Stadt nimmt Stellung

Arbeit und Frust: Anwohner über Platanen im Brunnenweg verärgert

Dachrinne, die von Herbstblättern eines benachbarten Baumes verstopft ist.
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Vorsorge getroffen: Damit das Laub nicht die Regenrinne verstopft, wurde umgerüstet.

Die herbstliche Farbenpracht der Bäume in Offenbach ist nicht für jeden eine Freude. Platanen machen im Brunnenweg ärgern Anwohner.

Offenbach – Wenn Renate Ehemann in diesen Tagen aus dem Fenster blickt, dann ist es für sie ein Auf und Ab der Gefühle: Ein Schwanken zwischen Resignation angesichts eines seit Jahren vergeblichen Bemühens und eines immer wieder aufkeimenden Ärgers.

Geschuldet ist das der riesigen Platane, die vor ihrem Haus steht und die in einer Reihe mit zahlreichen weiteren den Brunnenweg ziert. Der Baum beschert Renate Ehemann gleich in mehrfacher Hinsicht Arbeit und Frust: Da ist – jetzt im Herbst – natürlich das Laub. Die großen Blätter der Platane verstopfen Dachrinnen und rieseln aufgrund der Höhe des Baumes sogar in den Schornstein, bedecken Gehweg und Vorgarten.

Frau aus Offenbach ärgert sich über Platanen der Stadt: Niemand kümmert sich um die Bäume

Schon vor Jahren haben Renate Ehemann und ihr damals noch lebender Gatte für nicht gerade kleines Geld die Dachrinnen so umrüsten lassen, dass die Platanen-Blätter nicht mehr die Abläufe verstopfen. „Um die Bäume kümmert sich einfach niemand. Einmal ist ein Ast bis in unser Schlafzimmer gewachsen, mein Mann hat ihn einfach abgeschnitten“, berichtet die Anwohnerin des Brunnenwegs.

Die Probleme kommen aber nicht nur von oben: Die Wurzeln der Platanen drücken die Gehwegplatten nach oben, lassen sie so insbesondere für ältere Menschen zu gefährlichen Stolperfallen werden und sie dringen in Keller und Kanäle ein. Und das nicht nur in die Immobilie von Renate Ehemann. Zugleich stellt sie sich die bange Frage: „Was ist eigentlich, wenn dadurch mal Gasleitungen beschädigt werden?“ Für die Anwohnerin gibt es nur eine Lösung: Die nicht standortgerechten Platanen müssten weg und durch geeignetere Bäume ersetzt werden.

Die Wurzeln der Platanen haben die Gehwegplatten angehoben. Für den ESO haben die Bäume Vorrang.

Offenbach: Stadtservice wehrt sich gegen Vorwürfe

Was die Pflege des ungeliebten Grüns angeht, will der zuständige ESO-Stadtservice die Vorwürfe nicht auf sich sitzen lassen: „Die Platanen werden ebenso wie alle anderen städtischen Bäume alle neun Monate begutachtet; wenn durch die Bäume keine Gefahr für Passantinnen und Passanten durch abgestorbene Äste ausgehen oder generell deren Standsicherheit nicht gefährdet ist, wird an ihnen auch nichts gemacht“, sagt ESO- Stadtservice-Sprecherin Sigrid Aldehoff .

Die Mitarbeiter der Abteilung Grünwesen seien schon häufiger angesprochen worden, warum die Platanen nicht als sogenannte Kopf- oder Schirmplatanen wie beispielsweise am Frankfurter Mainufer geschnitten würden. Dies sei aber nie so vorgesehen gewesen, die Bäume sollten frei wachsen. Hinzu komme: Solche rein auf die Optik beschränkten Rückschnitte müssten von der Pflanzung an vorgenommen werden und seien jetzt nicht mehr möglich. Aldehoff: „Generell werden Bäume nur zurückgeschnitten, damit von ihnen keine Gefahr ausgeht.“

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Offenbach: Wurzelkürzung der Platanen gefährdet die Baumgesundheit

Bei den Stolperfallen Gehwegplatten setzt der ESO bemerkenswerte Prioritäten: „Um zu verhindern, dass die Wurzeln die Gehwegplatten anheben, müssten die Wurzeln gekappt werden. Dann besteht aber die Gefahr, dass die Vitalität der Bäume beeinträchtigt wird“, erläutert Sprecherin Aldehoff. (Matthias Dahmer)

In Offenbach erhitzt auch Ärger mit Altglas-Containern die Gemüter. Überfüllung und die Nutzung als Müllablage regt Anwohner auf.

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