Abschied von Margot Büssing

+
Will künftig auf Reisen gehen: Margot Büssing. Links neben ihr ihre Nachfolgerin Silvia Drignat, rechts Pfarrer Jozef Madloch.

Bieber - (vs) Nach 25 Jahren Dienst in der katholischen Kindertagesstätte St. Nikolaus gibt es kaum einen Bieberer, der Margot Büssing nicht kennt. Die vergangenen sechseinhalb Jahre übernahm die Erzieherin die Leitung des Hauses in der Pfarrgasse.

Eine ereignisreiche und schöne, aber auch anstrengende Zeit“, resümiert Büssing. Nun geht sie in den wohlverdienten Ruhestand, tritt in die passive Phase der Altersteilzeit über, und wurde offiziell verabschiedet.

Die Erzieherinnen studierten mit den Kita-Kindern Lieder zu bekannten Melodien ein (zum Beispiel: „Wie schön, dass du geboren bist“) und texten sie passend zu Frau Büssings Abschied um. Beim Singen hielten sie Rosen und Luftballons in der Hand, und man merkte Büssing an, dass sie einige Male mit Tränen zu kämpfen hatte. „Ich habe diesem Tag mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegengesehen“, gab sie zu.

Auch an Abschiedsgeschenken und Lobesreden für die scheidende Kita-Leiterin mangelte es nicht. Pfarrer Jozef Madloch bezeichnete sie als „Segen für die Kinder, für die Gemeinde, die Sorge trug für die stete Fortbildung und Qualifikation der Erzieher, und alles mit großer Liebe tat“. Für ihren langjährigen Einsatz und ihr Engagement dankte auch Dekan Michael Kunze: „Sie setzte sich weit über die eigene Kita hinaus ein. Nun ist es für sie an der Zeit, loszulassen, hinter sich zu lassen, einfach nur zu lassen, eine Kraftquelle für die eigene Zukunft zu finden.“

Kraft tanken möchte Margot Büssing hauptsächlich mit vielen Reisen, aber auch im heimischen Garten und mit der Familie: „Ich freue mich aber auch sehr auf Zeit für mich, und vor allem auf viel Zeit, die ich mit Lesen verbringen kann. Das werde ich jetzt richtig genießen.“ Die erste Reise tritt sie im September an, es geht nach Rom. Eines der Abschiedgeschenke war auch, passenderweise, ein Reiseführer für die ewige Stadt.

In ihrer Zeit als Leiterin schreckte sie auch vor anspruchsvollen Aufgaben nicht zurück: Der Umwandlung vom Kindergarten zur Kindertagesstätte (2005), der Aufstockung der Krabbelstube mit den damit verbundenen Umbauarbeiten (2006), und der Einrichtung eines großen Spielplatzes, was ihr letztes, großes Projekt hier gewesen ist. Besonders die Bauarbeiten sind ihr als anstrengend in Erinnerung geblieben: „Von Problemen mit dem Flachdach bis hin zu Wasserschäden hatten wir alles. Einen Tag haben wir bis zu den Knöcheln im Wasser gestanden.“ Doch an keinem einzigen Tag sei die Kita geschlossen gewesen, erinnert sie sich nicht ohne Stolz.

Vermissen werde sie die kollegiale Zusammenarbeit: „Obwohl ich aus dem Team kam, wurde ich sofort als Leitung akzeptiert.“ Auch die Arbeit mit den Eltern und den Jugendinstitutionen wird sie in positiver Erinnerung behalten. „Ich habe immer viel Unterstützung erfahren, und weitestgehend wurde alles so erfüllt, wie ich es mir vorgestellt habe“, lacht Büssing. Auf Seiten der Institutionen und der Eltern sah man das genauso. Elternbeirat Stefan Reincke empfand das Amt als „relativ einfach, denn Frau Büssing macht ja alles“. Seine augenzwinkernde Rede wurde mit viel Applaus bedacht.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare