Für Tansania-Koalition ist der Erwerb keine Option

Absage an Kauf des Hauptbahnhofs

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Nach den Ideen der städtischen Planer soll der ehemalige Gepäckbahnhof (links) zum Empfangsgebäude umgebaut werden. Das grüne Hauptgebäude spielt in den Plänen keine Rolle.

Offenbach - Die CDU stellt für die Tansania-Koalition klar: Der Kauf des Bahnhofsgebäudes ist für die Stadt keine Option. Das sei finanziell nicht zu stemmen und widerspreche im Übrigen geltender Beschlusslage. Den Kauf der Immobilie hatte jüngst die SPD gefordert.

„Wir alle würden uns sehr freuen, wenn der Offenbacher Hauptbahnhof wieder in altem Glanz erstrahlen und seiner Funktion als umfassender Verkehrsknotenpunkt gerecht würde“, sagt CDU-Fraktionschef Roland Walter. Doch mit „substanzlosen Forderungen“ der SPD nach einem Ankauf, ohne zu wissen, wo das Geld dafür herkommen soll, sei niemandem geholfen. Walter erinnert zudem an geltende Beschlüsse: Bereits im Juni 2016 hat das Stadtparlament einen Rahmenplan für das Gebiet als städtebauliches Entwicklungskonzept im Zuge der Hessischen Gemeinschaftsinitiative Soziale Stadt (HEGISS) beschlossen. Darauf aufbauend fasste die Stadtverordnetenversammlung im März dieses Jahres einen Grundsatzbeschluss „zur Umfeldgestaltung rund um den Hauptbahnhof Offenbach als Grundlage für zu führende Verhandlungen mit der Deutschen Bahn“.

Dahinter steht wie berichtet die Idee der Offenbacher Stadtplaner, das Hauptgebäude vom eigentlichen Bahnbetrieb zu entkoppeln. Dazu wird empfohlen, den ehemaligen Gepäckbahnhof, eine etwas zurückgesetzte Immobilie östlich des Hauptgebäudes an der Bismarckstraße zu nutzen. Auf der Nordseite könnte so ein neues Empfangsgebäude entstehen. Der Zugang zu den Bahngleisen mittels neuer Treppenanlagen und verglaster Aufzüge erfolgt über zwei ehemalige Gepäcktunnel, die in etwa die Maße der bestehenden Zuwegung aufweisen. Beide reichen bis zum Bahndamm an der Marienstraße. So könnte auch im Süden ein kleiner Vorplatz entstehen.

Die Gesamtkosten des Vorhabens werden auf etwa 10,5 Millionen Euro geschätzt, 66 Prozent davon sollen durch HEGISS-Zuschüsse finanziert werden. Weitere Entwicklungsziele für den Hauptbahnhof sind die Verbesserung verkehrlicher Anbindungen, barrierefreie Erschließung der Bahnsteige sowie die Sanierung und Nachnutzung des Empfangsgebäudes mit einem Mehrwert für das Quartier.

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Nun sei es Aufgabe des Planungsdezernenten, Oberbürgermeister Horst Schneider, auf Grundlage dieser Beschlüsse und Planungsvorgaben gemeinsam mit den städtischen Ämtern und der Bahn Investoren zu finden, so Roland Walter. Er weist die Sozialdemokraten, die alle bisherigen Beschlüsse zum Hauptbahnhof mitgetragen hätten, darauf hin, dass ein Kauf des Hauptgebäudes nicht nur unredlich, sondern auch völlig unrealistisch sei. Walter: „Die Schulbausanierung ist massiv unterfinanziert. Das rasante Wachstum der Stadt erfordert eine mitwachsende Infrastruktur, wie etwa Kitas, Schulen, Verkehrs- und Grünflächen, welche durch die Stadt zu finanzieren sind.“ Das müsse aus Gründen der Daseinsfürsorge, von der Tansania-Koalition in Angriff genommen werden. (mad)

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