Schlittenrennen auf dem Adventsmarkt

Rentier holt sich ein blutiges Knie

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In Startposition und los: Die Schlittenwagen hat Schreiner Martin Born für den Spaß-Wettstreit gebaut.

Jügesheim - Ein Schlittenrennen ohne Schnee, auf Rollen statt auf Kufen, sollte Besucher des Rodgauer Adventsmarkts am Rathaus anlocken. Die Massen allerdings fanden sich am Samstagnachmittag nicht ein. Trotzdem wurde erstmals ein vergnüglicher Gaudi-Wettstreit mit spaßigen Aufgaben ausgetragen. Gewerbevereinsvorsitzender Berthold Schüßler hatte sich das Ganze ausgedacht. Von Simone Weil 

Die Rennschlitten stammen aus der Werkstatt von Martin Born in Dudenhofen. Der Schreiner baut normalerweise Küchen und Möbel oder montiert Türen und Fenster. Damit das Schlittenrennen kein Wagenrennen wird, hat Born auf jedes rollende Gefährt einen echten Kinderschlitten montiert. Rund 200 Euro hat jedes der beiden Mobile gekostet. Jeweils zwei Mannschaften treten gegeneinander an. Jede besteht aus drei Personen: einem Rentier, einem Nikolaus/Weihnachtsmann und einem Elfen. Das Rentier zieht, der Elf schiebt und der Weihnachtsmann sitzt.

Sterne ausschneiden will gekonnt sein: Unter Zeitdruck ist die Aufgabe sogar anspruchsvoll. Der Spaß-Wettbewerb am Samstag fand dennoch nicht so viele Interessenten wie gedacht.

Gemeldet sind die Sängervereinigung Jügesheim, die Firma exusu, der OFC-Fanclub Ostkreis Power, Seval’s Fußpflege und Kosmetik sowie die Freiwillige Feuerwehr Rodgau-Süd. Weil die jungen Männer der Feuerwehr Wettkämpfe gewohnt sind und auch an der spektakulären Fire-Fit-Championship teilnehmen, gehen sie freundlicherweise gleich mit zwei Teams an den Start. So kann es immerhin drei Durchgänge geben, weil zwei Teams starten müssen. Berthold Schüßler, der die Modalitäten per Megafon erläutert, fordert die Zuschauer auf, ihren Favoriten lautstark zu unterstützen und anzufeuern.

Beim Wettstreit sind Schnelligkeit und Geschick gefragt: Mit einem Wahnsinnstempo fahren die Schlitten an, um nur einige Meter später bereits zu stoppen: An der ersten Station müssen Päckchen in buntes Geschenkpapier gehüllt werden. Ist das geschafft, kommen die Präsente in einen Sack, der dann auf dem Schlitten-Wagen landet.

Am nächsten Stand werden gelbe Sterne ausgeschnitten und mit einer Schnur versehen, damit sie später am Christbaum aufgehängt werden können. Die Werke, die in der kurzen Zeit entstehen, sind von sehr unterschiedlicher Qualität. „Hey, wisst ihr auch, dass es um 18 Uhr dunkel ist?“, frotzeln die Zuschauer, wenn es ihnen nicht schnell genug geht.

Bilder: Adventsmarkt in Rodgau

Die Zuschauer sind kritisch. Auch wenn die Aktion mehr Publikum verdient gehabt hätte, haben die, die da sind, durchaus ihren Spaß. Mit scharfem Auge wird beispielsweise genau beobachtet, ob die Päckchen auch vernünftig verpackt werden. Dann eilen die Teams flugs zur letzten Station, um die Christbaumkugeln aus Plastik mit dem Eimer zu fangen. Wieder flink zurück um den kleinen Baum zu schmücken und die Präsente unters Bäumchen zu legen. Uff, fertig: Das Feuerwehr-Team 1 absolviert den Parcours in stolzen 4,11 Minuten und kommt mit dieser Bestzeit auf den ersten Platz, gefolgt vom Feuerwehr-Team 2 auf dem zweiten Platz und Seval’s Fußpflege auf dem dritten Platz. Belohnt werden die Mannschaften mit Einkaufsgutscheinen.

Getreu dem Motto „Dabei sein ist alles“ nehmen es die Teilnehmer auf den hinteren Plätzen sportlich und trösten sich mit einem heißen Glühwein. Dabei hat sich beispielsweise die Frauenmannschaft von exusu mordsmäßig ins Zeug gelegt. Rentier Sigrid Arm ist bei ihrem Lauf sogar vor lauter Eifer gestürzt und zeigt ihr blutiges Knie. Aber Spaß hat der Wettbewerb trotzdem gemacht.

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