ADFC-Kampagne setzt auf Plakate

Lächeln für mehr Rücksichtnahme

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Wolfgang Christian vom ADFC freut sich über die Plakate zur Aktion „Offenbach fährt fair“.

Offenbach - Bereits an 40 Stellen lächeln sie einem von Plakaten entgegen – Persönlichkeiten wie OB Horst Schneider, Bürgermeister Peter Schneider, Umweltamts-Chefin Heike Hollerbach oder Stadtrat Felix Schwenke. Von Veronika Schade 

Ihre Intention: Für mehr Rücksichtnahme im Straßenverkehr werben. Die im Mai vom Fahrradclub ADFC ins Leben gerufene Kampagne „Offenbach fährt fair“ will damit noch sichtbarer werden. Im August sollen bis zu 100 Plakate in der ganzen Stadt hängen. Das friedliche Miteinander aller Verkehrsteilnehmer, ob Autofahrer, Radler oder Fußgänger, funktioniere in Offenbach nicht immer. „Radfahrer werden als störend empfunden“, erläutert Vorstandsmitglied Wolfgang Christian, einer der Initiatoren, den Hintergrund der Aktion. Weil Radwege fehlten, komme es leicht zu gefährlichen Situationen: „Das macht viele Leute mutlos, sie fangen erst gar nicht mit dem Radeln an“, bedauert er. Freundlichkeit und gegenseitige Toleranz helfen, Konflikte zu entschärfen oder ganz zu vermeiden. Davon ist der lokale Fahrradclub überzeugt. Seine Kampagne wird unterstützt von der Verkehrswacht, dem Fußgängerverein Fuß e.V. und kommunalen Organisationen wie etwa den Stadtwerken. 25 sogenannte Multiplikatoren aus Politik und Verbänden oder bekannte Einzelpersönlichkeiten sollen die Idee verbreiten.

Zum Auftakt hat der ADFC 500 Handzettel und 250 Aufkleber an die Multiplikatoren, in Fahrradgeschäften und öffentlichen Stellen verteilt. „Nachbestellungen liegen vor. Gegenwärtig wird die doppelte Menge nachgedruckt“, freut sich Christian. Die Ausgaben für die Initiative beliefen sich bisher auf überschaubare 3000 Euro. Die Wirkung ist dagegen noch abstrakt. „In einem Jahr wollen wir das empirisch mittels Umfragen untersuchen“, sagt der engagierte Radler. „Mein Gefühl sagt mir aber, dass es funktioniert.“ So beobachteten er und die Träger der Kampagne immer häufiger Freundlichkeitsgesten im Straßenverkehr.

Crash-Test mit Radfahrer: Das passiert beim Aufprall

Sich als Radler per Handzeichen zu bedanken, wenn ein Autofahrer Vorfahrt gewährt, sei ein Leichtes – und rufe beim Autofahrer meist ein freundliches Nicken oder Lächeln hervor. Damit sei schon viel für ein besseres Miteinander getan. Und Radfahrer sollten ebenfalls Rücksicht walten lassen, also in Fußgängerzonen oder beispielsweise im Dreieichpark ihr Velo schieben und an Zebrastreifen Fußgänger zuerst passieren lassen. Eine neue Idee will der ADFC im August verwirklichen: „OLaf“ – Offenbachs Lastenfahrrad. Das dreirädrige Gefährt hat vorn einen großen Kasten mit einer Tragfähigkeit von 200 Kilogramm. So kann selbst zum Transport schwerer Dinge das Auto stehen bleiben. „In Ländern wie den Niederlanden und Dänemark sind Lastenräder sehr verbreitet“, sagt Christian. „OLaf“ soll an Nutzer verliehen werden, die sich angemeldet haben. Der ADFC sucht feste Ausleihstationen und Sponsoren. Der Lastenbehälter kann als Werbefläche genutzt werden.

Weitere Infos: www.adfc-offenbach.de.

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