Illegaler Müll

Parkplatzärger: Nicht sauber, aber gepfeffert

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Die Hinweise an der Einfahrt zum Parkplatz an der Sprendlinger Landstraße sind unübersehbar. Es ist zwar etwas vermüllt, der Zugang zum Parkscheinautomat aber möglich...

Offenbach - Leser H. ist sauer. Er wohnt in der Nähe des Klinikums und ist „gebührenpflichtiger Nutzer“ des Parkplatzes Starkenburgring/Ecke Sprendlinger Landstraße. Von Martin Kuhn

Es stinkt ihm, dass die stark genutzte Abstellfläche „seit Monaten nicht mehr von illegal abgelegtem Müll befreit wurde“.  Mit dem Hinweis deckt er unbewusst auf, dass es im Verwaltungsgeflecht des Stadtkonzerns nicht allein für den Bürger mitunter etwas unüberschaubar wird.

Sein erster Zorn gilt dem lokalen Dienstleister ESO, der vorrangig für die Sauberkeit in Offenbach zuständig ist: „Die Arbeiter, die den Parkplatz immer sauber gehalten haben, habe ich schon seit Ewigkeiten nicht mehr dort gesehen.“ H. fügt an, dass man als Anwohner und Nutzer doch erwarten darf, dass die Fläche „einigermaßen sauber gehalten wird“. Mit den Vorwürfen konfrontiert, lässt sich ESO-Sprecher Oliver Gaksch ungewöhnlich lange Zeit. Schließlich antwortet er: „Wir sind an dieser Ecke gar nicht mehr zuständig.“ Aber wer dann? Gaksch: „Kein weiterer Kommentar.“

Hoppla. Schließlich beinhaltet sein „nicht mehr“, dass es der Stadtbetrieb einmal gewesen ist. Der Anruf beim Liegenschaftsamt bringt immerhin heraus: Die Stadt Offenbach hat das Eckgrundstück 2005 an das Klinikum Offenbach veräußert; als GmbH gehört diese (noch) zum Stadtkonzern und hat alle „Rechte und Pflichten“ eines privaten Eigentümers. Dass der Stadtbetrieb nach Beobachtungen von Anliegern aber bis „Anfang 2012“ dort noch fleißig und wohl kostenlos gereinigt hat, ist das eine.

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Was Klinikbesucher und andere Kurzzeitparker aber viel mehr wurmt, ist die Tatsache, dass zwar nicht gereinigt, aber per Automat ordentlich Parkgebühr kassiert wird. Wer da für wen Einnahmen generiert, ist auf die Schnelle nicht zu erfahren. Und auch der Hinweis, dass es sowohl der klammen Klinik- als auch der klammen Stadtkasse helfen könnte, befriedigt an dieser Stelle keinen so richtig.

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