Das Abpumpen muss nicht bezahlt werden

Offenbach - (fel) All jene Offenbacher, denen nach dem Unwetter der vergangenen Woche Technisches Hilfswerk (THW) und Feuerwehr beim Abpumpen der Fluten in Kellern und anderen Räumen helfen mussten, können aufatmen. Ihnen wird der Einsatz nicht in Rechnung gestellt.

Das teilte der Chef der Offenbacher Berufsfeuerwehr, Uwe Sauer, gestern auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Es handelte sich um eine Ausnahmesituation und eindeutig um höhere Gewalt“, so Sauer, weshalb er sich mit Oberbürgermeister Horst Schneider darauf verständigt habe, dass die ohnehin Unwettergeschädigten keinerlei Kosten übernehmen müssten. Das THW wolle sich dieser Regelung anschließen, fügte Sauer hinzu.

Grundsätzlich müssen Einsätze der Feuerwehren jenseits der Notfallrettung bezahlt werden. Die genauen Kosten richten sich dabei nach dem Aufwand der Feuerwehr. So kostet das Abpumpen eines Kellers mit drei Mann Personal und einem Fahrzeug ungefähr 150 Euro pro Stunde. Die Beseitigung eines umgefallenen Baumes nach einem Sturm schlägt in der Regel mit 250 Euro pro Stunde zu Buche.

Diese Zahlen sind aber nur ein grober Orientierungsrahmen, der sich nach der Gebührensatzung der Stadt für Feuerwehreinsätze richtet, die im Internet abrufbar ist.“ Sauer betonte, dass es nach den Einsätzen vor einer Woche unmöglich sei, „auseinander zu dividieren“, wo man mit welchem Aufwand vor Ort gewesen sei, um anschließend sachgerecht Rechnungen zuzustellen.

Während also kein Mieter oder Hauseigentümer mit Kosten wegen des heftigen Gewitterschauers rechnen muss, äußerten Leser in Kommentaren auf unseren Internetseiten Kritik an der Katastrophenvorsorge der Stadt. Eine Leserin: „Ich will nicht wissen, wenn jemand den Notruf wegen eines Herzinfarkts hätte anrufen müssen. Auch das kann eine Folge sein, wenn die Stadt nicht in Rückhaltebecken oder ähnliches investiert.“

Wie die ESO auf Anfrage mitteilte, seien die Rückhalte- und Regenüberlaufbecken mit 28  000 Kubikmetern Volumen prinzipiell ausreichend bemessen. Problematisch sei bei heftigem Regen vielmehr das Kanalnetz: „Selbst wenn man drei Meter dicke Kanäle unter dem gesamten Stadtgebiet verlegen würde, wäre das bei so großen punktuellen Regenmengen in so kurzer Zeit nicht ausreichend“, erläutert Werner Schultheis, Leiter des Fachbereichs Entwicklung und Bau.

Im Bereich Mainstraße, Speyerstraße und Bernardstraße gebe es zum Beispiel solche Rohre, doch auch dort sei es zu Überflutungen gekommen. Das Wasser brauche eben seine Zeit, um sich im Kanalnetz zu verteilen.

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