Zwischen Teddybären und Besenmacher

Babenhausen - Mit oder ohne Jacke auf den Ostermarkt? Das war die Frage am Wochenende. Und dass man sich diese Frage überhaupt stellen muss, hätte vor zwei Wochen wohl niemand für möglich gehalten. Aber warme Anoraks und dicke Mäntel konnten getrost zuhause bleiben. Endlich. Von Petra Grimm

Von der Sonne gewärmt, mit zufriedenen Gesichtern schleckten große und kleine Marktbesucher ein Eis, genossen ein Gläschen Wein oder ein Stück selbst gebackenen Kuchen. Der Geruch brutzelnder Bratwürste, Crêpes oder asiatischer Nudelpfannen mischte sich in der frühlingshaften Luft. Von der Michelsbräu bis zum Bismarckplatz reichte die Flaniermeile des großen Ostermarkts, den die Firma Fendt am Wochenende zum 18. Mal auf die Beine gestellt hat. Am Sonntag beteiligte sich der Gewerbeverein mit einem Tag der offenen Tür in den Geschäften – so war Einkaufsvergnügen pur geboten.

Bilder vom Ostermarkt 

Ostermarkt in Babenhausen

Aber es waren nicht nur die rund 100 Marktbeschicker, darunter auch viele Babenhäuser Geschäftsleute, die die Besucher mit ihrem vielfältigen Angebot in die Innenstadt lockten. Auch ein beachtlicher Hobbykünstlermarkt in der Stadthalle mit 50 Ausstellern, Stände verschiedener Vereine, der Stadt, der Sozialstation und der Partnerstädte und etwa zehn Firmen auf dem Stadthallenparkplatz bereicherten die Großveranstaltung, die Bürgermeisterin Gabi Coutandin am Samstagvormittag eröffnet hatte.

Wer trotz herrlichen Wetters in die Stadthalle ging, wurde nicht enttäuscht: Von kunstvoll bemalten Ostereiern, österlichen Gestecken, handgefertigtem Schmuck, Grußkarten, Holzarbeiten, Gehäkeltem und Gestricktem bis zu Teddybären und Patchworkarbeiten reichte die Palette der Kreativen. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit zum Fachsimpeln und holten sich Anregungen für eigene Handarbeiten.

Für die kleinen Besucher drehten sich Karussells, Autoscooter knallten aneinander und Sepp, der Clown, sorgte für Späße. Auf einem großen Bungee-Trampolin sah man zahlreiche Jugendliche durch die Luft sausen. Rechen- und Besenmacher aus dem Odenwald zeigten ihr altes Handwerk. Das traditionelle Osterfeuer und das Feuerwerk am Samstagabend rundeten die Veranstaltung ab. Da freuten sich die Veranstalter dann über „Full House“, wie Helmut Fendt sich ausdrückte: „Beim Osterfeuer sind dieses Mal viel mehr Leute gekommen, als wir erwartet haben“.

„Der Markt ist eine perfekte Kombination von Wetter und Angebot und eine unserer Offensiven gegen die Wirtschaftskrise“,sagte die Bürgermeisterin bei der offiziellen Eröffnung, umrahmt von einigen Ehrengästen und dankte Helmut Fendt für sein Engagement. Die großen und kleinen Marktbesucher kamen sicher auf ihre Kosten. Mancher Händler hätte sich einen größeren Umsatz gewünscht. Doch haben sich die Zeiten geändert: Der Trend, dass viele Bürger eher zum Bummeln und Schauen vorbeikommen, und ihre Geldbörsen nur zögerlich öffnen, war schon die vergangenen Jahre zu beobachten.

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