Im Wechselunterricht wird auf Arbeitsblätter und Bücher gesetzt

800 Tablets im neuen Jahr für Offenbachs Schulen

Analog und digital: Im Unterricht sollen künftig auch vermehrt Tablets genutzt werden, das bewährte Schulbuch bleibt aber erhalten.
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Analog und digital: Im Unterricht sollen künftig auch vermehrt Tablets genutzt werden, das bewährte Schulbuch bleibt aber erhalten.

Zwei Spenden für digitale Endgeräte an die Tafel im Frühjahr und zu Nikolaus für Schüler (wir berichteten) ließen die Frage aufkommen, ob im Wechselunterricht wirklich alle Schüler an digitalen Unterrichtsmethoden teilhaben können.

Offenbach - Tatsächlich ist es so, dass sich die überwiegende Zahl der Schulen für einen täglichen Wechsel von Unterricht in der Schule und Arbeitsaufgaben zu Hause entschieden hat, wie die beiden Schulämter berichten. „Dadurch sehen die Schüler jeden zweiten Tag ihre Lehrer und können ihre Fragen stellen“, sagt Thomas Löhr, Leiter des städtischen Schulamtes. Ein reiner Digitalunterricht würde zudem nicht allen Kindern und Jugendlichen gerecht. Der Schulbesuch gebe Struktur für den Tag, und gerade schwächere Schüler erhielten die pädagogische Unterstützung, die sie benötigen.

„Der Wechselunterricht muss nicht zwingend digital umgesetzt werden“, betont Susanne Meißner, Leiterin des staatlichen Schulamtes, „es ist auch möglich, dass die Schüler Arbeitsaufträge aus dem Schulbuch oder in Form von Arbeitsblättern erhalten, die eigenständig zu Hause zu bearbeiten sind.“ Auch vom städtischen Elternbeirat heißt es, dass der Unterricht zumeist so organisiert wird, dass er im täglichen Wechsel erfolgt und für die Tage, an denen die Schüler zu Hause bleiben, Arbeitsaufgaben mittels Schulbuch zu erledigen sind.

Digitaler Unterricht erfolge nur sehr vereinzelt – allein schon, da die Hürden sehr hoch seien: Wenn etwa über Schulportal Hessen der Unterricht aus dem Klassenzimmer übertragen wird, müssen sämtliche Eltern zuvor ein Formular unterschreiben, dass dies gestattet ist – obwohl letztlich nur der Lehrer und die Tafel auf dem Bildschirm zu sehen sind. Die Schüler vor ihren heimischen Geräten hören nur die Stimmen ihrer Mitschüler, sehen diese aber nicht. Um solche Übertragungsvarianten flächendeckend zu nutzen, fehlt aber, wie aus den Schulen zu hören ist, noch die Infrastruktur: Darauf, dass hunderte Klassen gleichzeitig das Schulportal nutzen, sei dieses noch nicht ausgelegt.

Was die Versorgung mit Endgeräten für künftige Anwendungen im Präsenzunterricht wie zu Hause anbelange, so sind laut städtischem Schulamt rund 3000 Tablets geliefert worden. „Diese werden nun vom Stadtschulamt mit Hilfe einer Firma und der Unterstützung der Gewerblich-technischen Schulen zur Verteilung an die Schulen vorbereitet“, sagt Löhr. Die ersten 182 Geräte wurden bereits von Schulen abgeholt, um den Bedarf von Schülerinnen und Schüler mit Grunderkrankungen abdecken zu können. Die ausstehenden Geräte werden in den nächsten Tagen verteilt werden.

„Insgesamt erwarten wir noch die Lieferung von zirka 800 Geräten. Diese werden aber erst im kommenden Jahr erwartet“, sagt er. Verteilt werden die Geräte nach dem Sozialindex des Kultusministeriums an die einzelnen Schulen: Dort selbst werden die Klassenlehrer die Geräte weiterverteilen, da diese die Lage ihrer Schüler am ehesten beurteilen könnten. Auch dieses Vorgehen entspreche den Ministeriumsvorgaben.

Auch an der konfessionellen Marienschule hat der Schulträger, das Bistum Mainz, Geld aus dem sogenannten Digitalpakt für mobile Endgeräte und die Schaffung der Infrastruktur erhalten, rund 70 000 Euro wurden bereits ausgegeben.

Dass, wie in der ersten Jahreshälfte während der Schulschließung, einige Lehrer ihren Schülern Aufgaben komplett digital übermittelt haben und somit diejenigen, die über keine Endgeräte zu Hause verfügten, ausgeschlossen waren, sei der improvisierten Situation der ersten Corona-Welle geschuldet. „Kein Kind soll vom Unterricht ausgeschlossen werden wegen fehlender Geräte“, betont Löhr.

Von Frank Sommer

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