Päckchenversteigerung für guten Zweck

Auktion in Offenbach: Glücksgefühle bei Regen

+
Das miese Wetter tat der Freude am Bieten keinen Abbruch. Zahlreiche Offenbacher beteiligten sich an der Versteigerung.

Offenbach - „Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten!“ hieß es am Samstag auf dem Weihnachtsmarkt. Zum 25. Mal fand die von City Management und Gewerbeverein Treffpunkt initiierte Päckchenauktion statt. Sie erbrachte über 6000 Euro für einen gemeinnützigen Zweck. Von Harald H. Richter 

„Das ist ja super!“, ruft Marie Eiserloh vergnügt und kann ihr Glück kaum fassen. So-eben ist die Elfjährige auf die Bühne gerufen worden und darf ein schickes iPad entgegennehmen. Der von der Energieversorgung Offenbach gestiftete Tabletcomputer ist das Bonbon am Schluss der Päckchenauktion auf dem Weihnachtsmarkt, die am Samstagmittag trotz regnerischen Wetters zahlreiche Bieter vor der Bühne bei Glühwein und Rostbratwurst zusammenkommen lässt.

Zum 25. Mal haben Gewerbeverein Treffpunkt Offenbach und das City Management der städtischen Wirtschaftsförderung bei ansässigen Einzelhändlern und Unternehmen mehr als 100 Sachpreise beziehungsweise Gutscheine im Mindestwert von 25 Euro gesammelt und in die Auktion für einen guten Zweck gegeben. „Jedes zu versteigernde Päckchen ist mit einer Zuordnungsnummer versehen, die in einen Lostopf für die Schlussziehung um den Hauptgewinn wandert“, erläutert Birgitt Möbus den Ablauf. Maries Papa Markus Eiserloh bietet bei der von Klaus Kohlweyer gewohnt launig moderierten Auktion eifrig mit, und die Nummer 30 trägt eines der von ihm ersteigerten Päckchen.

Allen Beteiligten beschert das vergnügliche Spektakel vor dem Rathaus zwischen geschmückten Buden und dem illuminierten Tannenbaum ein Erfolgserlebnis. Sängerin Caro, begleitet von Frank Spannaus am Keyboard, unterhält das Publikum mit stimmungsvollen Liedern zum Advent. Jeder Päckchenerwerber bekommt einen Schoko-Weihnachtsmann, und der Erlös der Auktion fließt in ein vom Freundeskreis Evangelischer Frauenverein Offenbach initiiertes Projekt, das es seit fünf Jahren gibt. „Im Altenpflegeheim Elisabeth Maas-Haus an der Andréstraße bieten wir den Altenheimbewohnern an allen Tagen der Woche eine außergewöhnliche Betreuung zum Tagesausklang“, sagt die Vorsitzende Dr. Gabriele Plaut. „Wer nach dem Abend-essen noch nicht zu Bett gehen mag, ist zu verschiedenen Aktivitäten ins Kaminzimmer eingeladen“, erläutert sie. Es gebe Erzählrunden, Rätselraten, Tanz, Gesang und andere gesellige Angebote, die die Anwohner gern annehmen würden.

Vier feste Bezugspersonen leisten diese Abendbetreuung über die Regelversorgung hinaus. Dafür fallen jährlich Kosten bis zu 15 000 Euro an, die nicht durch die Pflegesätze aufgefangen werden können. „Der Erlös der Päckchenauktion hilft uns deshalb, das Projekt weiter finanzieren zu können“, sagt die praktische Ärztin mit Fachgebiet Psychotherapie.

Bilder: Weihnachtspäckchen-Auktion in Offenbach

Danach treibt Klaus Kohlweyer temporeich und mit manch flottem Spruch auf den Lippen die Gebote in die Höhe. 20 Euro lautet das Startgebot, zunächst in Fünfer-, später in Zehnerschritten wird Auktionsware aufgerufen. Nur selten geht ein Geschenkpaket unter 50 Euro weg. Der Inhalt unbekannt, aber bei Nennen des Spenders doch zu erahnen. Nicht wenige haben einen dreistelligen Wert. Nach kaum einer halben Stunde verkündet der Moderator freudig: „Wir haben die Tausender-Marke überschritten!“ Fast im Minutentakt wandert ein Schein nach dem anderen in die Kasse. Etliche Gebende sind jedes Jahr dabei, ersteigern für sich oder ihre Lieben eines oder mehrere hochwertige Geschenke zum bevorstehenden Fest. Doch auch zufällige Passanten lassen sich anstecken vom Bieter-Fieber. Erreicht ein Gebot die 100-Euro-Marke, wird dies mit einem Tusch belohnt. Lothar Kellnhofer ist der erste, dem das widerfährt. Bernd Waller ersteigert ebenfalls ein Päckchen, gestiftet von der Mediengruppe Offenbach-Post. „Das passt ja, denn ich bin schon lange Abonnent“, lacht der Offenbacher und freut sich über den Zuschlag.

Als die Bühne leer geräumt und die Auktionskasse mit 6115 Euro gefüllt ist, steigt die Spannung. Die vierjährige Lena, zufällig unter den Passanten ausgewählt, greift in den Topf mit den Kontrollnummern und löst bei der Ziehung des Hauptgewinns bei Marie Eiserloh kindliche Glücksgefühle aus. „So schön kann Schenken sein“, ist sich Offenbachs Wirtschaftsförderer Jürgen Amberger mit allen an der Päckchenauktion Beteiligten einig.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare