Vielfalt für Wohnwünsche aller Art: Objekt-Typen im Vergleich

Jede Medaille hat zwei Seiten – diese Binsenweisheit ist nirgends so bedeutsam wie beim Wohnen. Und wird gerade hier so oft vergessen.

Ein häufig begangener Fehler am Anfang des Weges in die eigenen vier Wände ist die zu frühe Festlegung auf einen bestimmten Objekt-Typ. Man denkt: Mehr als eine Drei-Zimmer-Wohnung in der Stadt erlaubt das Budget eh nicht. Falsch. Im Umland gibt es oft das Häuschen fürs gleiche Geld. Die erste Grundsatzfrage sollte daher lauten:

Haus oder Wohnung?

Für das Einfamilienhaus (ob freistehend, als Doppelhaushälfte oder Reihenhaus) spricht zunächst seine Größe. Die muss nicht einmal rechnerisch gegeben sein, denn selbst kleine Häuser um die 100 Quadratmeter wirken immer noch großzügiger als eine gleich große Wohnung auf einer Etage. Das rührt daher, dass auf mehreren Ebenen die Rückzugsmöglichkeiten größer sind. Und die braucht jeder Mensch hin und wieder. Auch die meist klarere Trennung der Wohnfunktionen wird von vielen als angenehm empfunden: unten Kochen, Essen, Medianutzung – oben Privaträume wie Schlafzimmer und Bad. Hinzu kommt der eigene Außenbereich, der Gestaltungsfreiheit bietet und im Sommer zum grünen Wohnzimmer (womöglich mit Pool) wird. Womit wir bei der Kehrseite der Medaille wären: Denn all das gibt es nicht ohne ständige Pflege. Selbst ein reiner Entspannungsgarten erfordert viel Zeiteinsatz, wenn er seine Funktion erfüllen soll; und den sollte man besser nicht als lästige Arbeit empfinden.

Für all diese und viele weitere Dinge hat der Wohnungseigentümer seinen Verwalter. Der kümmert sich auch ums Heizöl im Tank, den Termin mit dem Kaminkehrer oder dass die Mülltonne am richtigen Tag am richtigen Abholplatz steht. Kurz: Die Wohnung ist die wesentlich bequemere Wohnform mit weniger Aufwand – ideal für beruflich oder gesellschaftlich stark Engagierte. Hinzu kommt, dass in vielen urbanen Lagen gar kein Platz für Einfamilienhäuser ist. Hausherren mögen größere Freiheiten beim Wohnen genießen; der Preis dafür: Sie sind meist auch gleich ihr eigenes Hauspersonal.

Urbane Vielfalt

Wohnung ist heute nicht mehr gleich Wohnung. Die Typenvielfalt hat zugenommen, auch weil der Platz in der Stadt immer knapper wird. Und mit modernen Baustoffen wird aus zugigen Speichern immer öfter ein Dachgeschoss-Loft. Dachterrassen gelten dabei als das Nonplusultra urbaner Refugien. Darunter wohnt man meist günstiger, aber nicht unbedingt schlechter. Maisonette- Wohnungen auf zwei Ebenen vermitteln Großzügigkeit und schaffen Wohnfreiheit. Die ist noch größer beim Wohnungstyp „Haus-im-Haus“ mit eigenem Eingang. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn der Keller (der dann vornehm „Souterrain“ heißt) mit ins Wohnen einbezogen werden soll. Das führt in der Praxis nur in seltenen Fällen zum dauerhaften Wohnglück.

Günstig in der Reihe wohnen

Das Reihenhaus ist inzwischen die häufigste Form des Einfamilienhauses in den großen Ballungszentren. Erfunden als Siedlungsform für englische Arbeiterzentren zur Zeit der Industrialisierung, ist es zum Statussymbol der deutschen Mittelschicht geworden. Das Aneinanderkuscheln spart Platz, Heizenergie und Erschließungskosten. Über den Gartenzaun pflegt man Kontakt zum Nachbarn, oder auch nicht. Der Garten ist überschaubar, aber groß genug für Schaukel, Grill und Hängematte. Noch vor 20, 30 Jahren sahen die Hausreihen aufgrund strenger Bauordnungen und Gartensatzungen noch recht eintönig aus. Inzwischen ist das mittig eingesetzte Apfelbäumchen kein Zwang mehr und auch beim Baustil und der Fassadengestaltung sind die Freiheiten größer.

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