Heilige Wurzeln, Kerzen und Weihwasser

Frau um rund eine Million Euro betrogen

Offenbach/Hanau (dr) - Die Staatanwaltschaft Darmstadt führt derzeit ein Ermittlungsverfahren gegen zwei 27-jährige Frauen aus Offenbach und Hanau. Diese sollen eine 49-Jährige aus Bad Homburg um rund eine Million Euro betrogen haben.

Zwei Frauen sollen eine in Bad Homburg wohnende Geschädigte um über eine Million Euro betrogen haben. Die Beschuldigten sollen der Geschädigten eingeredet haben, sie durch diverse obskure Rituale und mit Hilfe von angeblich heiligen Wurzeln, Kerzen und Weihwasser von dem „Bösen“, das auf ihrem Leben laste, befreien zu können. Zur Durchführung der Rituale und für die „heiligen“ Gegenstände haben die Frauen von der Geschädigten über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren hohe Bargeldbeträge, Schmuck und wertvolle Handtaschen erhalten.

Bereits im November 2009 sollen die 27-Jährigen Kontakt zu der Geschädigten aufgenommen und sie in einer Fußgängerzone in Bad Homburg angesprochen haben, weil sie „gesehen“ hätten, dass die Bad Homburgerin und ihr Vermögen von einem „Dunklen Wesen“ besetzt seien. Die Beschuldigten sollen der Frau vorgespiegelt haben, dass dieses „Dunkle Wesen“ für ihre unglückliche Situation verantwortlich sei.

Geld, Schmuck und wertvolle Handtaschen übergeben

In mehreren Teilbeträgen hattee die 49-Jährige den „Heilerinnen“ Geld und Schmuck und wertvolle Handtaschen übergeben, damit diese von dem „Dunklen Wesen“ befreit würde. Es sei vereinbart gewesen, dass das Geld und die Wertgegenstände nach der erfolgreichen „Reinigung“ wieder an die Bad Homburgerin zurückgegeben hätten werden sollen, was entsprechend des vorgefassten Tatplans nicht passierte.

Als die 49-Jährige ihr Vermögen wieder haben wollte, sei sie vertröstet worden. Schließlich erstattete die Geschädigte Anzeige. Die Polizei in Offenbach und die Staatsanwaltschaft Darmstadt - Zweigstelle Offenbach - nahmen die Ermittlungen auf. Beide Frauen standen bereits wegen ähnlichen Taten unter Bewährung. In der Folge wurde ein Untersuchungshaftbefehl erwirkt, der am Dienstag in Hanau vollstreckt wurde. In den Wohnungen der Tatverdächtigen konnten auszuwertende Beweismittel, nicht jedoch die Beute gefunden werden. Die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei dauern weiter an.

Die Ermittlungsbehörden schließen nicht aus, dass weitere Geschädigte durch die 27-jährigen Tatverdächtigen betrogen wurden. Mögliche Geschädigte werden gebeten, sich unter der Rufnummer 069/8098-1234 bei der Kriminalpolizei zu melden.

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