38-jähriger Albaner freigesprochen

Nach Strafverfahren droht Abschiebung 

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Offenbach - Unfreiwillig raus. Wieder rein. Und jetzt wieder unter Zwang raus? Nach einem die Untersuchungshaft beendenden Auftritt vor dem Offenbacher Schöffengericht soll ein 38-jähriger Flüchtling aus Albanien zurück in eine bayerische Erstaufnahmeeinrichtung.

Der angeklagte Heroinhandel war ihm nicht nachzuweisen. Nun muss er nach dem Freispruch auf die Entscheidung über seinen Asylantrag warten. Dieses Verfahren könnte mit der erneuten Ausweisung enden. Schon vor 15 Jahren war der damals junge Mann aus Deutschland abgeschoben worden, nachdem die Behörden seinen Asylantrag abgelehnt hatten. Im Frühjahr 2015 reihte er sich in den Flüchtlingsstrom nach Deutschland ein. In Bayern angekommen stellte er einen neuen Antrag. Als er in der Aufnahmeeinrichtung registriert wurde, stellte sich heraus, dass er mit Haftbefehl gesucht wurde. Er soll kurz vor seiner Abschiebung im Sommer 2000 in zwölf Fällen mit Heroin gehandelt haben, die schätzungsweise 150 Gramm hatten einen Gesamtwert von 15.000 D-Mark.

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Ein Konsument hatte ihn damals anhand eines Lichtbilds identifiziert. Vor dem Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Manfred Beck vermochte der damalige Konsument jedoch nach so langer Zeit den Angeklagten nicht als Täter von damals identifizieren. Ein Polizist gab an, dass die Lichtbilder von 2000 nicht mehr vorhanden seien. So wurde der Angeklagte mangels eindeutigem Tatnachweis nach Verbüßung von sechs Monaten Untersuchungshaft freigesprochen und auf freien Fuß gesetzt. (tk)

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