Eso ignoriert termingerecht Bereitgestelltes

Sperrmüll bestellt und seit drei Wochen nicht abgeholt

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Immer mehr Unrat kommt an der Felix-Mendelsohn-Straße dazu. Seit genau drei Wochen liegen die Sachen dort.

Offenbach - Zwar rechtzeitig angemeldet, aber trotzdem nicht abgeholt – an der Felix-Mendelsohn-Straße 3 wächst ein Sperrmüllhaufen, und der ESO fährt dran vorbei. Von Yvonne Fitzenberger 

Die alte Küche muss für eine neue Platz machen. Also auf den Sperrmüll mit ihr. Die nächsten Schritte: Bei den Stadtwerken anrufen, Termin vereinbaren und rechtzeitig die entrümpelten Möbelstücke auf die Straße stellen. So einfach ist es aber nicht immer. Zumindest nicht in der Felix-Mendelsohn-Straße.
Dort, um genau zu sein, vor der Hausnummer 3 vergrößert sich zurzeit das Unrataufkommen. Neben den ursprünglichen Holzschränken und Stühlen liegen dort inzwischen eine Lampe aus Metal, eine Toilettenschüssel und ein Farbeimer. „Vielleicht wurde der Sperrmüll deswegen nicht mitgenommen“, vermutet Anwohner Helmut Kratz.

Der Rentner beobachtet die Situation nun schon seit drei Wochen. Sein Nachbar Fathi Lahmar-Cherif hatte den Abholtermin mit den Stadtwerken vereinbart – am 7. August sollten seine alten Küchenschränke mitgenommen werden. Am Abend zuvor baute er die Möbel ab, stellte sie auf den offenen Flur und informierte die Nachbarn, damit die sich nicht wundern.

„Als ich am Morgen meine Zeitung hochholte, stand alles unten“, erinnert sich Nachbar Kratz. Als Lahmar-Cherif am Abend dann von der Arbeit kommt, wundert er sich. Denn der Sperrmüll belegt immer noch die Wiese am Gehsteig vor der Nummer 3.

„Ich habe direkt an zwei, drei Tagen danach den ESO angerufen“, berichtet er. Man habe ihm jedes Mal versprochen, der Müll werde so bald wie möglich abgeholt. Beim dritten Anruf hieß es dann, man könne ihm kein genaues Datum nennen, er solle aber die Sachen draußen stehen lassen. „Ich habe Angst davor, eine Strafe deswegen zu bekommen“, sagt er.

„Bei uns ist eine Reklamation erst am 20. August registriert“, sagt Jörg Muthorst von der SOH-Unternehmenskommunikation auf Nachfrage. Laut den Unterlagen des Stadtservices seien die Möbel dann am darauffolgenden Tag abgeholt worden. Bei dem, was jetzt vor dem Haus liege, handele es sich wohl um anderen Sperrmüll, der demnächst abgeholt werde. „Bei fast der Hälfte aller Entsorgungen passiert es, dass die Sachen bereits Tage vorher rausgestellt werden“, sagt Muthorst.

Unterwegs mit den Offenbacher Müll-Detektiven: Bilder

Ein Blick auf den Gehsteig lässt schnell Zweifel an dieser Erklärung aufkommen. „Dort stehen immer noch meine Sachen“, bestätigt Lahmar-Cherif. „Es wurde Sperrmüll vor der Hausnummer 5 mitgenommen“, erinnert sich Kratz. Aber der Haufen vor der 3 wurde ignoriert. Inzwischen hat sich, wie gewöhnlich, noch einiges anderes zu den Holzbauteilen gesellt.

Eine anderer Erklärungsversuch beim ESO geht auch eher ins Leere: Vielleicht hätten die Möbel nicht rechtzeitig vorm Haus – bis 6 Uhr morgens – oder auf Privatgelände gestanden, „das wir nicht betreten dürfen“. Das ist aber eher unwahrscheinlich. Und es erklärt nicht, warum Rentner Kratz in den vergangenen Wochen mehrere ESO-Fahrzeuge an dem Haufen vorbeifahren sah. Nun soll in der kommenden Woche abgefahren werden.

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