Frische und unverkaufte Bäume landen im Zoo

Weihnachten adé: Das geschieht mit den Christbäumen

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In Frankfurt sammelt die FES (Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH) die geschätzt 80.000 Bäume ab Montag ein.

Frankfurt - Der einst so prächtig geschmückte Weihnachtsbaum entwickelt sich nach dem Fest für viele zur Last. Dabei gibt es genügend Wege, den Baum loszuwerden. In einer südhessischen Gemeinde werden die Bäume verbrannt, und in den Zoos freuen sich die Tiere.

Weihnachten ist vorbei, das neue Jahr ist da. Der Christbaum nadelt allmählich seinem Ende entgegen. Wohin mit dem guten Stück? Fenster auf, Tanne raus, Fenster zu - ganz so einfach, wie es der Werbespot eines schwedischen Möbelkonzerns vormacht, ist die Entsorgung des Weihnachtsbaums zwar nicht. Aber schwierig ist sie auch nicht. Damit die Nadelhölzer möglichst schnell das Wohnzimmer verlassen, übernehmen in vielen Städten hauptsächlich die Abfallbetriebe die Entsorgung. In Kassel beispielsweise holen die Stadtreiniger in der zweiten Kalenderwoche die Weihnachtsbäume ab. Dabei müssen diese auf etwa 1,50 Meter gestutzt sein und gut sichtbar am Straßenrand stehen. In Gießen übernimmt das das Stadtreinigungs- und Fuhramt.

In Frankfurt sammelt der Müllentsorger FES die Bäume ab Montag ein. Etwa 80 000 Bäume dürften es werden, sagte ein Sprecher der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH. Die Weihnachtsbäume müssen abgeschmückt und leicht zugänglich sein, nicht aber extra gekürzt werden. Zwar biete der FES feste Abholtermine nach dem Dreikönigstag (6. Januar) an, manchmal landeten Tannen, Fichten und Co. trotzdem erst im Frühling auf der Straße, so der Sprecher. Besonders eilige Bürger setzen ihre Bäume dagegen schon vor den Abholterminen auf die Straße. Die ausgedienten Bäume werden in Frankfurt kompostiert oder in die Müllverbrennungsanlage gebracht. Eine Alternative zu der Abholung durch den FES ist die Entsorgung über die Bio- und Restmülltonne. Dazu müssen die Frankfurter ihren Baum in Stücke von maximal einen Meter stutzen und an den Leerungstagen neben ihre Tonne stellen.

In einigen Städten wie Wiesbaden erhalten die städtischen Abfallbetriebe zusätzlich Unterstützung durch die freiwillige Feuerwehr. Diese sammeln die Bäume in bestimmten Stadtteilen ein und liefern sie anschließend zur Kompostierung ab. Auch im südhessischen Messel (Kreis Darmstadt-Dieburg) geht die freiwillige Feuerwehr ans Werk. Sie holt die Bäume am Samstagmorgen (13. Januar) ab und macht aus ihnen Brennholz. Am Nachmittag laden die Feuerwehrleute dann zur Weihnachtsbaumverbrennung auf ihrem Gelände ein.

Weihnachtsbilder 2017 unserer Leser

Im Kreis Darmstadt-Dieburg sammeln die Pfadfinder der Gemeinde Münster die Bäume ein. Dafür müssen sich Interessierte eine Abholmarke kaufen und diese an den Baum heften. Der Erlös aus den Marken fließt in die Jugendarbeit der Pfadfinder. In Darmstadt selbst hat der Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen (EAD) 26 Sammelstellen eingerichtet, an denen die Bürger ihre Bäume loswerden. Restliches Lametta kann in der Recyclingstation des EAD entsorgt werden. Je nach Stadt steht es den Bürgern frei, ihre Bäume auch selbst an der nächsten Kompostanlage oder dem nächsten Wertstoffhof abzuliefern.

Über frische und unverkaufte Bäume aus der Vorweihnachtszeit freuen sich die Elefanten und Giraffen aus dem Opel-Zoo in Kronberg. "Wir nehmen nur Bäume in begrenzter Stückzahl, da die Tiere bald das Interesse an ihnen verlieren und es dann als Spielzeug nutzen", sagt eine Sprecherin. Ähnlich verhält es sich im Frankfurter Zoo. 50 bis 60 Bäume nimmt der Zoo jährlich von Händlern aus der Bankenmetropole an. Für die Ziegen und Trampeltiere sind die ungeschmückten Bäume mit den frischen Nadeln eine willkommene Abwechslung. Für die Nashörner dagegen dienen sie dem reinen Zeitvertreib: "Sie beschäftigen sich damit, die Bäume im Gehege Spazieren zu tragen", sagt eine Sprecherin. (dpa)

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