Verpächter demontiert Spielplatz

Ärger um Spielgeräte auf Mainbars-Gelände

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Seit ein paar Wochen gibt es auf dem Areal des Naturheilvereins Bürgel keinen Spielplatz mehr. Zum Ärger des Pächters der Gastronomie auf dem Gelände.

Offenbach - Wer an diesen hochsommerlichen Tagen seine Mußestunden mit den Kindern in den Mainbars in Bürgel verbringen möchte, wird sich wundern: Der Spielplatz neben der Gaststätte ist demontiert. Von Rebecca Röhrich

Das Spielholzhaus liegt auf der Seite, die Rutsche auch. Von der Schaukel sind die Sitze abgeschnitten, die Seile baumeln nutzlos im Wind. Kurz: Der Spielplatz ist nicht mehr zu gebrauchen. Wenn es nach dem Verpächter, dem Naturheilverein Bürgel geht, soll das auch so bleiben. Der Vorstand um den Vorsitzenden Jürgen Uhlein sah die Sicherheit der Kinder nicht mehr gewährleistet. „Da haben teilweise spitze Eisenstangen herausgeragt. Wir mussten sofort handeln“, so Uhlein.

Für den Pächter der Gaststätte „Mainbars“, Roland Lösel, ein „reiner Sabotage-Akt“ des Verpächters. „Vor einigen Wochen war plötzlich rotes Absperrband um den Spielplatz gezogen“, erzählt Lösel, der seit vier Jahren die Gaststätte auf dem Gelände des Naturheilvereins gepachtet hat. Der Verpächter habe ihn über die Absperrung nicht informiert. Deshalb habe Lösel das Band kurzerhand entfernt. Einige Tage später seien die Spielgeräte von einen auf den anderen Tag einfach abmontiert worden.

Für den Gastronomen eine mittlere Katastrophe. „Wir haben zur Hochsaison viele Festgesellschaften mit Kindern. Die buchen bei uns auch, weil der Spielplatz in der Nähe ist“, so Lösel. Der Verein habe ihn mit dieser Entscheidung vor vollendete Tatsachen gestellt. Zwar gehöre der Spielplatz nicht direkt zu dem von ihm gepachteten Gelände, aber ihm liege eine schriftliche Nutzungsgenehmigung vor. Auch seien einige Geräte auf dem kleinen Spielplatz erst vor zwei Jahren komplett überarbeitet worden. „Die Reparaturen hat sogar der Verein noch bezahlt“, so Lösel. Der 34-jährige Gastronom vermutet hinter der „Demontage“ des Spielplatzes andere Beweggründe. Mit den Verpächtern gebe es schon länger Probleme.

Vor ein paar Wochen wurde eine große Hochzeit in der Mainbars gefeiert. „Es waren 40 Grad an dem Tag, deshalb haben wir einen großen Pavillon aufgebaut, damit die Gäste etwas Schatten hatten“, berichtet Lösel. Plötzlich sei ein Vorstandsmitglied aufgetaucht und habe verlangt, dass das Zelt wieder abgebaut werde, weil dafür keine Genehmigung vom Verein eingeholt worden sei. Dies verweigerte Lösel und verwies darauf, dass davon im Pachtvertrag keine Rede sei. Auch die vom Vorstand herbeigerufene Polizei sah keinen Handlungsgrund und verließ laut Lösel den Platz unverrichteter Dinge.

Der Gastwirt bemängelt wiederum Verfehlungen vonseiten des Vereins. Im Winter habe die Heizung nicht funktioniert, die Elektrik sei teils nicht ordnungsgemäß installiert. Bisher habe sich der Verein nicht um die Behebung der Mängel gekümmert. „Sowas ist geschäftsschädigend“, findet Lösel, der auch den Kiosk Main-Turm am Bürgeler Ufer betreibt. Ein klärendes Gespräch werde immer wieder verschoben. Uhlein bestätigt, dass es zwischen Verein und Pächter nicht rund laufe. Auf Einzelheiten wollte er nicht eingehen. Er streitet allerdings ab, dass die Demontage des Spielplatzes etwas damit zu tun hat. Der schlechte Zustand der Spielgeräte sei bei einer der regelmäßigen Kontrollen aufgefallen, die Vorstandsmitglieder hätten sich gezwungen gesehen, sofort zu handeln. Er widerspricht der Aussage seines Pächters, dass dieser vorab nicht informiert worden sei.

Lösel hat mittlerweile auf eigene Kosten einen Statiker beauftragt. Der Experte habe an den Spielgeräten keine Mängel feststellen können, die eine sofortige Demontage gerechtfertigt hätten, sagt er. Er will jetzt mit seinem Anwalt eine Minderung der Pacht durchsetzen. Das ist bezeichnend für die Situation: Die ist inzwischen so verfahren, dass beide Parteien nur noch über ihre Anwälte miteinander kommunizieren.

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