posaunen der Petrusgemeinde und den Alphornbläsern.

Und im Notfall gab’s denn auch die Helfer vom Kinderschutzbund, die in der Kelterscheune mit Kaffee und Kuchhen und Kinderbasteln das graue Umfeld vergessen ließen. (chz)

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