Warten auf den Erbschein

Schon vor Jahren über Nachlassgericht geärgert

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Offenbach - Die unzumutbaren Zustände am Offenbacher Nachlassgericht sind offenbar kein Ärgernis, das erst seit kurzem besteht.

Das legen jedenfalls die Schilderungen einer Mühlheimerin nahe, die schon vor zehn Jahren monatelang auf eine Erbschein warten musste. Wie die Leserin, die ihren Namen nicht veröffentlicht haben möchte, berichtet, war ihr Mann im Dezember 2004 gestorben. Beim Amtsgericht war ein Testament hinterlegt, in welchem sie als Alleinerbin bestimmt war, da das Ehepaar keine Kinder hatte. „Also eigentlich ein klarer Fall“, sagt die Mühlheimerin, die zunächst noch ziemlich viel Geduld mit dem Gericht bewies: Drei Monate versuchte sie erfolglos telefonisch Kontakt aufzunehmen, bevor sie dann einen Brief an die Kaiserstraße schickte. Auch der blieb erstmal unbeantwortet.

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Nach einem weiteren Monat rief eine entfernte Verwandte ihres verstorbenen Gatten an und fragte, wer denn eigentlich Erbe sei. Das Nachlassgericht, so berichtete die Verwandte, hatte sie befragt, ob der Ehemann uneheliche Kinder habe. „Da blieb mir die Spucke weg“, erinnert sich die Betroffene. Nach weiteren nachdrücklichen Schreiben mit Ankündigung einer Beschwerde erhielt sie mehr als sechs Monate nach dem Tod ihres Mannes den Erbschein, den sie benötigte, um über Vermögensteile verfügen zu können. „Diese Arbeitsweise des Nachlassgerichts trifft Menschen, die um den Verlust eines Partners trauern, besonders hart“, ist sich die Mühlheimerin mit anderen Betroffenen einig.

mad

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