Offenbacher lassen sich als Stammzellenspender typisieren

1293 Freiwillige geben ihr Blut für Sandra

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Gernot Mohr wollte sich schon länger als Stammzellenspender registrieren lassen. Sandra kennt er als Betreuerin seines Kindes aus der Markus-Kita. Seitdem ist der Kontakt geblieben. Für ihn ist es eine Selbstverständlichkeit, Leukämiekranke durch Typisierung zu unterstützen: „Wenn ich helfen kann, warum sollte ich das nicht tun?“ Er hofft, dass es sich gelohnt hat.

Offenbach - Von einem vollen Erfolg spricht Bettina Steinbauer von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS): „Nicht nur Sandra haben die vielen Menschen geholfen, sondern auch anderen Leukämiekranken weltweit.“ Von Ronny Paul

Denn die Typisierten werden in die weltweit vernetzte Zentrale Knochenmarkspenderdatei aufgenommen. 1293 Freiwillige wurden durch intensive Werbung mobilisiert. 110 Engagierte halfen, vom Faltblattverteilen bis zur Blutabnahme. „Auch im Namen von Sandra möchte ich mich bei allen für die große Unterstützung bedanken. Sie hat es sehr berührt, dass so viele gekommen sind“, erzählt ihre Schwester Melanie. Vor allem Kinder, Eltern und Betreuer der Markus-Kita hätten sich mächtig ins Zeug gelegt.

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Bis ein möglicher Spender gefunden ist, vergehen etwa sechs Wochen. „Alle Blutproben haben wir sofort an unser Labor in Dresden geschickt. Dort werden sie analysiert“, erklärt Steinbauer. Damit nicht genug: Wenn das Labor einen potenziellen Spender für Sandra ausgemacht hat, wird dieser einer peniblen medizinischen Voruntersuchung unterzogen. „Das ist wahrscheinlich die beste Rundumuntersuchung, die man jemals im Leben bekommt“, behauptet Steinbauer. Schließlich dürfen keine Fehler bei einer Transplantation oder einer Stammzellenspende unterlaufen.

Der Spender und der Erkrankte müssen fast zu hundert Prozent genetische Zwillinge sein, sonst wird das Spendermaterial vom Körper abgestoßen. Geldspenden sind allerdings immer noch vonnöten: An Ort und Stelle kamen knapp 12.000 Euro zusammen. Eine Typisierung kostet aber pro Person 50 Euro. Allein die Laborkosten betragen demnach 64.650 Euro.

DKMS-Spendenkonto: Frankfurter Volksbank, Kontonummer 62 01 77 92 09, Bankleitzahl 501 900 00.

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