Achtung, fertig, küssen!

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Ran an die Bürste: Ebru Karafas, Nabila Meziani, Hafssa Atig und Satveer Kaur von der Mathildenschule können jetzt nicht nur richtig Zähneputzen, sondern wissen auch, wie man Zahnseide optimal verwendet.

Offenbach ‐ Weiße Berge, feuchtglänzend und durchzogen von feinen, dunklen Linien erscheinen auf dem Bildschirm. Auf dem Monitor sind aber nicht etwa schneebedeckte Alpengipfel zu sehen, sondern Zähne, zehnfach vergrößert. Mit einer intra-oralen Kamera nehmen Schüler der Mathildenschule ihre Beißerchen unter die Lupe. Von Katharina Platt

Einen so genauen Blick in ihre Mundhöhle hat noch keiner der Achtklässler geworfen. 21 Jugendliche sind gestern der Einladung des Stadtgesundheitsamtes gefolgt und haben die Spezialisten in ihren Räumen an der Berliner Straße besucht. Unter dem Motto „Strahlende Zähne küsst man lieber“ ging es um die richtige Zahnpflege. Aufgeteilt in kleine Gruppen und versorgt mit spannenden Versuchen, wurden die Jungen und Mädchen unter der Anleitung von Dr. Andreas Prenosil und seinem Team zu echten Experten in Sachen Zahnhygiene.

Die kurze Reise zwischen die Zahnreihen schreckt keinen der Mathildenschüler. Sie sind neugierig, wie es um ihre Zähne steht. Da schockt sie der Anblick ihrer lila gefärbten Kauwerkzeuge schon mehr. Mit Mira-2-Ton werden Zahnbeläge eingefärbt. Alter Belag erscheint dunkel, frischer schimmert hingegen rosa. Beim Blick in den Spiegel wird schnell klar, dass viele nach dem Frühstück gründlicher hätten putzen müssen. Dann greifen die Jungs im lilafarbenen Einheits-Look zu den Zahnbürsten. Eins ist klar, so dürfen sie den Mädchen, die sich in einem anderen Raum dem Thema Zahnseide widmen, nicht gegenübertreten. Und auch auf die Straße möchte keiner - selbst mit rosa Gebiss.

Prophylaxehelferin besucht mehrere Grundschulen

Beim Putzen wird die Zeit gestoppt. Wie lange dauert es, bis alles wieder weiß ist? Gut zwei Minuten vergehen, bis die Beläge verschwunden und alle Zähne wieder weiß sind. Bei dem Test, werden Schwachstellen sichtbar. „Die Schüler sehen genau, wo sie von nun an genauer putzen müssen“, erklärt Zahnärztin Gisela Menzel. Ingeborg Gibhart weiß: „Von 20 Kindern haben nur fünf ordentlich geputzte Zähne.“ Die Prophylaxehelferin besucht regelmäßig die Grundschulen und vermittelt wie man sich verhält, um Karies vorzubeugen. Insgesamt habe sich die Situation positiv entwickelt, verrät Zahnarzt Prenosil. Bei den Zwölfjährigen sei häufig weniger als ein Zahn kariös. Allerdings würden die Schüler auch bis zur sechsten Klasse intensiv zahnmedizinisch betreut.

Bei den 15-Jährigen sehe die Situation anders aus. Mehr als zwei Zähne seien in diesem Alter von Karies befallen. „Das muss sich ändern.“ Um in dieser Altersgruppe die Teenager noch einmal für Zahngesundheit zu sensibilisieren, entwickelten die Spezialisten des Gesundheitsamtes den Aktionstag. In den nächsten Wochen besuchen die Parallelklassen das Gesundheitsamt und stellen ihr Wissen rund ums Thema Zahnhygiene und Zahnpflege auf den Prüfstand. Von jetzt an sollen regelmäßig Veranstaltungen für die Mittelstufe stattfinden.

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